Ich schreibe mal ohne zu denken.

Ich schreibe mal ohne zu denken.

Ich schreibe mal ohne zu denken.
Ohne mich in Gedanken zu fragen, wie der nächste Satz lauten könnte.
Ohne Minuten verstreichen zu lassen, in denen mir nichts einfällt.
Ich schreibe heute mal einfach direkt vom Kopf auf das Papier.
Ohne mir Sätze zurechtzulegen, die schön oder besonders klingen.
Ich schreibe einfach, weil mir die Alternative allmählich Angst macht.
Mich runterzieht, zu ertrinken droht und wieder ausspuckt.
Wie fühlt es sich an, mal wieder einfach nur zu schreiben?
Gut, ja, wirklich gut.
Wie ein Schmetterling, der endlich wieder fliegen kann.
Wie der Wind zwischen Haarsträhnen.
Ich schreibe mal wieder ohne zu denken.
Seit langer Zeit das erste Mal.
Denn in letzter Zeit habe ich vor allem das getan: Gedacht.
Bei jedem Satz, jedem Wort, jeder Phrase.
Ich habe immer wieder und immer wieder gedacht und weiter gedacht.
Wie diese Sätze wohl klingen, wie sie anderen gefallen.
Ob sie extravagant und einzigartig genug für diesen Blog und seinen Ruf sind.
Ob all diese Worte auch dem gerecht werden, was ich davon erwarte.
Nämlich viel. Und immer mehr.
Und jetzt atme ich wieder durch die Worte, die ich schreibe.
Spüre wie Luft in meiner Lunge tanzt, die mich zuvor beinahe erstickt hätte.
Kein Druck mehr.
Mach dir nicht so viel Druck.
Alles ist gut.
Du bist du selbst.
Du schreibst, wie du bist.
Du schreibst einfach.
Geschichten, Gedanken, Gedichte auf Papier, die sonst verloren gehen würden.
Gedanken, die keine Stimme haben.
Einfach nur schreiben.
Mehr kann und ich will ich doch auch eigentlich nicht.

Jeder hat so seine Vorbilder.
Bei mir sind es vor allem Menschen, die einen ganz besonderen Schreibstil haben und mich mit diesem tagtäglich berühren und von den Füßen fegen.
Tahere Mafi ist einer dieser Mensch.
Eine Autorin, die dermaßen besonders schreibt, dass man es entweder vor Herzen liebt oder viel zu nervig findet. Es gibt eigentlich kein Dazwischen.
Diese Frau hat mich geprägt, meinen eigenen Schreibstil merklich verändert und mir den Mut gegeben, so zu schreiben, wie ich bin. Wie ich es immer war.
Mal verwirrend, mal mit Metaphern, die nicht funktionieren.
Mal einfach nur nicht von dieser Welt.
Auch Luise von Kleinstadtcarrie ist einer dieser Menschen.
Wie sie Dinge ausspricht, die alle denken und trotzdem nicht in Worte fassen können.
Wie sie Gefühle beschreibt, mit ihren Worten formt und letztendlich immer genau das denkt, was ich nicht denken kann.
Und dank dieser Frauen, bin ich mutig genug, um anders zu sein.
Anders zu schreiben.
Aber in letzter Zeit hat mir das Schreiben immer mehr Angst gemacht.
Es war plötzlich kein Ventil mehr, sondern ein Zwang.
Ein Zwang, genauso gut zu sein, wie die Anderen.
Wie meine Vorbilder.
Immer noch ein Stück weit außergewöhnlicher und besonderer und vielleicht auch etwas kompliziert.
Hauptsache ausgefallen, mit Wiedererkennungswert.
Aber irgendwann mit zu wenig Kat.
Mit zu viel Zwang und zu wenig Herzblut.
Mit zu viel Schönheit und zu wenig Echtheit.
Plötzlich war meine Leidenschaft eine Bürde, die ich nicht tragen wollte.
Ich fühlte mich nicht mehr frei nach dem Schreiben, sondern gezwungen, noch mehr zu tun.
Mehr zu schreiben, mehr zu sein, mehr zu zeigen.
Mehr wie Tahere und Luise und Lauren zu schreiben.
Nicht wie Kat.
Aber ich bin nun mal Kat.
Und ich schreibe nun mal wie Kat.

Das kann ich nicht ändern.
Und als ich gestern mit offenen Augen in einem dunklen Zimmer lag, wusste ich, dass ich das gar nicht ändern will.
Ich muss nicht so sein wie diese Frauen.
In gewisser Weise bin ich das schon.
Aber ich sollte immer noch Kat sein, wenn ich schreibe.
Immer noch frei und lebendig sein, wenn ich schreibe.
Immer noch ich.
Mein Herz soll wieder für mich schreiben.
Mit meinem Kopf als Co-Pilot.
Und ich möchte mich treiben lassen, zuhören, lauschen, mitreden.
Und genau das zu Papier bringen, was ich denke und fühle und atme.
Einfach nur schreiben.
Dieser Beitrag ist der erste seit langem, den ich einfach nur geschrieben habe.
Ohne vorher Sätze zu finden.
Ohne vorher alle Worte zusammen zu suchen.
Mit dem Herzen und sonst nichts.

Und jetzt frage ich dich.
Du vor dem Bildschirm, der diese Worte liest.
Wie du es findest, wie es dir gefällt.
Was du darüber denkst, wenn eine Bloggerin mal einfach nur schreibt.

 

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