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Weil man so einen Kampf nicht gewinnen kann

Meine Füße müssten bereits blutig sein, weil ich so viel laufe.
Weil ich immer wieder neu anfange, von vorne beginne und dann dieselbe Strecke wieder gehe.
Nur etwas anders.
Manche Menschen denken, es wäre einfach, einen Weg zu finden.
Einen ganz bestimmten, eigenen Weg.
Meinen Weg.
Aber das ist es nicht.
Es ist eine Lebensaufgabe.
Es ist ein täglicher Kampf mit mir selbst und meinen Zweifeln.
Aber vor allem sind es die meiste Zeit Fragen.
Ob man alles richtig macht?
Ob man nicht doch etwas anders machen sollte?
Vielleicht doch neu anfangen und überarbeiten?
Das gefällt mir aber auch gut, vielleicht sollte ich es ändern.
Aber das ist noch viel besser? Oder?
Eigentlich nicht.
Warum ist es so schwer ein eigenständiger Mensch zu sein?
Hinter seinen Taten und Worten zu stehen und sich nicht dafür zu rechtfertigen?
Warum vergleichen wir uns jeden Tag mit anderen und entscheiden dann, komplett willkürlich, dass sie es besser gemacht haben?
Hast du schon einmal einen solchen Vergleich gewonnen?
Deinen Instagram-Feed mit dem einer Influencerin verglichen und dir gedacht: Ja, meiner sieht besser aus?
Die neue Hose anprobiert, die du an einer Bloggerin gesehen hast und gedacht: Mir steht sie auch so gut?
Einen Beitrag zu einem Thema geschrieben, das schon hunderte Male durchgekaut wurde und gedacht: Egal, das ist der Beitrag, auf den alle gewartet haben.
Ich nicht.
Denn wenn wir vergleichen, wollen wir insgeheim gar nicht gewinnen.
Wir wollen einen Grund, um alles wieder neu und vielleicht besser zu machen.
Zurück auf Start und bitte alles auf Anfang.
Weil wir uns selbst nicht genug sind.
Wir vergleichen, um unsere eigenen Schwächen gegen die Stärken anderer abzumessen.
In welcher Welt würde man sich da tatsächlich eine Gewinnchance ausrechnen?
Nicht in dieser, denn gewonnen habe ich noch nie.
Bisher habe ich jeden Tag neu verloren, alleine schon, weil ich mich mit anderen verglichen habe.

Es fällt mir wahnsinnig schwer ich selbst zu sein.
Weil ich manchmal gar nicht so recht weiß, was das bedeuten soll.
Es fällt mir wahnsinnig schwer zu sagen, dass ich etwas gut gemacht habe.
Weil es vermutlich jemand anderes noch besser gemacht hat.
Schmälert das meine Leidenschaft, das Herzblut, die Stunden an Arbeit, die ich investiert habe?
Eigentlich nicht. Aber durch den Vergleich fühlt es sich so an.

Wir leben in einer Welt mit vielen Menschen, die viele Meinungen und viele Talente haben.
Und viele von ihnen haben genau das, was wir auch gerne haben würden.
Wir fangen an uns zu fragen, warum.
Warum sie und nicht ich?
Warum morgen und nicht jetzt?
Warum kann sie das und ich nicht?
Meistens brauchen wir keine Antworten.
Wir glauben ja sowieso, dass wir nicht gut genug sind.

Während ich diese Zeilen tippe leuchtet neben mir das Display auf.
Instagram.
Hunderte Accounts die schöner, besser, netter, fröhlicher, ästhetischer sind an meiner.
Weil ich gefühlt Stunden damit verbringe fremde Bilder mit meinen zu vergleichen.
Sie hat schönere Beine.
Ihre Haare sind viel länger.
Warum habe ich keinen Freund, der all meine Bilder macht?
Warum sieht ihre Bearbeitung so gut aus und meine nicht, obwohl ich doch alles richtig mache?
Wir. Vergleichen. Uns.
Immer.
Immer, wenn wir es nicht tun sollten.
In Zeiten, in denen es uns nicht gut geht und jeder Vergleich noch einmal nachtritt.
Wenn wir zweifeln und keine Lösung haben.
Immer dann, wenn wir uns selbst hinterfragen.
Dann vergleichen wir und verlieren.
Weil man so einen unfairen Kampf nicht gewinnen kann.

Überall Werbungen wie man schneller abnimmt, schönere Haare bekommt, während andere in die nächste Essstörung rutschen und sich die Kopfhaut zu Tode färben.
Influencer verkaufen ihre Presets um hunderte Euros, die nur bei ihren eigenen Bildern gut aussehen. (Ja, ich habe mir selbst welche gekauft.)
BloggerInnen zeigen uns die neuesten Trends, die nur Size Zero Körpern stehen.
Und wir fragen uns, was WIR falsch machen?
Nur eines: wir vergleichen.
Mit Idealen und Ideen, die eine normale Person gar nicht erreichen kann.
Nicht ohne teures Equipment, viel Geld und Unterstützung durch Stylisten und andere Experten.

Ich habe einen solchen Vergleich noch nie gewonnen.
Und ehrlich gesagt, möchte ich das auch nicht.
Denn ich möchte endlich aufhören, mich zu vergleichen.
Und dann gewinnen alle.

Schönen Sonntag noch, ihr Lieben.

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7 comments

  1. Liebe Kat <3,
    ein richtig toller Beitrag und wie immer tolle Bilder.

    Dem "Size Zero"-Wahn und immer die neusten Klamotten-Wahn entrinne ich schon seit Jahren.
    Werde dafür auch von manchen Fashion-Damen, die immer das Neuste haben müssen,
    belächelt. Zum Glück von dir nicht. =D *freu*
    Ich bin einfach der Typ Frau, der es bequem haben möchte und das Essen möchte, was sie will, auch wenn ich mich aktuell über gesündere Gerichte/Konzepte informiere. =D

    Am besten macht man es einfach für sich selbst. <3 Dann kann man gar nichts falsch machen!

    Liebe Grüße,
    Carina.

  2. Liebe Kathrin,
    danke für Deinen ehrlichen Blogartikel. Der Vergleich ist das Ende des Glücks. Oft beginnt das ja schon in unserer Kindheit. Nimm Dir ein Beispiel an…. Warum kannst Du nicht sein wie…. Es ist schwer sich auszuklinken, aber es gelingt mir immer öfter.
    Alles Liebe
    Annette

    1. Du hast so Recht Annette. Das ist leider wahr.
      Vielen Dank für deine Meinung.

  3. Liebe Kat,

    Ich stimme dir zu! Man darf sich wirklich nicht mit anderen vergleichen, auch wenn Instagram uns sehr oft dazu verleitet. Aber gut tut uns das nicht.

    Vielen Dank für diesen schönen Impuls!

    Alles Liebe,
    Claudia von http://thatsmeonline.net

    1. Absolut. Das machen wir leider viel zu oft.
      Danke für dei Kommentar, Claudia.

  4. Recht hast du. Wir sind perfekt so wie wir sind, und wir sollten aufhören uns zu vergleichen. Zufrieden sein mit dem was man hat bzw wer man ist. Schau vielleicht mal in meinem Blog vorbei, ich hab auch ein Beitrag geschrieben der gefällt dir bestimmt. Ich liebe deinen Blog und deine Art. Bin voll deiner Meinung.
    Liebe Grüße Kiki bzw Viennagirl.kiki

    1. Genau so ist es, liebe Kiki 🙂
      Oh wie schön zu hören!
      Danke für dein Kommentar!