The Right Kind of Busy | Wenn die Zeit fehlt

The Right Kind of Busy | Wenn die Zeit fehlt

Ich weiß nicht mehr, was Zeit eigentlich bedeutet. All diese Minuten, die Stunden, haben ihren Charakter verloren. Jahre sind ein Wimpernschlag und die Kindheit nur noch eine ferne Erinnerung, wie ein anderes Leben. Doch gerade habe ich nicht wirklich das Gefühl überhaupt zu leben. Ich hetze viel mehr durch die Wochen, bleibe an Verpflichtungen hängen und stolpere. Wann haben wir das letzte Mal einen Moment genossen? Ihn einfach ziehen lassen, ohne die Kamera zu zücken oder ihn gefangen halten zu wollen. Und uns keine Sorgen um die Zukunft gemacht, obwohl sie direkt vor der Tür stand. Erst wenn man keine Zeit mehr hat, merkt man, wie viel man verpasst hat. Warum wollen wir immer alle beschäftigt sein? Uns in Arbeit vergraben und mit unserer Produktivität hausieren gehen. Wie gerne würde ich mich am Nachmittag einfach in den Garten setzen, ein Buch aufschlagen und lesen, bis es dunkel wird. Aber es geht nicht. Nicht jetzt, nicht wenn mir der Stress im Nacken sitzt und mich am Leben hindert. So sehr, dass ich nicht einmal weiß, ob mein Blog diesen Monat überleben wird.

Wenn die Zeit fehlt

Ich bin gerne beschäftigt, das gebe ich zu. Ich sitze gerne mit dem Laptop auf dem Schoß im Bett, tippe den dritten Beitrag, während eine Serie auf Netflix läuft. Vergrabe mich in Ideen und schreibe zehn Seiten bei meinem Buch. Oder verplane das Wochenende mit Fotoshootings, um meinen Blog mit neuen Bildern zu füllen. Diese Art von Beschäftigt. Die richtige Art. Doch irgendwann holt einen der Alltag wieder ein. Denn nicht jeder hat die Möglichkeit, das Bloggen als Vollzeitjob auszuüben. Ich zum Beispiel arbeite 38 Stunden in der Woche in einer Firma und habe natürlich um einiges weniger Zeit für meinen Blog, als jemand, der studiert oder damit seinen Lebensunterhalt verdient. It’s math, not magic. Ich kann nicht jede Woche drei Outfits posten, weil es die Zeit einfach nicht erlaubt. Schon gar nicht jetzt, wo alles irgendwie zusammenbricht. Das Bloggen in den Alltag zu integrieren kann schnell aus den Fugen geraten. Das muss ich gerade am eigenen Leib erfahren.

Manchmal glaube ich, irgendwo zwischen den Tagen zu ertrinken. All diese Must-Dos, die wichtigen Dinge im Leben, die Zukunft. Im Mai stehen für mich zwei große Prüfungen an, im Juni wieder. Gerade verbringe ich einen Großteil meiner Zeit mit Lernen und habe trotzdem das Gefühl, nichts zu wissen. Es ist die falsche Art von Beschäftigt. Die Art, die einem ein schlechtes Gefühl gibt. Die, obwohl mal seit zwei Stunden lernt, sagt, man würde nicht genug tun. Ihr seht schon, ich habe hier zwei große Themen in einen Beitrag verpackt: Stress und Bloggen. Aber für mich gehen diese Beiden gerade Hand in Hand und machen mir das Leben schwer. Einerseits möchte ich meinen Blog endlich weiterwachsen sehen, meinen YouTube-Kanal ausbauen und viel mehr Zeit in das Schreiben investieren. Aber wie soll ich etwas investieren, das ich nicht habe? Wie soll ich Blogposts schreiben und Fotos machen, wenn ich nicht einmal weiß, wann ich mein Essen kochen soll? Deshalb ist es hier gerade so schrecklich ruhig. So ohrenbetäubend leise.

Manchmal muss man kürzer treten, um später weiterzukommen.

Bloggen und Alltag. Zwei Dinge, die eigentlich befreundet sein sollten, sich aber immer öfter gegenseitig ein Bein stellen. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Ob ihr meine Gedanken teilen könnt oder sie einfach nicht versteht. Aber alle, die einen Vollzeitjob haben, vielleicht sogar Kinder, sich nebenbei weiterbilden und bloggen, wissen wovon ich rede. Von diesem Seiltanz der Zeit, was man wann machen soll. Seven & Stories leidet unter meiner Abwesenheit. Mir fehlt manchmal einfach die Kraft alles unter einen Hut zu bringen, der eigentlich viel zu klein ist. Meinen Blog wird es weiterhin geben, da kann ich euch beruhigen. Wenn auch etwas abgespeckt und als Schatten seiner selbst, also mit weniger Beiträgen als gewohnt. Gerade muss ich mich einfach auf diese Prüfungen und die Zukunft konzentrieren und alles, was sie mir ermöglichen können. Und sobald sich die Wellen des Alltags beruhigt haben und ich endlich wieder atmen kann, werdet ihr es wissen. Das verspreche ich euch. Denn wenn ich und S&S zurückkommen, dann nicht auf leisen Sohlen oder mit Geflüster. Sondern mit einem ordentlichen Knall. Not with a fizzle, but with a bang.

 

 

 

Kennt ihr auch dieses Zeitproblem? Wie handhabt ihr Bloggen und Alltag?

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8 Kommentare

  1. 4. April 2017 / 12:03

    Liebe Kat!
    Mir geht es genauso wie Dir!
    Alles explodiert, zerstört und lässt mich mit einen Haufen Schutt zurück!
    Und es hört nicht auf.
    Schön langsam schaut es so aus, als müsste ich das letzte Jahr wiederholen, da nichts weitergeht oder so viel auf einmal ist, dass man nicht weiss, wie man alles bewerkstelligen soll.

    Ich versuche mich auf das wesentliche zu konzentrieren, aber es wird schwer! 🙁

    Liebe Grüße,
    Carina.

  2. 4. April 2017 / 12:31

    Ich verstehe dich nur zu gut. Besonders bei dem Gedanken einfach mal den ganzen Tag draußen auf einer Bank zu sitzen und zu lesen. Früher hätte meine Mama gesagt dann musst du eben was weg lassen. Damals war es der Chor den ich weg ließ um weiter reiten und tanzen zu können. Aber ich möchte nichts weg lassen. Denn ich liebe das alles viel zu sehr. Und den Job, ja den brauch ich um das alles zu ermöglichen. So ist das eben. Und ja, die Zeit rennt und es gibt keine Stop oder Pause Taste.

    LG Dany
    http://www.danyalacarte.de

  3. 4. April 2017 / 16:07

    Ach ich versteh dich so gut ich tanze hin und her zwischen Kindererziehung, Studium und Blog (ab und zu auch noch Nebenjob)und manchmal ist es so din Durcheinander, dass ich nicht mal weiß was ich schon erledigt habe und was nicht (gerade arbeite ich noch alles Treffen von Freitag ab :S ).
    Aber ich sende dir Motivation-halte durch meine Liebe, es kommt die Zeit wo du auch wieder mehr Zeit für alles hast und der Alltag auch wirklich wieder Alltag ist 🙂

    Viele Grüße
    Denise von
    http://www.lovefashionandlife.at

  4. 5. April 2017 / 9:38

    ich kann dich bestens verstehen meine liebe Kat! zwar habe ich den Luxus mir meine Zeit meistens selbst einteilen zu können (wenn man mal von Pflicht-Terminen an der Uni absieht), aber trotzdem hat man ja eine Menge zu tun und dann noch Foto-Shootings unter einen Hut zu bekommen … bei mir würde das schon scheitern, weil ich gar nicht so oft jemanden zum shooten finde …

    es ist gut, wenn man seine Grenzen kennenlernt und diese dann auch akzeptiert. sowas kann sich ja immer wieder ändern und dann passt man es eben an.
    wünsche dir eine wundervolle Wochenmitte Liebes,
    ❤ Tina von Liebe was ist
    Liebe was ist auf Instagram

  5. 5. April 2017 / 16:19

    Oh ich glaube dieses Problem kennen wir alle. Ich bin ja Hauptberuflich Selbstständig und da läuft unter einer 50 Stunden Woche gar nichts…dann noch der Haushalt und die Pflichttermine die so anstehen. Ich blogge immer sehr spät Abends wenn alles andere erledigt ist und normale Menschen schlafen gehen. 😉 Ich mache es einfach zu gern. 🙂 Es werden bestimmt alle verstehen das du in der Situation, mit den Prüfungen, etwas kürzer treten musst. Ich liebe deinen Schreibstil und würde auch wiederkommen wenn du ein Jahr keinen Beitrag schreibst. 😀 Also stress dich nicht zu sehr liebe Kat!
    Liebste Grüße Tamara
    http://www.fashionladyloves.com/

  6. 5. April 2017 / 18:54

    Liebe Kat,
    ich kann dich sehr gut verstehen! Es ist unglaublich schwer alles unter einen Hut zu bekommen wenn man einen Vollzeitjob hat und dann kommen noch die anderen kleinen Pflichten, die man zu tun hat. Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Glück für deine Prüfungen! Und mach dir nicht zu viel Druck wegen dem Blog. Es gibt manchmal andere, wichtigere Dinge die vorgehen. 🙂
    Liebe Grüße Anna

    https://wwwannablogde.blogspot.de

  7. 6. April 2017 / 20:43

    Liebe Kat,
    Ich bin zwar noch nicht berufstätig, sondern studiere noch, aber da mein Studium wirklich sehr zeitintensiv ist, kann ich dich total gut verstehen! Mir fehlt auch so oft die Zeit, Aber das Bloggen ist eben doch „nur“ ein Hobby und im Notfall geht mein Studium immer vor. Aber ich finde, das ist auch okay so, man muss eben Prioritäten setzen.

    Liebe Grüße,
    Alisa von zeitvergessen.net

  8. 7. April 2017 / 12:01

    Das kann ich nur zu gut nachvollziehen. Ich habe ein Kind und das zweite ist unterwegs, bin selbstständig, bilde mich nebenher weiter und versuche irgendwie alles zu wuppen. Das schubst einen immer wieder über seine Grenzen hinaus. Mein Blog hat auch regelmäßig stille Phasen, in denen einfach keine Zeit da ist. Trotz Ideen, fertiger Fotos, halbfertiger Beiträge usw. Irgendetwas fehlt immer und dafür leider die nötige Zeit. Ich neige dazu mich dann sehr gestresst zu fühlen und mich von allem zu distanzieren, was mich stresst. Gleichzeitig macht das ein schlechtes Gewissen, weil eigentlich ja vieles so gut wie fertig wäre.
    In unserer schnelllebigen Zeit ist alles nicht mehr so einfach. Die meiste Zeit leben wir nicht, sondern funktionieren nur.

    Liebe Grüße!

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