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Wenn das Leben dir Zitronen schenkt…

Irgendwie sind wir hierher gekommen. Ohne Fahrplan, ohne Landkarte.
Nur mit unseren Beinen, die all diese Gedanken getragen haben.
Leichtes Gepäck.
Ich will mich daran erinnern, dass unser Leben manchmal seltsame Wege geht. Deine Hand nehmen, die warme Haut spüren.
Aber heute ist sie kalt. Nur Luft klebt an meinen Fingern
Weil du nicht mehr neben mir stehst, so wie wir es geplant hatten.
Weil das Leben andere Pläne hatte.
Die Vergangenheit holt mich ein, klettert auf meinen Rücken und flüstert mir ins Ohr: Wohin des Weges?
Ich weiß es nicht. Jemand hat die Markierungen weggewaschen und die Zäune abgerissen.
Alles ist schwarz, weiß, grau, braun, grün. Alles ist da und doch ist nichts echt.
Mein Atem bildet kleine Wölkchen, die mir einen letzten Kuss geben und dann in den Himmel verschwinden.
Deshalb stehe ich nun alleine hier. Die Arme voller Zitronen und einem Kopf voller Fragen.
Was soll ich damit nur machen?

Die letzten Monate waren nicht leicht für mich. Viele werden es mitbekommen haben, denn dank all meiner Geschichten, war es war wohl nicht schwer zu erkennen.
Nach fast 5 Jahren bin ich wieder Single.
Alleine. Ohne bessere Hälfte.
Und zu Anfang habe ich mich auch genau so gefühlt: Wie ein halber Mensch.
Wenn man so lange ein bestimmtes Leben lebt und immer dieselben Gefühle fühlt, dann ist es schwer, sich plötzlich auf eine neue Situation einzulassen.
Ich habe gelitten. Jeder Romanautor wäre stolz auf mich gewesen und hätte mich als tragische Figur seines nächsten Bestseller auserkoren. Ich habe mich gefragt, wo die Welt ihre Farben verloren hat und ob der Sinn in all den Dingen mit ihnen verschwunden war.
5 Jahre und dann plötzlich nichts mehr.
Nur noch ich und die Zitronen. Eine Metapher, die mir irgendwie weiterhelfen sollte.
Aber es hat lange gedauert. Und das finde ich auch vollkommen in Ordnung. Man hat diesen Menschen so lange geliebt, sich in seinen Worten verloren und Pläne geschmiedet. Wunden müssen heilen.
Es hätte sich falsch angefühlt, wenn ich einfach weitergezogen wäre, ohne noch einmal zurückzublicken.
Und mit der Zeit kam die Ruhe. Diese innere, warme Ruhe, die dir versucht klarzumachen, dass alles gut wird. Dass es Hoffnung gibt und du dich nicht mehr verstecken musst.
Dann siehst du diese Zitronen und machst plötzlich was draus.


Schritt für Schritt wird alles gut


Ich habe wieder angefangen Pläne zu machen. Mal mit Freundinnen, meiner Mama, mal nur mit mir selbst. Für mich war nur wichtig, dass ich meine neue Situation endlich lebe und die Vergangenheit ruhen lasse. Auch wenn man es im ersten Moment nicht erkennt: Es ist nicht alles schlecht.
Im Februar werde ich mir, nach fast 10 Jahren Sehschwäche, endlich meine Augen lasern lassen. Ein Schritt, den ich nur für mich selbst gehe, niemanden sonst. Und es fühlt sich umwerfend an. (Falls ihr dazu einen Beitrag möchtet, let me know.)
Ich bin tatsächlich mit meinem London-Beitrag für den Maxima Comepass Award in der Kategorie “Lifestyle” nominiert. (Es würde mir sehr viel bedeuten, wenn ihr für mich voten würdet.)
Ich plane Reisen, viele davon. Auch wenn ich noch nicht weiß, mit welchem Voodoo-Trick ich das Geld dafür beschaffen soll.
Ich bereite mich auf den ersten Umzug meines Lebens vor. Sortiere aus, richte ein.
Es ist ein Jahr, dass mit Veränderungen angefangen hat und genau so weitergehen wird.
Ich möchte spontan sein und auch etwas verrückt. Okay, sehr verrückt.
Mich neu verlieben. In meinen Blog, meinen Schreibstil, mich selbst.
Aber vor allem möchte ich zurückschauen können, ohne Reue, auf all die Fehler und Tränen und mir denken: Es war wunderschön und ich bin dankbar, dass ich diesen Weg mit dir gehen durfte. Auch, wenn es dieses Mal nicht für immer war.


Some infinities are bigger than other infinities. – John Green


Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, dann mach was draus. Limonade, frag nach Tequila oder mixe sie in deinen Cocktail. Whatever!
Aber wenn das Leben, dir Möglichkeiten vor die Füße legt, dann nimm sie an. Frag einmal nicht wieso oder weshalb. Auch nicht wann.
Jetzt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.

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4 comments

  1. Liebe Kat, dein Beitrag gefällt mir sehr gut. herzliche Grüße Sylvia

  2. Liebe Kat,
    mich ärgert er es zurzeit, dass ich in meinen Pausen in der Arbeit nicht zum Lesen deiner Bloggbeiträge komme. Viel zu viel los ständig und irgendwie braucht fast jede Stunde jemand etwas von mir.
    Dein Beitrag erinnert mich daran, dass ich mein Studium angefangen habe, weil ich studieren wollte und das muss ich jetzt wieder mit etwas mehr Elan und Motivation anpacken.

    Ich liebe deine Beiträge, egal in welche Richtung sie gehen, denn du hast immer eine Geschichte dabei und auch etwas, was einen nachdenken lässt. DANKE dafür und bitte nicht aufgeben!

    Liebe Grüße,
    Carina.

  3. Ich drück dir die Daumen für den Maxima Comepass Award!

    Liebe Grüße,
    Sonia

  4. Deine Worte sind Mut und Kraft. Selbst in der Lage in der ich bin. Weder das eine zu sein noch das andere, weil sich einfach Zweifel auftun. Es schenkt neue Hoffnung in sich selbst. Danke.

    Grüß Yve