Travel

Fernweh und Reisesucht

Gedankenverloren hänge ich den bunten Bildern nach, die mein Kopf wie am Fließband produziert. Fernweh sucht mich heim, wie ein Geist aus alten Tagen. Meine Füße stecken im warmen Sand, ich spüre die salzige Meeresluft um meine Nase wehen. Ich stehe auf dem Walk of Fame und mache ein Foto mit einer sehr netten Dragqueen. Zwischen Blättern und Stroh stehe ich neben einem Elefanten und streichle seine kräftige, graue Haut. So viele Gedanken. Und alle kreisen um Orte, die ich bisher nur aus Zeitschriften oder dem Internet kenne. Mein Freund sieht mich fragend an und wundert sich, warum ich auf seine Frage nicht reagiere.
„Schatz?“ Blinzelnd hebe ich den Blick und lächle. „Ja?“ „Warst du mal wieder woanders?“, fragt er, nimmt meine kalte Hand in seine und zwinkert mir zu. Er kennt mich. Er weiß, wie gerne ich in Flugzeuge steige, auch wenn ich mir bei Turbulenzen beinahe in die Hose mache. Weiterlesen →

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Mein Geldbeutel ist zu klein für die Welt

Up in the sky

Die Zeitung liegt offen vor mir, mit bebendem Herzen betrachte ich die Anzeige darin. „Fliegen Sie für nur 299€ nach London.“ London! Alleine schon deswegen könnte ich vor Sehnsucht zerspringen und wie ein kleines Mädchen weinen. Die Stadt, die mein Herz gewonnen hat, obwohl ich nicht einmal genau weiß, warum. Was mich jedoch wirklich fertig macht, ist die Tatsache, dass ich nicht einmal diese 299€ habe um einfach spontan für ein Wochenende nach London zu fliegen. Versteht mich nicht falsch, ich könnte es mir leisten. Aber dann müsste ich mich den Rest des Monats von Tiefkühlpizza und runzligen Äpfel ernähren. Keine sonderlich schönen Ansichten. Ich will reisen, bis die Welt sich nicht mehr dreht. Die harte Realität: mein Geldbeutel ist zu klein für das, was mein Herz will. Und was mein Herz will, ist ziemlich viel.
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My Tyrolean Visit

Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Unruhig rutsche ich auf meinem Sitz hin und her. Wie immer sind meine Hände kalt, die Finger steif. Ich umklammere das Buch fester, lege es auf meinem Schoß ab und bemerke, dass ich den letzten Satz schon wieder vergessen habe. Mein Blick schweift von den schwarzen Wörtern auf weißem Papier zum Fenster. Landschaften rasen an mir vorbei. Gehen so schnell wieder, wie sie gekommen sind. Felder, Bäume, mittendrin ein paar Häuser. Ich nehme einen tiefen Atemzug und versuche mich wieder auf das Buch zu konzentrieren. Lange war ich nicht mehr nervös. Und dann löst eine Zugfahrt dieses seltsame Gefühl in mir aus. Eine Fahrt, die ich seit 3 Jahren nicht mehr gemacht habe. Wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen, trotzdem erschreckt mich die Zahl: 3 Jahre. Es kommt mir vor wie eine kleine Unendlichkeit. Weiterlesen →