How to be thankful – Danke

How to be thankful – Danke

Der Zug verlässt pfeifend den Bahnhof. Ich stehe zwischen all den Koffern und Menschen, die sich fluchend an mir vorbeidrängen. Trotzdem bewege ich mich keinen Zentimeter. Denn in diesem Moment wird mir bewusst, wie einsam ich mich unter all den farblosen, verzerrten Gesichtern fühle. Niemand lächelt, niemand fragt mich höflich ob ich doch zur Seite gehen könnte. Es gibt nur das wütende Gemurmel und meine brennenden Augen. Wann haben die Menschen aufgehört Mensch zu sein? Wann wurden Gefühle zu Ersatzteilen? Der Bahnsteig leert sich, meine kalte Hand umklammert den Griff der Reisetasche. Endlich löse ich mich aus meiner Starre, steige die Rolltreppe hinunter und mache mich auf dem Weg zum Parkplatz. Das Gewicht meines Gepäcks zieht mich nach unten, dadurch kommen mir meine Schritte bleiern und langsam vor. Steile Stufen trennen mich noch von meinem Auto. Ich bezwinge sie alle, fühle mich kurz wie ein Superheld, bis mich ein gequältes Schnaufen aus meinen Gedanken holt. Ein alter Mann muht sich mit einem Koffer die Treppe zu mir hinauf. Ich zögere nicht. Nicht, weil ich ein ach so wundervoller Gutmensch bin. Sondern weil ich mir in einer solchen Situation ebenfalls Hilfe wünschen würde. Ich gehe auf ihn zu, lächle vorsichtig und frage: „Kann ich Ihnen helfen?“ „Oh, Danke. Das wäre wunderbar.“ Zusammen schleppen wir das Monstrum nach oben, Schweißperlen glänzen auf der Stirn des Mannes. „Vielen lieben Dank! Das war wirklich sehr nett von dir.“ In seinen Augen kann ich Erschöpfung und Ehrlichkeit lesen. Wie viele Menschen sind wohl bereits an ihm vorbeigelaufen? Haben Probleme in ihr Handy gebrüllt und den alten Mann komplett übersehen. Wie oft wollte er wohl schon Danke sagen, obwohl niemand geholfen hat? Denn genauso wirkt er auf mich: Als hätte er nur darauf gewartet sich bedanken zu können. Und wir profitieren beide davon. Er konnte endlich das Wort auf seiner Seele loswerden und ich habe das erste Danke seit Stunden gehört.

Ich halte Türen auf und werde trotzdem keines Blickes gewürdigt. Ich suche stundenlang nach dem perfekten Geschenk und bekomme dafür nur ein klägliches Lächeln. In diesem Beitrag möchte ich mich selbst und andere daran erinnern, wie wichtig es ist, dankbar zu sein, da das Thema sehr aktuell ist. Dankbar für das Leben, für die Menschen, die wir lieben. Heutzutage gibt es kaum noch etwas umsonst. Für Leistungen müssen wir bezahlen, ob mit Geld oder einer anderen Währung. Dankbarkeit rückt in den Hintergrund, weil wir selbst nie zufrieden sind und immer noch mehr wollen. Und dann, in besonderen Momenten, merkt man erst, was man alles hat. Man sieht die kleinen Dinge, freut sich über jedes einzelne Like, jeden Follower und jedes Kompliment. Es heißt nicht mehr: Die hat ja total viele Follower. Sondern: Super, wieder jemand, dem mein Account gefällt. Glücksein ist oft nicht einfach. Ich selbst bin da ein trauriges Beispiel. Kennt ihr diesen Satz, der mit „Wenn“ beginnt? Wenn ich das geschafft habe, bin ich endlich zufrieden. Wenn ich drei Kilo abnehme, fühle ich mich endlich wohl. Aber dieses hinterhältige Wenn hat gar nicht vor uns etwas Gutes zu tun. Es setzt nur einen Stein, der dann zum nächsten Stein führt. Wenn ich drei Kilo abnehme werde ich das nächste Problemchen finden, das mich nervt. Warum bin ich nicht dafür dankbar, dass ich bereits zwei Kilo verloren habe?

In diesem Beitrag möchte ich einigen Menschen danken, weil es mir wichtig ist. Ich danke meiner Familie und allen, die sich die Mühe machen, meinen Blog zu lesen. Meinen Freunden und all den lieben Leuten, die ich durch Facebook oder Instagram kennengelernt habe. Ein besonderer Dank geht auch an eine Frau, die mir mit einem einzigen Post so viel gegeben hat, wie ich es selbst kaum fassen kann. Diana, du hast mir gestern ein Lächeln geschenkt. Es ist nicht selbstverständlich, dass jemand, den man eigentlich kaum kennt, so wundervolle Worte schreibt.  Aber das, was du für mich getan hast, hatte mehr Bedeutung als du vielleicht ahnst. Ich bin von Selbstzweifel zerfressen, hinterfrage jeden meiner Schritte und gehe die meiste Zeit im Kreis. Als ich dann deine Wort und dein Lob gelesen habe, war ich gerührt und überwältigt. Einfach, weil es nicht selbstverständlich ist! Vielen Dank! Ich bin für so viele Dinge endlich dankbar. Ich danke der Sonne, die sich heute wieder blicken lässt. Meiner neuen Kamera, weil sie so tolle Fotos macht. Meinem alten Auto, weil es immer noch fährt. Ich danke meinen Eltern, die mich immer unterstützen und mich lieb haben, auch wenn ich mal wieder eine zickige Dramaqueen bin. Meiner Schwester, weil sie es trotz allen Problemen in demselben Haus mit mir aushält. Meinem Freund, weil er mich seit drei Jahren mit allen Ecken und Kanten liebt und selbst den Drachen in mir kennt. Den Zeilenspringern und all den lieben Leuten, die meine Seite liken. Ich danke jedem von euch, der diese Zeilen liest. Denn ihr seid einer der Gründe, warum ich so gerne schreibe.

Danke! Ihr seid wunderbar!

Eure Kat

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2 Kommentare

  1. 3. Mai 2016 / 22:40

    Toll.. ❤
    Sehr schön geschrieben.. Ich muss es teilen!

    LG Nicci

    • 4. Mai 2016 / 6:25

      Dankesehr, liebe Nicci. 🙂

      Das freut mich wirklich! Immer schön, wenn die Beitrag so gern gelesen werden.
      Und dann sogar geteilt! *___*
      Daaaanke! <3

      LG Kat

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