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Nie wirklich genug

Ich frage mich, wann mir der Sturm meine Gedanken gestohlen hat.
Und wieso sie so herumgewirbelt werden, dass ich sie selbst nicht mehr verstehe.
Immer öfter erwische ich mich dabei, wie ich mich verändern möchte.
Und dabei binnen weniger Sekunden auf die Nase falle.
Ich versuche und scheitere.
Glaube und verwerfe.
Denke und schweige.
Alles auf einmal, nichts wirklich dazwischen.
Ich mache so viel.
Jeden Tag, immer mehr. Weil ich gar nicht anders kann.
Weil ich hoffe, es dieses Mal besser machen zu können.
Geschafft habe ich es aber noch nie.
Den ersten Platz.
Ich bin die ewige Zweite.
Ich mache so viel.
Und am Ende des Tages ist es immer zu wenig.
Nie wirklich genug.

Alle sprechen immer von großen Fischen in einem kleinen Teich. Seit ich studiere weiß ich genau, was die Leute damit meinen. Es gibt immer Jemanden, der einen überholt. Der besser ist oder mehr Glück hatte. Oder einfach besser geschummelt hat.
Es ist leicht, in einem kleinen Teich der große Fisch zu sein.
Aber was, wenn plötzlich alle zu großen Fischen werden und man selbst sich schrecklich klein vorkommt.
Wenn man das eigene Talent hinterfragt, nur weil es gerade nicht zur Aufgabe passt.
Nie wirklich genug.
Weil es immer jemanden gibt, der besser ist.
Dass das mein Können aber nicht schmälert, verdrängen meine Selbstzweifel da sehr gekonnt.
Der Gedanke ist da, das Gift flüchtet bereits durch meine Adern.
Und ich sehe hilflos dabei zu, wie ich mein Leben hinterfrage und hoffe, dass es wieder gut wird.

Meine Texte sind mittelmäßig.
Als Bloggerin bin ich ein Witz.
Niemand nimmt mich ernst.
Was kann ich eigentlich?
Nie wirklich genug.

Diese Dinge denke ich immer wieder. Letztendlich weiß ich, dass es nicht wirklich wahr ist. Nicht wahr sein kann. Aber in diesen grässlichen, kalten Momenten ist das egal. Da stimmt jedes Wort und alles ist real.
Weil mein Kopf es nicht anders haben will.

Wir vergleichen und verlieren.
Obwohl das alles so sinnlos ist.
Ich bin nicht erfolgreicher, weil jemand anderes abstürzt.
Ich kann nicht plötzlich weniger, weil andere bessere Texte schreiben.
Ich bin nicht weniger Mensch, nur weil eine Plattform mir versucht das einzureden.

Nie wirklich genug.
Für mich selbst. Für die Welt.
Weil Gedanken so viel kaputt machen können, wenn wir ihnen die Macht dazu geben.
Einmal still sein.
Einmal nicht denken und stattdessen machen.
Und endlich mal sich selbst genügen.
Das ist ein Anfang.
Das ist der einzige Anfang.

 

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2 comments

  1. Ach Kat, wieder einmal sprichst du mir aus der Seele. Genau wegen solcher Gedanken schrenke ich mich wieder ein. Tue weniger von dem was ich gern mache, weil ich immer denke es reicht nicht. Es ist nicht gut genug. Andere können es besser. Ich passe in keine Schublade und manchmal ist das immernoch ein Problem.

    Liebe Grüße, Dany von https://www.danyalacarte.de

  2. Guten Morgen Kat,

    es ist, als hättest du den Beitrag direkt aus meinem Herzen geschrieben. Wie oft mich Selbstzweifel zerfleischen… Ich bin nie genug als Bloggerin. Ich bin nie genug als Mitarbeiterin. Ich bin nie genug als Freundin. Das wurde mir als Kind eingetrichtert und es jetzt wieder loszuwerden, ist so wahnsinnig schwierig…

    Aber ich glaube daran, dass wir beide diese Selbstzweifel hinter uns lassen können. Immerhin sind wir uns schon mal bewusst, dass wir sie haben und sie uns nicht gut tun. Mit der Zeit sollte es dann immer besser werden.

    Fühl dich gedrückt!

    Liebe Grüße
    Denise