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Ein bisschen stolz sein

Ab und zu kommt es vor, dass ich stolz bin.
Eigentlich ziemlich oft.
Manchmal aus den falschen Gründen.
Manchmal, weil ich es nicht besser weiß.
Fast nie, weil ich etwas geschafft habe.
Und das stört mich. Wirklich.
Weil mein verwirrter Kopf einfach nicht merkt, was er schon alles durchgestanden hat.

Einfach mal ein bisschen stolz sein.
Darauf, dass ich alleine in Wien lebe und es auf die FH meiner Wahl geschafft habe.
Beim ersten Versuch. Ohne Sicherheitsnetz.
Vor einem Jahr habe ich nur davon gesprochen. Plötzlich lebe ich diese Worte von damals.
Wie viel sich verändert hat.
Wie sehr Wien mich bereits verändert hat.
Ich starre in den Himmel und bin dankbar, dass ich es immer wieder schaffe, diese drückenden Zweifel zum Schweigen zu bringen.
Sonst wäre ich nicht hier.
Sonst wäre nichts davon je passiert.

Wir sind immer irgendwie stolz.
Egal auf wen. Aber immer seltener auf uns selbst.
Weil uns manchmal alles, was wir machen, so unbedeutend erscheint.
Obwohl jeder Schritt ein Grund ist, sich darüber zu freuen.
Egal, wie klein er ist.
Ich war schon lange nicht mehr wirklich stolz auf mich.
Nichts kam mir wichtig oder besonders gut vor.
Obwohl ich vor ein paar Monaten ohne Sicherheit nach Wien gekommen bin.
Obwohl ich so viel alleine schaffe und immer besser darin werde, mal wirklich zu leben.
Und das Leben selbst weniger zu planen.
Aber als ich am Donnerstag, zwischen grauen Häusern und dunkler Luft, nach Hause gegangen bin, ist es mir wieder eingefallen.
Dass ich tatsächlich in Wien wohne. Ich. In Wien.
Dass etwas, was eigentlich nur in meinem Kopf existiert, tatsächlich zur Realität geworden ist. Und bis zu diesem Moment war ich nicht stolz.
Jetzt bin ich es.

Stolz sein…

Ich bin stolz, dass ich immer noch an die Liebe glaube, obwohl es in letzter Zeit ziemlich wenige Gründe gibt das zu tun.
Ich bin stolz, dass ich es mit 24 geschafft habe, ein kleines Online-Buisness aufzubauen.
Ich bin stolz, dass ich Teil einer Klasse sein darf, die dermaßen offen und vielseitig ist.
Vor allem bin ich stolz, dass ich jeden Morgen aus dem Bett klettere, obwohl ich am Vorabend noch darin ertrinken wollte.
Für jeden Schritt, den ich in eine unbekannte Richtung gehe, ohne wirklich zu wissen, ob nicht alles umsonst ist.
Ich bin stolz auf meine Kreativität und wie sie es immer schafft, all diese Gedanken in Sätzen zu verpacken.
Wir haben so viel, worauf wir stolz sein können.
Warum sind wir es dann nicht?

Sei stolz, dass du dich vor die Tür gewagt hast, obwohl dein zerschossenes Herz immer noch blutet.
Sei stolz, dass du immer noch Hoffnung hast, obwohl manchmal alles dagegen spricht.
Sei stolz, dass du genauso bist, wie du bist und es nur an dir liegt, etwas zu ändern. Weil du es einfach kannst.
Ein bisschen stolz sein hat noch nie jemandem geschadet.
Warum dann nicht heute damit anfangen?

Tell me: worauf seid ihr besonders stolz?

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2 comments

  1. Hi Kat.
    Ich kann nur: “Oh wow.” sagen.
    Du hast wieder einen richtig tollen Post geschrieben, der mich bewegt und der mir auch bewusst gemacht hat, ich sollte auch mal wieder stolz auf mich sein.
    Vielen Dank für diesen Post.
    Liebe Grüße, Carina.

  2. Hallo Kat,

    endlich komme ich dazu, diesen wundervollen Post zu lesen und zu kommentieren. Ich bin stolz, dass ich bisher immer meinen Weg gefunden habe, auch wenn meine Welt häufig voller Nebel und Dunkelheit war. Ich bin stolz, dass ich auf das Leben vertraue und darauf, dass am Ende alles gut wird.

    Liebe Grüße
    Denise