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Why I love books

Meine Augen tun weh, mein Rücken ist ein gebeugter Baum, der gegen den Wind verloren hat. Das Leben erscheint mir wie ein Strudel, aus dem ich nicht entkommen kann. Immer wieder zieht mich etwas nach unten, hält mich fest. Manchmal bin ich Tage da unten, oft nur Stunden. Aber ein Entkommen gibt es nicht. Die kalte Wand drückt gegen meinen Nacken, lässt eine Gänsehaut über meine Haut rieseln, als wären es Schneeflocken. Wie gerne würde ich mich verkriechen, für ein paar Momente verschwinden und die Sorgen hinter mir lassen. Die leidigen Probleme wie Glühbirnen ausschalten und meine Gedanken schwerelos beim Fliegen zusehen. Die Decke liegt schwer auf meinen Beinen, ich habe keine Taschentücher mehr. Mein Blick gleitet über die Umrisse meines Zimmers, lässt mich inne halten. Als ich bei meinem Bücherregal hängen bleibe, wird mir der Boden unter den Füßen weggerissen und die Erkenntnis holt mich ein. Natürlich, die Lösung ist doch so einfach und näher, als gedacht. Mit steifen Fingern ziehe ich eines der Werke aus dem Regal, lege es mir in den Schoß und schlage es auf. Buchstaben tanzen vor meinen Augen, mir wird schwindlig als ich in die Geschichte hineingezogen werden. Und plötzlich lösen sich Gedanken und Gefühle in Luft auf, geben meinen Körper frei und lassen meinen Kopf träumen. Denn jetzt bin ich nicht mehr Kat, die verwirrt und ängstlich auf ihrem Bett sitzt. Jetzt bin ich eine Kämpferin mit besonderen Kräften. Und meine Sorgen sind verpufft.

Viele Leute fragen mich immer wieder, warum ich so viel lese. Warum ich, anstatt hinaus in die Realität zu gehen, lieber auf meinem Bett liege, mit der Nase in einem Buch. Sie verstehen es nicht, können nicht nachvollziehen, was ich fühle, wenn Seiten mich wie ein Mantel umhüllen. In meinem Video habe ich den Punkt, dass ich Bücher liebe, auch bereits angesprochen. Aber warum sind mir Buchstaben auf Papier so wichtig? Warum würde ich bei einem Brand versuchen all meine gebundenen Freunde zu retten und die Kleidungsstücke verschmoren lassen? Weshalb lese ich in meiner Mittagspause, anstatt etwas zu essen. Deswegen:

Kennt ihr diesen Drang, der Welt zu entkommen?

Dieses Gefühl der Hoffnungslosigkeit, dass einem die Glieder taub werden lässt? Man kann nicht immer das blühende Leben sein. Manchmal gibt man sich der Trauer hin, gönnt sich einen Moment der Schwäche und weint um das Leben, das man vielleicht nicht hat. Verpasste Chancen, Zweifel oder verlorene Erinnerungen. Niemand ist nur gut gelaunt und fröhlich, das ist unmöglich und schlichtweg menschlich. Jeder Bücherwurm wird mir hier zustimmen, wenn ich sage, dass Bücher die beste Medizin sind, die man sich wünschen kann. Die Welt, wie man sie kennt, hört auf zu existieren. Die Wirklichkeit bröckelt und fällt wie eine kaputte Mauer in sich zusammen. Zeit ist nur noch ein Wort und der Kopf befindet sich an einem komplett anderen Ort. Oft genug erwische ich mich dabei, wie ich auf die Uhr sehe und erschrecke, weil ich einfach nicht gemerkt hab, wie viel Zeit vergangen ist. Ich kann mir das Geschehen vorstellen, die Figuren sehen und sprechen hören. Ich bin ein Teil von ihnen, mittendrin. Mein Lachen löst das Weinen ab, meine Flüche vereinen sich mit der Fassungslosigkeit. Der Mörder war mir immer klar oder nicht einmal im Traum. Die junge Liebe ist mir zuwider oder das schönste Geschenk. Bücher sind mehr als viele Menschen auf den ersten Blick erkennen.

Hogwarts will always be there to welcome you home. – JK Rowling

Ihr seht vielleicht nur dicke Wälzer mit vielen Wörtern. All die Zeit, die man dafür aufbringen „muss“ und was man sonst damit anfangen könnte. Aber wenn ich ein Buch sehe, sehe ich nicht die Maße, sondern das Abenteuer dahinter. Für mich ist keine Sekunde verschwendet, wenn ich sie lesend verbringen darf. Natürlich gibt es schwarze Schafe, die einem einfach nicht gefallen und letztendlich abgebrochen werden. Aber die gibt es bei uns Menschen auch. Bücher sind ein Teil meiner Seele, meiner Existenz. Ich bin Kat der Bücherwurm, die Verrückte, die ein Buch nach dem anderen liest. Jede Seite hat sich mit meinem Leben verwoben, jede Geschichte einen Fußabdruck hinterlassen. JK Rowling hat aus mir eine Hexe gemacht, Tahereh Mafi meinen Schreibstil geprägt. John Green hat mir Taschentücher gegeben und Ava Reed mich schluchzen lassen, bis ich keine Tränen mehr hatte. Lauren Oliver brachte mich zum Staunen, mit Suzanne Collins hatte ich Todesangst. Ich kenne ihre Worte, ihre Geschichten, obwohl sie mich oft nicht kennen. Sie haben mein Leben verändert, meinen Charakter geprägt. Mich von dem Leid der Welt abgelenkt und mit Magie entführt. Ein Stück Fantasie, ein bisschen Zauber. Egal ob ich der glücklichste Mensch oder ein Häufchen Elend bin, Bücher sind mein Zuhause, wenn ich genug von dem Alltag habe. Books will always be there for you. No matter how you feel. Also von wegen „es sind doch nur Bücher.“

Eure Kat.

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8 comments

  1. Oh mein Gott dieser Text hat mich zutiefst berührt… genauso… geht es mir auch…

    1. Vielen Dank, das freut mich unglaublich 🙂
      Dankeschön! <3

  2. Ich finde deinen Text so so toll! Das hat mich so daran erinnert, wie ich mich früher immer beim Lesen gefühlt habe 🙂 Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich in den letzten Jahren so gut wie gar nicht gelesen habe, obwohl ich es eiegentlich immer mochte und auch wichtig finde. Ich muss mir auf jeden Fall wieder mehr Zeit nehmen, um Bücher zu lesen 🙂

    Liebe Grüße

    http://nilooorac.com/

    1. Dankeschön, das freut mich sehr 🙂 Ja Lesen ist sehr wichtig für mich.
      Deshalb möchte ich auch selbst wieder mehr lesen. 🙂 ich drücke dir die Daumen,
      dass du es schaffst.

      Love, Kat

  3. Liebe Kat,

    was für ein wunderschöner Beitrag! ♥
    Ich kann dir wirklich nur zustimmen. Lesen ist etwas ganz besonderes und diese Leidenschaft wird immer einen Platz in meinem Herzen haben.

    Alles Liebe,
    Jasi ♥

    1. Dankeschön Jasi. 🙂 Das freut mich wirklich sehr.
      Lesen ist für mich auch einfach eine Herzensangelegenheit und das teilt man doch
      gerne mit seinen Lesern. <3

      Greets, Kat

  4. Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr dieser Text mich berührt! Ich werde nie jemand sein, der sich mit einem E-Book zufrieden gibt, denn den Geruch eines Buches einzuatmen ist einfach einzigartig. Die schon os oft durchgeblätterten Seiten, der Moment wenn man das erste Wort seiner Lieblingsgeschichte liest, und sofort wieder in der bekannten Traumwelt landet. Der Moment, wenn draußen alles doof ist, und man deswegs schnurstracks in die Bücherei fährt um sich neues Lesematerial zu holen…
    Danke für deinen wunderbar ehrlichen Artikel, liebe Grüße, Ju xx

    1. Oh wie wundervoll. 🙂 Danke für die schönen Worte.
      Bücher sind einfach zu schön, um nicht darüber zu schreiben 😀
      Sehr gerne, leibe Julia. Dein Kommentar freut mich so sehr. <3