It’s all about the little things

It’s all about the little things

Mit den Händen voller Fragen und dem Kopf voller Gedanken warte ich auf die Worte, die meinen Tag besser machen sollen.
Du meintest, du könntest das. Mich auffangen.
Aber irgendwie waren deine Arme nicht stark genug oder ich war zu schwer.
Denn ich bin gefallen.
Die ganze Geschichte bricht in sich zusammen und das Happy End versinkt zwischen den Welten.
Wo ist das Schloss, das du mir versprochen hast?
Die Wolken, die mich über das Meer tragen sollten?
Wo sind all die großen Kleinigkeiten?
Du meintest, es wäre ganz einfach. Aber das war es nicht.
Das war es nie.
Ich erinnere mich daran, was du immer zu mir gesagt hast: Du musst die kleinen Dinge zu schätzen wissen.
Den Marienkäfer am Fenster, das Lächeln der Verkäuferin, den Anruf von Oma.
Aber manchmal war das alles nicht genug.
Den du hattest mir ein Schloss versprochen und ich bekam nur ein Gartenhaus.
Deine Wolken entpuppten sich als Nebelschwaden und das Meer war nichts als eine Pfütze am Straßenrand.
Die großen Kleinigkeiten waren plötzlich ganz normale Kleinigkeiten.
Nichts davon war irgendwie genug.
Und dann bin ich gefallen.
Weil du deine Arme weggezogen hast, als alles auf dem Kopf stand.

It’s all about the little things.
Deine Worte hallen in meinen Träumen wider.
Als hättest du sie gerade erst gesagt.
Weil du mich kennst. Jetzt noch, auch nach Jahren.
Du kennst mich einfach und weißt, das ich nicht anders kann.
Ich will immer mehr, weil alle anderen auch immer mehr haben.
Du weißt, dass ich vergessen haben, wie sich der Wind auf meinem Gesicht anfühlt, wenn ich mit dem Fahrrad den Hügel neben dem Haus hinunterfahre.
Du weißt, dass ich nicht mehr daran denke, wie das Vanilleeis von damals schmeckt.
Und du weißt, dass ich zufrieden bin. Für zwei Minuten.
Bis ich wieder mehr möchte.
Weil es so scheint, als müsse es so sein.

Wann hast du dich das letzte Mal darüber gefreut, dass es regnet? Dass die Tropfen an deinem Fenster aussehen wie Herzen oder der Nachbar deine Post zur Tür getragen hat?
Dass die Teetasse genau in deine Hand passt oder die Katze deine Nähe sucht, obwohl sie das gar nicht müsste?
Wann habe ich zum letzten Mal gesagt: Es ist genug.
Ich weiß es nicht mehr, weißt du es?

Der Januar war von so vielen schönen Dingen geprägt.
Großen, kleinen, lustigen, traurigen.
Alle hatten etwas Besonderes an sich.
Trotzdem stand ich gestern vor dem Spiegel und dachte: War es genug? Wollte ich nicht eigentlich mehr?
Ich durfte zum ersten Mal von Zuhause ausziehen, mein Zimmer so einrichten, wie ich es wollte.
Ich durfte Kooperationsanfragen annehmen und tolle Projekte starten.
Ich durfte Einladungen folgen und schöne Abende verbringen.
Ich durfte den Moment erleben, als meine Mama ihr Hochzeitskleid fand.
Und das war für mich nicht genug?
Nur weil ich nicht noch mehr Follower bekommen habe oder mehr Mails mit Anfragen eingetrudelt sind? Nur weil ich nicht zum xten Pressday eingeladen wurde?
Nur deshalb?
It’s all about the little things.
All die Marienkäfer am Fenster, die Lächeln der Verkäuferinnen und die Anrufe von Oma.
All die kleinen Dinge, die am Ende des Tages so groß sind.

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2 Kommentare

  1. 4. Februar 2018 / 10:26

    Liebe Kat, Ich kenne das. Immer wieder versuche ich jeden noch so kleinen Augenblick zu genießen und glücklich zu sein. Aber immer öfter kommt das Gefühl in mir hoch, dass es nicht reicht. Und dann Frage ich mich, was will ich denn mehr? Was will ich vom Leben? Muss es denn immer mehr sein? Reicht nicht auch erstmal eine kleine Portion? Bin ich zu gierig?

    Wunderschön geschrieben!
    Liebe Grüße Dany
    http://www.danyalacarte.de

  2. 15. Februar 2018 / 19:56

    Du schreibst einfach so wunderschön! Richtig toll!
    Du hast recht: it’s the little things in life.. und wer weiß, vielleicht merkst du erst später, dass die kleinen Dinge, die richtig großen waren! 🙂

    Liebste Grüße
    Melanie

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