Travel

Fernweh und Reisesucht

Gedankenverloren hänge ich den bunten Bildern nach, die mein Kopf wie am Fließband produziert. Fernweh sucht mich heim, wie ein Geist aus alten Tagen. Meine Füße stecken im warmen Sand, ich spüre die salzige Meeresluft um meine Nase wehen. Ich stehe auf dem Walk of Fame und mache ein Foto mit einer sehr netten Dragqueen. Zwischen Blättern und Stroh stehe ich neben einem Elefanten und streichle seine kräftige, graue Haut. So viele Gedanken. Und alle kreisen um Orte, die ich bisher nur aus Zeitschriften oder dem Internet kenne. Mein Freund sieht mich fragend an und wundert sich, warum ich auf seine Frage nicht reagiere.
„Schatz?“ Blinzelnd hebe ich den Blick und lächle. „Ja?“ „Warst du mal wieder woanders?“, fragt er, nimmt meine kalte Hand in seine und zwinkert mir zu. Er kennt mich. Er weiß, wie gerne ich in Flugzeuge steige, auch wenn ich mir bei Turbulenzen beinahe in die Hose mache. Weiterlesen →

Stories

Germany’s next Whatever

It’s that time of the day. Die Nacht hat ihre schwarzen Fäden über den Himmel gesponnen. Sterne funkeln auf mich herab, zwinkern mir frech zu. Mit Schlafanzug und Brille auf der Nase strecke ich mich genüsslich in meinem Bett aus, drücke wahllos Knöpfe auf der Fernbedienung und sehe, wo es mich hinführt. Früher gab es bei uns immer fixe Fernsehabende. Die erste Staffel Dancing Stars war unser (frei)täglicher Begleiter. Verliebt in Berlin durfte an keinem Tag fehlen, das war ein absolutes Tabu. Doch die Sendungen gingen und ließen ihre ahnungslosen Nachfolger frierend zurück. Plötzlich war es nicht mehr wichtig, jede Folge zu sehen. Man verlor zunehmend das Interesse an den gespielten Dramen und irgendwann blieb der Bildschirm schwarz und leer. Weiterlesen →

Lifestyle

Review Wednesday – Anna im blutroten Kleid

Ich schüttle den Kopf und klappe den Laptop zu. Eine Handvoll Leser in der letzten Woche, das ist nicht gerade ein Schnitt, mit dem ich mich rühmen könnte. Eine zarte Stimme flüstert in meine Gedanken hinein: Weil es einfach langweiliges Gequatsche ist, Kat. Gib es zu. Nicht einmal du würdest das lesen wollen. Die Rede ist von meinen ersten Gehversuchen in Richtung Review Wednesday. Ein Blogger behält immer die Statistiken im Auge. Welcher Beitrag kommt besonders gut an? Was liest sich nicht so gerne oder bleibt in der unteren Ebene hängen? Oft beginnt dann die quälende Suche, was man verbessern oder ändert könnte. Mehr auf die Charaktere eingehen oder vielleicht war die Einleitung nicht gut geschrieben. Bei diesen Beiträgen wusste ich jedoch sofort, woran es lag. Trockene Fakten, spröde Erzählungen, keine Freude am Schreiben. Eine Veränderung musste her. Immerhin will, ich meine Leser nicht mit solch langweiligen Beiträgen vergraulen. Keine Erscheinungsdaten mehr, keine endlosen Berichte über den Inhalt. Nein, damit ist Schluss. Jetzt geht es um die Geschichten hinter dem Cover und meine eigene Interpretation dazu. Weiterlesen →

Stories

The Magic Seven

Theatralisch seufzend stehe ich im Labor, sortiere Proben und wünsche mir, ich hätte noch ein paar Stunden mehr schlafen können. Mein Arbeitstag beginnt pünktlich um 6Uhr morgens, keine Ausreden, kein Pardon. Anwesenheitspflicht, what else. Also bin ich brav, wie der letzte Zombie, aus dem Bett gekrochen, habe mich angezogen und auf den Weg gemacht. Jetzt muss ich mich zwanghaft darauf konzentrieren, keinen Fehler zu machen. Denn wie wir wissen, können diese fatale Folgen haben. Meine Gedanken driften trotzdem hin und wieder ab. Sehen den Wolken am Himmel beim Wandern zu oder wühlen sich durch das Sammelsurium aus Erinnerungen. Seit ein paar Tagen verfolgt mich bereits der Wunsch nach einer Veränderung. Weiterlesen →