Just love yourself | Selbstliebe für alle

Just love yourself | Selbstliebe für alle

Gelächter und geflüsterte Worte knallen an meinem Kopf. Jeden Tag, wenn ich dieses Gebäude betrete, kann ich sie hören. Der Anfang eines langen Weges, der Jahre später noch seine Staubspuren in mein Leben zeichnet. Ich wurde verspottet, belächelt und irgendwann gebrochen. Sie haben mir Spitznamen gegeben und mir das Gefühl aufgedrückt, ich wäre es nicht wert, gut behandelt zu werden. Aber egal, was früher war: Ich kann ihnen nicht die Schuld für alles geben. Viele Menschen kämpfen täglich mit sich selbst, haben aufgehört sich selbst zu lieben oder anderen zu verzeihen. Mir wurde zu lange eingetrichtert, ich wäre falsch, irgendwie verkehrt. Man glaubt den anderen irgendwann, weil man keine andere Möglichkeit sieht. Es begleitet einen bei jedem Schritt. Sie haben mit den Qualen begonnen, ich habe weitergemacht. Selbstliebe ist ein Wort, das mir lange fremd war. Ich konnte nichts damit anfangen, weil ich mir nicht dachte, dass ich es brauchen würde. Doch wenn die Jahre ins Land ziehen, man sich selbst verabscheut und hofft, irgendwann aufzuwachen und ein anderes Gesicht zu sehen, macht einen das innerlich kaputt. Ich möchte nie wieder anderen die Schuld dafür geben, wie es mir geht. Keine lieben Menschen vor den Kopf stoßen, weil ich mich selbst nicht mag. Mich vergleichen und verlieren, Frauen dafür hassen, dass sie gewonnen haben, obwohl sie nie mitspielten. Ich bin selbst für mein Leben verantwortlich, für meine Gefühle, Taten, Worte. Ich, Kat, liebe mich selbst. Noch nicht mit Haut und Haaren. Nicht blind und voller Zuversicht. Aber es ist ein Anfang, denn ich liebe mich.

Ich erzähle euch oft, warum ich eigentlich mit dem Bloggen begonnen habe. Ja, sogar einen eigenen Beitrag hat dieses Thema bereits bekommen. Ich liebe das Schreiben. Wenn ich mit Worten spielen, Gefühle auf Papier fließen lassen kann, dann bin ich ein anderer Mensch. Ich kann sein, wer auch immer ich sein möchte. Egal, ob ich einen Blogpost oder ein paar Seiten an meinem Buch schreibe, ich bestimme, welche Sätze in die Köpfe der Leser wandern. Aber ein paar Monate nach dem Start meines Blogs, tauchten plötzlich Stimmen auf, die mir sagten, ich hätte mich verändert. Und da fiel es mir selbst erst auf. Ich traute mich über Dinge zu sprechen, denen ich früher ausgewichen wäre. Ich war ehrlich, ich selbst, scheute mich nicht mehr davor, die Wahrheit zu sagen. Das Bloggen verändert einen in vielerlei Hinsicht. Mich hat es stärker gemacht und mir ein Stück Selbstbewusstsein geschenkt, das mir lange gefehlt hat. Meine Schultern tragen immer noch ihre Lasten, aber jetzt ist es leichter. Ich habe gelernt, niemandem mehr hinterher zu laufen. Ich bin gezwungen, mich täglich mit mir selbst auseinander zu setzen, mir bewusst zu werden, was für eine Person ich bin und sein möchte. Oft hasse ich die Bilder, die ich von mir selbst mache. Dann weine ich mir die Augen aus dem Kopf, weil ich anders aussehen will. Doch ich habe mich selbst zu schätzen gelernt, meine Sichtweisen haben sich verschoben. Jetzt heißt es nicht mehr: Bin ich wirklich so hässlich wie auf dem Bild? Sondern: Niemand sieht auf jedem Fotos umwerfend aus. Und wie viele Beiträge mit tollen Bildern durfte ich euch schon zeigen? Manchmal ist ein Blog eine große Bürde, mit viel Druck und Erwartungshaltung verbunden. Aber er kann einem auch zeigen, was man schaffen kann, wenn man nur will. Wenn man sich selbst die Chance gibt.

I’ve got a bad ass personality. So I just need to set it free.

Es erscheint vielleicht heuchlerisch, dass ausgerechnet ich Tipps für mehr Selbstliebe gebe. Wo ich doch eine einzige Baustelle in Sachen Akzeptanz und Zufriedenheit bin. Aber dann dachte ich mir: Eigentlich bin ich genau die richtige Person dafür. Ein Mensch, der rundum mit sich glücklich ist, kann einem viel erzählen. Immerhin leidet er nicht unter täglichen Zweifeln oder fragt sich, ob man überhaupt gut genug ist. Doch jemand wie ich, der sich immer wieder neuen Herausforderungen und Krisen stellen muss, mit sich selbst kämpft und manchmal verliert, ich kann euch sagen, was mir wirklich hilft. Ich bin nicht das beste Vorbild in Sachen Selbstliebe, I know. Und mir steht noch ein langer Weg bevor. Aber ich bin ein Mensch, der es Schritt für Schritt lernt und immer öfter Fortschritte macht. Ein paar meiner Tipps möchte ich mit euch teilen. Denn man sollte zuerst sich selbst lieben können.



Es war nicht leicht für mich, diese Bilder zu machen. Ich saß auf dem Bett und die Zweifel griffen nach mir: Sehe ich komisch aus? Sieht man meine Oberschenkel? Wirke ich vielleicht hässlich? Aber letztendlich dachte ich mir: Who cares? Hab Spaß, sei von innen und außen hübsch und zeig es allen. 🙂 Ich muss sagen, dass ich mich wirklich wohlgefühlt habe. Kein einziges Lächeln ist gestellt, kein Blick eine Lüge. Vielleicht werden sich einige denken, warum ich mich nur im Pullover vor die Kamera setze. Was ich damit beweisen will? Ich bin jemand, der früher so viel Kleidung wie möglich getragen hat. Niemand sollte auch nur ein Stückchen zu viel Haut sehen. Sie könnten ja denken, ich sei dick oder ekelhaft. Deshalb sind diese Fotos so wichtig für mich. Ich habe mich nicht mehr versteckt. Und ich bin wahnsinnig stolz, dass ich diesen Schritt gegangen bin.

10 Tipps für mehr Selbstliebe

Hello Beautiful | Mit diesem Punkt habe ich schon früher begonnen. Ich habe anderen einfach Komplimente gemacht, wenn es mir in den Sinn kam. Manche Reaktionen waren ziemlich abweisend. Wenn man ein Mädchen im Club auf ihr tolles Kleid anspricht, glaubt sie schnell, man wäre eine Lesbe und wolle sie verführen. Aber Freundlichkeit hat immer einen Platz. Und manche Leute freuen sich wirklich von Herzen über nette Worte oder eine liebe Umarmung. Man sollte sich dabei aber nicht selbst vergessen. Macht euch jeden Tag mindestens ein Kompliment. Sei es zu eurem Outfit oder die Art, wie ihr eure Haare frisiert habt. Beglückwünscht euch dazu, schreibt euch diese Komplimente auf und lest sie euch durch, wenn ihr Zweifel habt.

Mirror, mirror on the wall | Es hat mich fast zehn Minuten gekostet, bis ich mir selbst in die Augen sehen konnte und sagen: Ich liebe dich. Ich habe geweint, so bitterlich, als wäre ein Teil von mir gestorben. Ich habe mich lange nur angestarrt, brachte die Worte nicht über meine Lippen. Aber wir sind es wert, geliebt zu werden. Zu allererst von uns selbst. Diese Übung habe ich durch meinen Happiness-Coach Bianca gelernt: Vor den Spiegel stellen, sich selbst in die Augen sehen und sagen: Ich liebe dich! Am Anfang ist es vielleicht nicht einfach. Aber egal ob für eine oder fünf Minuten, es tut einfach Wunder.

The Happy List | Ähnlich wie Punkt eins gilt es auch hier, den Fokus neu auszurichten und sich den schönen Dingen des Lebens zuzuwenden. Setzt euch am Abend zur Seite, lasst den Tag seine Kreise ziehen und denkt an fünf gute Dinge, die euch besonders im Gedächtnis geblieben sind. Es gibt kein richtig oder falsch. Meine Liste bestand einmal aus: Chips, The Flash und mein Kissen. 😀 Hauptsache ihr widmet euch positiven Gedanken und haltet sie fest.

Change for the Better | Viele würden an dieser Stelle laut aufschreien und mich der Ketzerei bezichtigen. Wenn ich mich doch selbst lieben soll, wie ich bin, warum sollte ich etwas an mir ändern? Dieser Gedanke ist auch gar nicht so verkehrt. Es geht aber nicht darum, abzunehmen oder sich irgendwie zu verbiegen. Verändert eure Sichtweise. Ich z.B.: habe in letzter Zeit häufig Bauchkrämpfe, was sicher Ursache meiner durchwachsenen Ernährung ist. Also möchte ich mein Essensverhalten ändern. Nicht, um Kilos zu verlieren, sondern meinen Körper gesund und fit zu halten. Es kommt immer darauf an, wie man die Dinge betrachtet. Also werdet euch bewusst, was euch schadet, was ihr ändern solltet, um gesund und glücklich sein zu können.

Comparing = Losing | Ich bin selbst ein willkommenes Opfer dieses Verhaltens. Wir neigen dazu, uns grundsätzlich mit anderen zu vergleichen. Wir betrachten andere als hübscher und hassen sie dafür. Ich habe sogar schon Freundschaften dadurch zerstört, weil ich unsicher und eifersüchtig war. Man fühlt sich wie ein schrecklicher Mensch, weil man anderen nichts wirklich gönnt. Wer sich vergleicht, verliert. Denn mir ist noch nie jemand begegnet, der sich auf positive Weise mit anderen verglichen hat. Es gibt so viele Persönlichkeiten auf dieser Welt. Ihr müsst nicht aussehen, wie ein Model, um Lachen zu können. Ihr braucht nicht den Erfolg einer anderen Bloggerin, um im Leben erfolgreich zu sein. Ihr geht euren eigenen Weg, erreicht Meilensteine in eurem Tempo. Da ist es egal, was andere machen.

Die anderen 5 Tipps findet ihr auf Kerstins Blog.



Ich habe dieses kleine Projekt zusammen mit Kerstin von Miss Getaway auf die Beine gestellt, einer meiner liebsten Bloggerinnen. Als ich die Idee hatte, schien sie mir als Partner in Crime einfach perfekt. Kerstin ist ein ehrlicher und liebenswerter Mensch, und alles andere als perfekt. Sie steht zu ihren Fehlern, gesteht uns Schwächen und beschönigt nichts. Wenn sie sich unwohl fühlt, teilt sie das auch mit uns. Die Entscheidung, wen ich ins Boot holen möchte, war also schnell getroffen. Und zu meiner überschwänglichen Freude, hat sie dann auch tatsächlich zugestimmt

Ihr seid wundervoll. Jeder einzelne von euch. Lasst euch von niemandem etwas anderes einreden. Es ist schnuppe, ob ihr lange oder kurze Haare habt, breite Hüften oder eine kleine Oberweite. Letztendlich zählt, was ihr aus euch selbst und dem Leben, das ihr geschenkt bekommen habt, macht. You can do this! Just be yourself & wear it with pride!

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14 Comments

  1. 5. März 2017 / 11:02

    Ein wirklich toller Beitrag, liebe Kat! 😘
    Auch ich beschäftige mich seit Jahren, mich zu lieben und akzeptieren, wer ich bin. Aber hey, nobody is perfect! 💕
    Mach weiter so!
    LG 🙂

    • 6. März 2017 / 13:43

      Dankeschön liebe Menna. Das freut mich sehr. <3

  2. Sabine
    5. März 2017 / 13:58

    Toller Beitrag 😍 und deine Tipps werde ich sicherlich zur Anwendung bringen, da dass mit der Selbstliebe nicht leicht ist.
    Jemand schrieb mir mal einen Satz auf, „Ich liebe mich bedingungslos, ich mag mich gerne“, und bat mich diesen Satz vorzulesen. Als ich das tat brach auch ich in Tränen aus und konnte mich nicht mehr halten. Es waren keine Freudentränen sondern eher die Frage warum ich mir diesen Selbsthass antat und mich nicht akzeptieren kann.
    Es gibt genug Jungs und Mädchen und Frauen und Männer die unter diesem Thema leiden und aus diesem Teufelskreis nicht rauskommen. Darum Hut ab für diesen wundervollen Beitrag und dir.

    Hoffe wir sehn uns mal wieder

    Sabine P.

    • 6. März 2017 / 13:44

      Danke Sabine, das hört man von Herzen gerne. <3
      Oh das hört sich unglaublich traurig an, aber ich kenne das Gefühl. Du schaffst das, meine Liebe. Ich glaube fest an dich!
      <3

  3. 5. März 2017 / 18:26

    Wow, dein Beitrag ist super berührend und inspirierend! Ich fühle so mit dir! Danke für diese tollen Worte 🙂 Liebe Grüße, Janina

    • 6. März 2017 / 13:45

      Dankeschön Janina. 🙂
      Das freut mich zu hören. Danke für dein liebes Kommentar. <3

    • 6. März 2017 / 13:45

      Dankeschön Katy. 🙂 Ja, finde ich auch. <3

  4. 6. März 2017 / 14:37

    Hallo liebe Kat.
    Diesen Blogbeitrag finde ich echt magisch, inspirierend und spricht mich total an. Denn ich kenne es nur zu gut, sich selbst nicht zu lieben.
    Und die Tipps werde ich mir eindeutig noch irgendwo notieren, sobald mein Prüfungsstress vorbei ist. Hab ja leider am Freitag schon wieder eine Prüfung.
    Liebe Grüße,
    Carina.

    • 17. März 2017 / 7:38

      Vielen Dank, meine Liebe. Das freut mich natürlich sehr 🙂
      Drücke dir die Daumen, dass alles klappt. <3

  5. 6. März 2017 / 17:58

    Du hast an ungefähr derselben Stelle wie ich eine Narbe am Knie. 😉 Meine sitzt nur etwas tiefer.
    Und ich steh‘ wahnsinnig auf deine Augenfarbe! *-*

    • 17. März 2017 / 7:39

      Hihi, was für ein Zufall 🙂
      Dankeschön <3

  6. 6. März 2017 / 19:49

    Oh, was ein schöner Beitrag und es spricht mit Sicherheit 99.99999999% aller Leser an. Ich kann alles so gut nachvollziehen und ich kann mir den einen oder anderen Tipp noch zu Herzen nehmen. 🙂

    ganz ganz liebe Grüße 🙂

    • 17. März 2017 / 7:39

      Vielen Dank Lisa. 🙂
      Oh ja, das hoffe ich natürlich. Freut mich, wenn der Beitrag Anklang findet.

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