Warum es manchmal besser ist, den falschen Weg zu gehen

Warum es manchmal besser ist, den falschen Weg zu gehen

Ich bin falsch abgebogen.
Gestern, vor einer Woche, vielleicht schon letztes Jahr.
Aber irgendwann bin ich nach links gegangen, statt nach rechts und habe mich verlaufen.
Jetzt sitze ich hier und frage mich: Wann haben meine Gedanken plötzlich aufgehört lebendig und einzigartig zu sein?
Wann wurde meine Ideen zur Massenware?
Denn ich kann es nicht leugnen, was mir seit ein paar Tagen unaufhörlich durch den Kopf geht: Irgendwie hast du dich und deine Stimme verloren.
An Silvester, wo alles plötzlich so klar und greifbar scheint, ist es mir bewusst geworden.
Zuerst hatte ich Angst. Denn ich bin an einem Punkt angekommen, wo ich keine Lust mehr habe, zu bloggen. Wo es mir sinnlos erscheint, regelmäßig neue, aufwändige Beiträge zu posten, wenn doch für viele sowieso nur noch Instagram zählt.
Ich wollte aufhören.
Nach fast zwei Jahren, mit Höhen und Tiefen und Identitätskrisen, wollte ich Seven&Stories den Gnadenstoß gewähren und loslassen. Nur, weil ich einmal falsch abgebogen bin.
Aber wenn man lieber schreibt, als atmet und das auch einmal der Grund war, warum man überhaupt einen Blog gestartet hat, gibt man nicht einfach auf.
Letztendlich, nach vielen Stunden Gedankenkarussell, bin ich dankbar, dass ich damals den falschen Weg gegangen bin. Denn jetzt weiß ich, wie ich nicht weiterhin bloggen möchte.

„Ich mochte deinen Blog früher wirklich gerne. Aber jetzt ist er mir zu fashionlastig.“
Könnt ihr euch mein Gesicht, meine Gedanken, vorstellen, als ich diese Nachricht gelesen habe? Kurz war ich verwirrt, traurig und auch etwas wütend. Weil ich nicht wusste, was die Person hinter den Buchstaben damit meinte.
Jetzt weiß ich es.
Mein Blog hat sich in eine Richtung entwickelt, die mir nicht gefällt. Ich poste fast mehr Outfits als Kolumnen und schreibe Fashion-Guides, die zwar gut ankommen, sich aber immer irgendwie fremd angefühlt haben. Meine Überschriften verloren an Klang und gewannen stattdessen an Inhalt.
Mehr Outfits, mehr Bilder, einfach mehr.
Dass ich gar nicht dieses Modepüppchen bin, das sich hinter all den Fotos versteckt, ist mir erst später aufgefallen.

Ich liebe Mode und trage gern schöne Blusen oder coole Boots. Aber ich will kein Fashionblogger im herkömmlichen Sinne sein. Das wollte ich nie. Trotzdem habe ich plötzlich Beiträge geschrieben, die ein solcher Blogger auch schreiben würde. Weil ich dachte, es würde meinen Lesern gefallen und Seven&Stories besser machen. Aber ich lag falsch.
Und das ist okay. Denn nur durch diese Fehler habe ich gemerkt, was ich 2018 anders machen möchte.

Ihr werdet auch dieses Jahr wieder einige Outfits sehen. Ich mag es, mit Freundinnen durch die Gegen zu flanieren und Bilder von meinen Looks zu knipsen. Aber anders. So, wie ich es von Anfang an eigentlich geplant habe. Mit berührenden Geschichten, Weisheiten, Inspirationen. Wie mich diese Bluse an meine Kindheit erinnert oder was diese Schuhe mit meiner Einstellung zur Politik zu tun haben. An dieser Stelle muss ich den Mädels vom Blog theladies und der lieben Jecky danken: Eure Blogs haben mir wieder gezeigt, was ich eigentlich machen will und wie ich wieder auf den richtigen Weg komme. Mit so viel Herz, Leidenschaft und einfach unwerfenden Beiträgen, die man gerne liest!  (Bald kommt auch ein Beitrag, mit Blog-Must-Reads, die wirklich inspirieren.)
Denn wenn ich wirklich ehrlich sein darf, und hier bei S&S sind wir das ja bekanntlich: Viele Beiträge habe ich nur geschrieben, weil ich hoffte, sie würden Leser generieren. That sounds so lame. Zum Glück ist mir das durch all die kleinen Fehler und falschen Wege endlich bewusst geworden.

Was erwartet euch also in diesem Jahr hier auf dem Blog?

2018 soll das Jahr werden, in dem ich wieder ich bin. Und Seven&Stories wieder atmen kann. Was bedeutet das also für die Kategorien auf dem Blog? Die Beiträge?
Grundsätzlich lässt sich sagen: weniger Fashion. Nicht, dass es zu den Sunday Thoughts keine Outfits mehr geben wird. Sondern reine Fashion-Posts, die nur dazu dienen, euch irgendwelche Kleidungsstücke zu zeigen. Let’s face it: Das bin ich einfach nicht. Ich schreibe diese Zeile im Pyjama, einem Stirnband auf dem Kopf und Kuschelsocken an den Füßen. Ich zeige euch gerne meine liebsten Pullover für unter 20€. Aber dafür braucht es nicht einen ganzen Beitrag.
Ich möchte und werde viel reisen, das habe ich mir selbst versprochen. Also wird es mehr Beiträge zum Thema Travel geben. Außerdem möchte ich die Fototipps-Reihe weiter ausbauen und euch neue Wege und Tricks zeigen, wie ihr auch alleine und mit wenig Geld tolle Fotos zaubern könnt. Grundsätzlich soll sich mein Content in eine ganz bestimmte Richtung bewegen: wie man mit wenigen Mitteln, viel erreichen kann. Sei es in den eigenen vier Wänden (ja, es wird auch der ein oder anderen Interior-Beitrag kommen), im Kleiderschrank oder für euch selbst. Wie spart man beim Reisen Geld und was ziehe ich an, wenn ich mich in meiner Haut nicht wohl fühle?

Ehrliche Beiträge mit viel Herz, schöne Geschichten mit Lebensweisheiten und ein Blog, dem man wieder ansieht, wie viel Liebe in ihm steckt. 2017 war ich verbissen und habe mir von so vielen Faktoren den Spaß nehmen lassen. Einige Bloggerkollegen haben mich sogar darauf angesprochen, ob ich überhaupt noch Freude am Bloggen habe und ob ich mir selbst nicht etwas Ruhe gönnen sollte. Man hat es gespürt, gemerkt, an allen Ecken und Ende gesehen.
Ich möchte wieder stolz auf mich und meine Beiträge sein und zu 100% hinter ihnen stehen können.
Ich blogge, damit ich schreiben und Inspirationen weitergeben kann. Für mich, für euch.
Und ich kann es kaum erwarten, wieder so zu schreiben, wie ich es gerne tue.

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6 Kommentare

  1. 7. Januar 2018 / 11:07

    Hallo Kat.
    Mir wäre nie aufgefallen, dass du bei deinen Fashionposts nur vom Outfit geschwärmt hast, weil sowas hätte ich nicht gelesen, ich mag die Mode nicht. Deine Beiträge hatten immer eine Geschichte am Anfang und meist ging es mit “für was ist das Outfit” (Bloggparade, weil du es uns zeigen wolltest).
    Aber jeder hat andere Ansichten und ich freue mich schon auf die Veränderung, den ich fand bis jetzt keine schlecht. Bin ja seit deinen Anfangszeiten eine treue Leserin geblieben, auch wenn manchmal die Kommentare nicht sofort kommen.
    Wünsche dir viel Erfolg und falls du mal nicht weiter wissen solltest, einfach bei mir melden, dann machen wir Kaffeeklatsch darüber oder komplett was anderes! 😍😊😁
    Liebe Grüße, Carina.

  2. 7. Januar 2018 / 11:21

    Das klingt ganz wundervoll, Kathilein! Schön, dass du zu deinem alten Ich zurückfindest. Ich wünsche dir viel Erfolg auf dieser ganz großen Reise 🙂
    Ich drück dich,
    Julchen

  3. 7. Januar 2018 / 11:23

    Hey Ist, das ist toll und ich freue mich schon sehr auf diese Beiträge. Beiträge und Storys mit Geschichten, Gedanken und Gefühlen von dir. Ich hab gespannt zugeschaut wie du dich verändert hast und ob es dich erfüllt. Aber genau wie mich hat es das nicht. Ich hatte sogar eine Pause eingelegt weil es einfach keinen Spaß mehr gemacht hatte. Und auch ich habe überlegt ob ich es lasse und was mir das noch bringt. Und dann back to the roods. Ich habe überlegt warum ich angefangen habe und was Spaß macht. Denn diese “ich muss Beiträge mit Mehrwert schreiben” Gedanken haben mich eingegrenzt. Und dann kam die Frage woher ich denn wissen will, Das nicht genau solche Beiträge mit Gedanken und Erfahrungen einen Mehwert bieten und den Lesern am meisten gefallen. Denn das macht es aus. Das macht dich und mich zu etwas besonderem. Also sei wieder frech, glücklich, nachdenklich, voller Gefühl. Sei wieder Kat!
    Alles Liebe Dany <3
    http://www.danyalacarte.de

  4. 7. Januar 2018 / 16:36

    Hi Kat!

    Erstmal toller und sehr ehrlicher Blogpost. Lest sich wahnsinnig gut und ich habe mich in so vielem wieder erkannt. Du bist also ganz bestimmt nicht allein!
    Ich finde deinen Schreibstil und deine ehrliche und selbstbewusste Art klasse!
    Mach weiter so, bzw. mach das was dich glücklich macht! Im Endeffekt sind nur die Leute wichtig, die das schätzen, oder in diesem Falle, das gerne lesen, was DICH ausmacht. 2018 wird unser Jahr! 🙂

    Alles liebe und noch einen schönen Sonntag!
    Lisa ❤

  5. 8. Januar 2018 / 8:37

    Liebe Kat,
    Wir haben ja auch schon darüber gesprochen und ich weiß, dass du manchmal sauer über meine Kritik warst. Aber ich bin froh, dass du wieder zu dir gefunden hast. Denn dein wahres Ich ist großartig.
    Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe!
    Lisa

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