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What a cliché – Die 10 größten Bücherklischees [Part 2]

Mir tut der Kopf von all den Gedanken und Fragen weh. Vor dem Fenster scheint die Welt eingeschlafen zu sein. Die Sonne ist zu einem Wasserfarbengemälde verwischt worden und ich spüren den Stoff des Kissens gegen meine Schläfe drücken. Seit gefühlten Stunden liege ich hier, kann meine Beine nicht mehr spüren und meine Hände sind kalt, während sie die Seiten umklammern. Immer wieder bemerke ich, wie mein Blick zu einem Detail huscht, ich kann mich kaum noch konzentrieren. Mein Fokus ist verschwunden und ich verharre bei Floskeln und Klischees, die mir in den letzten Tag häufiger untergekommen sind. Als würden alle Autoren versuchen mit dem Strom zu schwimmen, nur gelingt es ihnen dann nicht mehr, aus dem Einheitsbrei zu fliehen. Habe ich überhaupt ein anderes Buch in der Hand oder bin ich einfach eingeschlafen, ohne es zu merken? Was lese ich, welche Geschichte hält mich hier? Bereits als ich den nächsten Satz lese muss ich lächeln. Das Buch scheint meine Gedanken gelesen zu haben. Sanft streicht er ihr über die rosige Wange, seine Finger liegen einen Augenblick zu lange auf ihrer Haut. „Lass mich in Ruhe.“, faucht sie aufgebracht und stolpert einen Schritt zurück. „Fass mich nie wieder an.“ Ich verdrehe amüsiert die Augen. What else. Zuerst hassen sie sich, dann die große Liebe. Welcome to another cliché.

Letzte Woche habe ich euch bereits die ersten 5 Bücherklischees gezeigt, die mir besonders oft unterkommen. Diesen Bookish Monday möchte ich nutzen, um euch die nächsten Punkte zu präsentieren. Jeder kennt doch diese abgedroschenen Klischees, die sich durch sämtliche Werke ziehen und einfach unverzichtbar scheinen. Trotzdem sind ein paar davon ganz schön nervig. Find them enclosed.

The Bad Boy & the Cute Girl. Diese böser Junge + nettes Mädchen Konstellation scheint sein Zuhause gefunden zu haben. Aber was sollte auch aufregender sein, als eine schüchterne Protagonistin, die plötzlich von einem scharfen Kerl in ein Abenteuer hineingezogen wird?  Die Grundidee ist ja ganz schön, aber mittlerweile zu ausgelutscht. Klar, who doesn’t like bad boys? Aber meine Hauptfiguren werden auch mit dem freundlichen Nachbarn glücklich.

Hottie vs Evil. Eine neue Schule. Sämtliche Blicke sind auf das Mädchen gerichtet, das gerade durch die Tür gekommen ist. Naaatürlich muss sie neben dem Hottie der Schule sitzen und sie unterhalten sich wie alte Bekannte. Wem passt das gar nicht? Der fiesen Freundin des Typen. Kommt euch das bekannt vor? Tja, mir auch. Es gibt gemeine Zicken, schon klar. Aber wenn ein vergebener Typ die Neue anbaggert, ist das sowieso ein schwarzes Schaf. Und ein absolutes Klischee.

Mainstream Man. Bei diesem Punkt muss ich mich leider ergeben. Denn auch ich habe OFT GENUG diese Art von Mann in meine Bücher hineingeschrieben. Eigentlich immer. *hihi* Verwuschelte Haare, die ihm in die Stirn fallen. Ein schiefes Lächeln, das auf einem perfekten Gesicht wohnt und unter dem Pullover zeichnen sich die trainierten Bauchmuskeln ab. Gibt es keine anderen Männer mehr. 😉

I hate you, I love you. Die Einleitung hat dieses Klischee bereits verlauten lassen. Zwei Menschen, die sich so gar nicht leiden können, sind gezwungen zusammen zu arbeiten oder durch das Schicksal verknüpft. Das passt ihnen natürlich überhaupt nicht, bis sie sich head over heels ineinander verlieben. Und plötzlich ist der Hass zu Staub zerfallen und hat der Liebe Platz gemacht. Alles klar.

Big Brother. Auch hier muss ich zugeben, dass ich eine Sünderin bin. Denn das Konzept des perfekt, großen Bruders liebe ich einfach. Fürsorglich, heiß, beschützt die Geschwister vor allerlei Ärger und steht immer zur Seite, sollte er gebraucht werden. Ja, okay, ich habe mir selbst immer einen solchen Bruder gewünscht. Aber so überaus wundervoll, wie er in Bücher dargestellt wird, kann kein Mensch sein. Denn uns Menschen macht aus, dass wir menschlich sind und keine Roboter, die alles können.

Tada, 5 weitere Klischees frei zu eurer Verfügung. Wie ihr mitbekommen habt, bediene ich mich gerne mal an der großen Klischeekiste und wühle kräftig darin herum. Dieses Liebe-Hass-Spiel wird man bei mir zwar nicht finden, dafür aber bestimmt einen großen Bruder oder einen heißen Typen mit schiefem Lächeln. Ich bin ja auch nur eine Frau. Mein neues Buch soll aber anders werden als die bisherigen, die ich geschrieben habe. Was das bedeuten soll? Bald erfahrt ihr es.

Eure Kat.

P.S.: Ich hoffe, der Beitrag und das Format 10-Dinge hat euch gefallen. Wenn ihr öfter diese Art von Posts lesen wollt, lasst es mich gerne wissen. Kat loves comments. <3 & btw: das hier ist der 100ste Beitrag auf dem Blog!!! <3 <3 <3

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7 comments

  1. Haha, das Bad Boy Klischee ist wirklich omnipräsent, da hast du recht. Schade eigentlich, andersherum wäre doch eine nette Abwechslung, oder? Denn es gibt ja auch schüchtern männliche Wesen, habe ich gemerkt – zumindest im realen Leben 😉
    Und ganz ehrlich: Den Mainstream Man mag ich gar nicht mehr wirklich. Ich will lieber was mit Persönlichkeit und Macken!
    Achja, und das mit der Liebe nach dem Hass – sowas habe ich fast schon selbst erlebt und konnte mich gerade noch so retten. Schade ist bei dieser Story eben nur, dass sie schon zu oft zu lesen war und man daher bei jedem Hass, der anfangs da ist, vermutet, dass es in einer Beziehung endet 🙁

    Also einen großen perfekten Bruder habe ich bisher in keinem Buch gefunden und mir auch nie gewünscht. Ich bin gern die Älteste und genieße das Leben ohne “Vorreiter”.

    Auf dein neues Werk bin ich echt gespannt – und zum 100. Post gratuliere ich natürlich!!! Das Format darfst du wegen mir auch liebend gern beibehalten – ich liebe diese Posts einfach 🙂

    Liebe Grüße

    1. Ja das dachte ich mir auch gerade, als ich deinen Kommentar gelesen habe. So Bad Girl, Good Boy gibt es ja kaum. 🙂
      Ja Perösnlichkeit ist auf jeden Fall wichtig. Immer diese Stereotypen, meh. 😀
      Stimmt, das ist ziemlich irreführend, da hast du recht. Kann auch sehr verletzend sein. <3
      Hihi, ja vll ist das mit dem Big Brother nur so eine Macke von mir. Who knows. 😀
      Puh, und ich erst. Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, sämtliche Klischee komplett zu streichen.
      Oh Dankeschön, das freut mich so. :)<3 Dann poste ich gerne öfter dieses Format.

      Love, Kat <3

    2. Dazu fällt mir spontan “Marco” ein: mysteriöses Mädchen, teilweise befürchtet der leser, die sie komplett irre. Der junge ist sehr schüchtern Und ein Außenseiter. Die Story war spannend, bediente kein einziges Klischee und war super geschrieben. Einziges Manko: das Ende war schlicht und ergreifend scheiße:-D

  2. Huhu Kat,

    ich musste gerade schon schmunzeln, da hast du mal so ziemlich jedes Klischee des Young Adult rausgeholt. ^^
    Ich mochte solche Bücher gerne, aber so langsam braucht es was neues und frisches. Ich bin eigentlich ziemlich genervt von den braven Mauerblümchen, die ohne Brille und mit Lipgloss zum Top Model mutieren und sich später dann vom Bad Boy wie dumm behandeln lassen. Aber es kommt immer wieder gut an. 😉
    Ich fänd eine andere Perspektive mal lustig Bad Girl – Good Guy? ^^

    Liebe Grüße und einen schönen Abend
    Silke

    1. Hallo Silke 🙂
      Ja ich habe ordentlich in der Klischeekiste gewühlt 😀
      Natürlich sind alle MIT Brille hässlich und OHNE ein wahrer Traum. Naaa klar. 😉
      Für mich etwas zu weit hergeholt. Ja das dachte ich mir auch schon, eine Art Rollentausch wäre mal cool.

      Love, Kat

  3. Liebe Kat,

    ich gestehe hiermit, dass ich absolute Kostverächterin in Sachen Sixpack-Boys bin, und sollten sich jemals bei irgendeinem meiner Protagonisten Bauchmuskeln abzeichnen, dann bei einem, den ich nicht leiden kann :D.

    Was das immer wiederkehrende “Sie hassten und sie liebten sich” angeht, finde ich es manchmal ganz witzig, wenn es gut gemacht ist, aber es kommt halt immer und immer wieder.

    Liebe Grüße

    Claudia

    1. Liebe Claudia 🙂
      Hihi, endlich mal jemand, dem Musekln auch nicht so wichtig sind wie ein netter Charakter oder ein süßes
      Lächeln. Gesegnet seist du. 😉
      Ja da kommt es wohl wirklich darauf an, wie man es schreibt. Bei dem Buch Unter dem Vampirmond fand ich es wirklich unerträglich. 😀

      Love, Kat