Maybe tomorrow

Maybe tomorrow

Mit leerem Kopf und kreisenden Gedanken sitze ich auf dem Stuhl, starre den Bildschirm an und lösche den letzten Satz. Die einzige Zeile, die ich an diesem Tag geschrieben habe und doch muss sie der Korrekturtaste weichen. Es ist Mist, schlicht ausgedrückt. Bisher haben meine Finger nichts Brauchbares zustande gebracht, Worte liegen mir auf der Zunge aber ich kann sie nicht ordnen. Es ist Tage her und ich wollte endlich wieder einen Beitrag online stellen können. Doch die Schreiberkrankheit Nr. 1 hat mich eingeholt. Ihre scharfen Krallen in mein Fleisch getrieben und mich verwirrt und ahnungslos zurückgelassen. Denn das ist der springende Punkt: Ich weiß nicht, worüber ich schreiben könnte. Die Liste möglicher Themen ist endlos aber nichts davon sagt mir zu. Stattdessen lacht ein Teil von mir die kläglichen Versuche aus, die ich unternehme, um mir Beiträge aus dem Kreuz zu leiern. Natürlich funktioniert es nicht. Es wäre zu einfach gewesen und das Ergebnis wäre einer Schande für die Schreibwelt gleichgekommen. Sinnlos abgeklopfte Sätze machen keinen guten Text. Aber vielleicht die Trostlosigkeit über meinen derzeitigen Zustand: Schreibblockade, niemand hat dich vermisst. Und trotzdem bist du da. Wie kommt das?

Es ist mir ein Rätsel, wie ich innerhalb einer Woche sieben Beiträge schreiben konnte und plötzlich keinen einzigen. Was ist mit mir passiert? Habe ich meine Motivation verloren oder hat sich die altbekannte Muse einen anderen Geschäftspartner gesucht? Aber eigentlich ist die Antwort simpel und schmerzt mich mehr, als jede Lüge. Ich bin ausgelaugt. Jeden Tag Texte für Instagram, Beiträge abtippen, Geschichten erfinden und an meinem Buch arbeiten. Wie ich einmal mit dem Schreiben mein Geld verdienen will, ist mir gerade unbegreiflich und erscheint mir ein Theaterstück ohne Happy End. Mein Fokus ist verrutscht, ich versinke gerade über Gedanken an mein Äußeres und die Tücken des Alltags. Heute startet mein Maturakurs (Abitur) in Deutsch und meinen zarten Schultern wird das Gewicht von Veränderung einfach zu schwer. Es heißt wieder lernen, zur Schule gehen und endlich für einen anderen Berufsweg offen zu sein. Ich trete in ein neues Leben hinaus, die Pläne sind geschmiedet und warten bereits auf mich. Jetzt muss ich aufholen und die Zeit hinter mir lassen. Mein Youtube-Channel soll auch weiter wachsen können, doch Videos beanspruchen Zeit.

Der Kurzschluss in meinem Kopf hat gewonnen, ich bin so müde und kann nur noch an all die Aufgaben denken, die mir das Leben noch stellen wird. Das Bloggen soll Spaß machen und keine Bürde darstellen. Es gibt Phasen, wo man einfach nichts zu sagen hat oder schlichtweg nicht möchte. Diese Phase habe ich gerade erreicht und hoffe, dass ich sie nach dem heutigen Abend voller neuer Erkenntnisse wieder hinter mir lassen kann. Manchmal wissen die Finger bereits, was der Kopf noch zu leugnen versucht. Ich mag gerade einfach nicht. Und wisst ihr was? Das ist auch vollkommen okay. Natürlich stresst es mich, nicht schreiben zu können, keine Lust auf neue Themen zu haben. Aber es wird vorübergehen. Und dann verlassen wieder Beiträge meine Feder, flimmern über den Bildschirm und denken an die lächerliche Blockade zurück, die ich hatte. Schreiben gehört zu mir, wie die Luft in meinen Lungen. Ich will es für den Rest meines Lebens machen und irgendwann davon leben können. Gerade ruht einfach ein holpriger Abschnitt meines Weges zu meinen Füßen. Aber wie alle Unebenheiten, werde ich auch diese einmal glätten können.  Today is just not the right time. Maybe tomorrow.

Eure Kat.

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12 Kommentare

  1. 12. September 2016 / 17:30

    Liebe Kathrin,

    das Problem kenne ich! Du hast es so schön beschrieben! Manchmal macht es einem echt Angst… Ich starre dann mal weiter auf mein leeres Word-Dokument! 🙂

    Liebe Grüße
    Anna

    • 13. September 2016 / 8:17

      Hallo meine Liebe 🙂

      Ja das ist ein grausiges Gefühle. Aber vielen Dank, freut mich, wenn dir der Text gefallen hat.
      ich drücke dir ganz fest die Daumen. 🙂

      Love, Kat

  2. 12. September 2016 / 17:39

    Hi liebe Kat, das kenn ich auch soooo gut! 🙂 Einfach mal den Laptop zuklappen und den Blog Blog sein lassen – klappt bei mir meistens ganz gut. Und: Auch mal mit 80% zufrieden sein. Den meisten fällt es nicht auf und es hilft beim Lösen der Blockade! 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Miriam
    http://www.enemenemimi.com

    • 13. September 2016 / 8:18

      Hallo liebe Miriam. 🙂
      Ich bin mit meinem Leiden nicht allein, wie schön. 🙂
      Ja das sollte ich wirklich öfter tun. Bisschen Digital Detox täte mir sicher gut.
      Danke für die lieben Worte.

      Love, Kat

  3. 12. September 2016 / 20:27

    Also dafür dass du gerade eine Schreibblockkade hast, finde ich diesen Post einfach nur beeindruckend. Ich schaffe dann höchstens drei Sätze mit belanglosen “Ich weiß nicht was ich schreiben soll und es passiert gerade nichts.” plus drei schlechte Fotos.
    Wundervoll hast du aber das Problem in Worte gefasst – und ich drücke die Daumen, dass vielleicht auch einfach eine Mini-Pause vom Bloggen das Problem lösen kann.

    Für das Abitur drücke ich die Daumen! Du schaffst das sicher alles 🙂

    Liebe Grüße

    • 13. September 2016 / 8:19

      Vielen Dank. 😀 Muss zugeben, dass ich selbst überrascht war, wie viel man über die eigene Schreibblockade
      schreiben kann. 😉 Es ist schön, diese lieben Worte zu lesen. Freut mích, wenn dir der Post gefällt.
      Die Pause ist hoffentlich nur von kurzer Dauer. 🙂

      Daaankeschön!!! <3
      Love, Kat

  4. 13. September 2016 / 5:09

    Entspann dich und mach einfach eine Pause davon. Selbst Autorin brauchen manchmal einen Tapetenwechsel oder eine kleine Auszeit. Es kst schier unmöglich, immer 100% alles geben zu können. 🙂 Selbst ich als Mediengestalterin kann nicht immer ein Design herbeizaubern. Aber das muss auch nicht sein. Ich glaube, wenn du dir etwas unterschwelligen Druck nimmst, klappt es wieder besser. 🙂

    Solche Phasen kann man übrigens wunderbar mit Gastbeiträgen von anderen füllen. Du selbst tankst deine erschöpfte Quelle wieder auf und deine Leser haben trotzdem was zu lesen.

    Oder als kleinen Tipp: Nicht alles Pulver sofort verschießen. Bring Rituale mit rein, eine Struktur und lass auch mal Tage verstreichen, an denen vielleicht mal keine Blogeinträge kommen. Oder mach bei Blogparaden mit, bei Sonntagsfragen, beim Show it Friday oder anderen Aktionen von Bloggern. 🙂 Das kann oft auch helfen.

    Ich hoffe, ich konnte dir zumindest ein bisschen helfen.
    Achja, mein Tipp zum Entspannen bei einer Schreibblockade: ein gutes Buch, Kerzenschein und ein bisschen was zu Naschen. Oder ein heißes Bad. Oder entspannende Musik und dabei träumen.
    Waldspaziergänge sollen übrigens die Kreativität fördern. 🙂

    Ich wünsche dir viel Erfolg. 🙂

    • 13. September 2016 / 8:20

      Danke meine Liebe vor die tollen Tipps. 🙂
      Da ist sicher der eine oder andere Lebensretter dabei, den ich gerne ausprobiere.
      Vor allem die Aktionen hören sich nach einer interessanten Sache an. Muss ich mal
      wühlen. 🙂

      Love, Kat

  5. 13. September 2016 / 10:54

    Hey Kat,

    das Gefühl kenne ich nur zu gut .. bei mir ist zu viel Entspannung ähnlich schlecht wie zu viel Stress.
    Dann kann ich einfach nicht sagen, was ich sagen will und schreiben erst recht nicht. In mir schreit dann alles nach Veränderung. Zum Glück gehen diese Phasen auch vorbei 🙂
    Viel Erfolg beim Deutschkurs 🙂

    Liebe Grüße, Dunja

    • 14. September 2016 / 8:00

      Hallo liebe Dunja. 🙂

      Ja manchmal wehrt sich das Schreiben gegen einen selbst. Wann meine Phase wirklich vorbei ist, weiß ich
      leider nicht. Aber hoffentlich asap. 🙂

      Love, Kat

  6. 27. September 2016 / 10:12

    Hallo liebe Kat,

    ein schöner Artikel. Ich glaube so geht es vielen Bloggern ab und zu, mach dir keinen Kopf. Manchmal muss man die Gedanken einfach schweifen lassen und das Thema ruhen lassen. Du hast aber einen wirklich schönen Schreibstil! Und dein Blogdesign ist wirklich hübsch. Hab auch schon ein paar andere Beiträge gespottet, die ich mir später unbedingt noch durchlesen muss. Dein Blog kommt jetzt auf meine Merkliste. 🙂

    Liebe Grüße,
    Maj-Britt

    http://www.dailymaybe.de

    • 27. September 2016 / 19:52

      Hallo liebe Maj-Britt. 🙂

      Vielen Dank für die lieben Worte. Ja da kann ich dir nur zustimmen.
      Freut mich, wenn du dich auf meinem Blog wohlfühlst.

      Love, Kat

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