Wörthersee: My Weekend Getaway

Wörthersee: My Weekend Getaway
DEENG
Ich musste mal raus, weg von den Strapazen der letzten Monate. Es war ein Spießrutenlauf, die Hungerspiele 2017 und ich konnte kaum noch atmen. Mein Leben glich einer Parodie und an manchen Tagen wuchs mir alles über den Kopf. In den freien Minuten lernen, ohne zu wissen, ob es etwas bringen würde. Die Zeit brach aus der Sanduhr und lief mir über die Hände. Wie sollte ich das alles überstehen? Ich hatte kein Leben mehr, zumindest nicht so, wie ich es kannte. Der Blog verschwand hinter Lerntiraden und Formeln. Und dann kam der Tag der Abrechnung. Mir war klar: Egal, wie das Ergebnis lauten mag, am nächsten Tag fahren wir weg. Einfach weg. Tatsächlich und entgegen so vieler Erwartungen, auch meiner eigenen, habe ich die Prüfung geschafft und mein inneres Versprechen eingehalten. Denn Samstagmorgen brachen Fabs und ich zum Wörthersee auf. Für das erste lernfreie Wochenende seit Monaten.

Samstag | Tag 1 Wörthersee

Wir saßen seit zwei Stunden im Auto. Laut Navi sollten wir das Ziel bereits vor Augen haben, doch die Aufbruchsstimmung in ganz Österreich verursachte einen Stau auf den Autobahnen. Fünf Stunden statt den versprochenen 2,5 brauchten wir letztendlich und waren froh, als das Hotel Seepark endlich in Sicht kam. Eine Symphonie aus Eleganz und Moderne spielte sich durch die Lobby und wir konnte es kaum erwarten, unser Zimmer zu beziehen. Zuvor ging es aber noch zum Wörthersee, um die strapaziöse Fahrt von unserer Haut abzuwaschen.

Das kühle Wasser hielt uns nicht lange und auch der aufstrebende Wind zwang uns letztendlich wieder ins Hotel zurück. Unser Zimmer hatte sich ebenfalls dazu entschlossen, uns endlich zu empfangen. Glücklicherweise wurde das Warten belohnt. Das Abendessen, von dem es schändlicher Weise keine Fotos gibt (von wegen Blogger und so), läutete einen ruhig Abend mit gutem Essen ein. Auch wenn mir beim Anblick des Bestecks leicht mulmig wurde und ich mit zitternder Stimme fragte: Wo fängt man da jetzt mit dem Essen an? Ist der Finger oben, wird man dich loben, wurde zu meinem Leitfaden und ich ermahnte mich ständig selbst, wie eine Prinzessin zu speisen. Fabs sah das anders und ich erntete einige belustigte Blicke. Das Landei in einem Nobelrestaurant, immer wieder spannend. 😀

Sonntag | Tag 2 Wörthersee

Frühstück im Hotelzimmer. Ein verwöhntes Träumchen, dass ich seit meinen Instagramanfängen immer wieder aufleben lasse. Dieses Mal wurde es mir erfüllt. Das Klopfen an der Tür, der Speisewagen wurde herein geschoben und ich roch bereits das frische Gebäck im Korb. Unsere Faulheit das Zimmer zu verlassen, würde mir Frühstück im Bett belohnt. Wir hätten es schlimmer treffen können.

Mir klebte der Schweiß im Rücken. Mit jedem Schritt drohten meine Beine zu kapitulieren, trotzdem kämpften wir uns weiter tapfer durch die Hitze. Ein Grund, warum wir uns überhaupt für Klagenfurt als Reiseziel entschieden hatten, war das Minimundus. Wo detailgetreue Nachbeuten von bekannten Baukunstwerken aus aller Welt ihren Platz gefunden haben. Als kindlicher Schatten hing es immer noch in Fabs Gedanken fest und er wollte wieder einmal die kleinen Wunder einer großen Welt sehen. Plötzlich stand der Eiffelturm neben dem Tower of London. Wir gingen an Österreich vorbei und waren mit dem nächsten Schritt in China. Mein persönlicher Favorit war der schiefe Turm von Pisa, den ich ganz nach Touristenmanier zu stemmen versuchte. #strongashell

Der restliche Tag war leider verregnet und Blitze zuckten über den Himmel. Perfektes Wetter für ein paar Bahnen im hauseigenen Pool und meine erste professionelle Massage. Die Kamera blieb immer öfter im Zimmer und die meisten Momente habe ich im Kopf und nicht digital.

Montag | Tag 3 Wörthersee

Der Tag der Abreise. Irgendwann, egal wie lange der Urlaub ist, geht es wieder nach Hause. Dagegen kann man herzlich wenig machen, außer selbst die letzten Stunden noch zu genießen. Erneut ließen wir uns das Frühstück ans Bett bringen. Mit der morgendlichen Sonne, die durch das Fenster brach und einem Obstsalat ließen sich gut die ersten wachen Momente verbringen. Wir checkten aus, überließen die Koffer der Gnade einiger freundlicher Hotelangestellten und gingen ein letztes Mal spazieren. Plötzlich erlebt man dutzende letzte Male. Zumindest für den Moment. Das letzte Mal über die Brücke gehen, die uns plötzlich nicht mehr fremd ist. Das letzte Mal dem Wörthersee beim Schwimmen zusehen. Wir gingen am Spielplatz vorbei, nicht ohne selbst wie Kinder durch die Gegend zu schwingen. Wir lachten, weil alles egal war. Wer uns sah, was sie dachten. Ich drehte mich im Kreis und mein Handy musste beinahe daran glauben. Dann saßen wir auf dem Steg eines Freibads, das seine Pforten trotz grauem Himmel geöffnet hatte. Kaum eine Seele war zu bemerken und wir sahen einfach nur auf das ruhende Wasser zu unseren Füßen. Ein perfekter Abschluss unserer Weekend Getaways.

Ein Wochenende, zwei Tage und ein halber, hören sich nicht viel an. Doch manchmal reicht es, um den Alltag, die schwierige Zeit, die man hinter sich hat, zu vergessen. Seit einer gefühlten Ewigkeit habe ich mich nicht mehr so frei gefühlt. Denn seit langem konnte ich endlich wieder atmen.

I wanted to leave everything behind. All those difficulties I had to face the past months. The Hunger Games 2017, that’s how it felt to me. Sometimes I wasn’t even able to breathe properly. My life seemed like an unfunny joke and on some days I felt like drowning. Studying harder than ever and no clue if I would make it out alive. Time broke out of the hourglass and ran through my fingers. How should I survive this? I had no life anymore, not the life I used to know. The blog shifted out of view and studying and formulas became my second nature. Then the day of results finally came and I knew for sure: Not matter what the outcome would be, I would leave for a few days. I needed to. And besides my own stupid doubts I did it and passed the exam I was so afraid of. Like I promised my inner self we left the next day. Saturday morning Fabs and I drove to Carinthia. For the first weekend of not giving a fuck about exams.

Saturday | Day 1 Wörthersee

We sat in the car for two hours. The satnav told us to be patient because our destination should be right around the corner. But no such luck. Whole Austria went on vacation and the streets where packed with cars. Five hours instead of 2,5 like promised. You can’t believe how happy we were to see our hotel for the first time. A symphony of elegance and modern chic waited in the lobby and we were excited to see our room at last. But the Wörthersee got in the way and we washed away the rough journey we had.

The icy water and the upcoming wind forced us to leave early and we were finally able to see our room. We did our waiting and it was rewarded with a wonderful room and an amazing view. Dinner was filled with nice conversations and great food. Besides my life as a blogger I didn’t photograph any of it, shame on me. When I first saw the cutlery I was kind of nervous and asked with a shaky voice: Where do I even start here? But I managed to get through dinner without embarrassing myself. I behaved somehow like a princess, or at least tried to do so. Fabs, however, thought it was quite funny and got amused every time I raised my little finger in the air while drinking. A country bumpkin like me in a classy restaurant is always exciting. 😀

Sunday | Day 2 Wörthersee

Hotel room breakfast service. A spoiled dream of mine that I have since I use Instagram. And finally it got satisfied. A knock on the door and seconds later a trolley rolled in. I smelled the fresh bread immediately. Our own laziness got rewarded with breakfast in bed. It could have been worse.

Sweat rolled down my spine and my legs wanted to surrender with every step I made. But I kept on fighting the heat, brave as a lion. Well, almost. A main reason why we chose Klagenfurt as our travel destination was the Minimundus. A place where detailed figures of well-known buildings from all over the world are located. A shadow from the past reminded Fabs of the last time he had been here and he wanted to show me this little world. Suddenly the Eiffel tower stood right next to the Tower of London. We walked through Austria and found ourselves in China. My personal favourite was the Leaning Tower of Pisa which I tried to mortice like good old tourists do. #strongashell

It started to rain right after we got back to the hotel. Lighting twitched over a darkblue sky and we passed the time with swimming in the hotel pool and getting professional massages. The camera stayed in our room for most of the time. That’s why I have many memories saved in my head and not as pictures.

Monday | Day 3 Wörthersee

The day of leaving arrived sooner than expected. No matter how long your holiday may be, one day you have to drive back home. There is nothing you can do about it, really. Just enjoy the remaining time. Once again we got breakfast in bed. The morning sun breaking through the milky glass and the fruit salad in front of me where a perfect way to start the day. #rhymingatitsbest We checked out and left our suitcases with the friendly hotel staff. It was the last walk in Carinthia. And suddenly you experience a dozen last times. At least for a moment. The last time you cross that bridge you got to know. The last time you see the Wöthersee swimming on its own.  We walked past a playground and felt like kids again. We laughed and didn’t care if someone was looking or judging us. I twirled until I got sick and my mobile phone almost died in the progress. And then we just sat on the wooden boardwalk and watched the water of the lake pass us. Barely a soul got in our way and we got quite for those precious last moments. The perfect end for a wonderful vacation.

A weekend, two and a half days, may not sound like much. But sometimes it’s enough to escape reality. To leave the daily routine behind. I forgot the difficult time I had to live through. And it’s been quite a long time since I felt that free. I was able to breathe again.

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8 Kommentare

  1. 14. Juni 2017 / 10:54

    Das sieht aus pure Entspannung! Sehr schöne Bilder auch 🙂

    • 28. Juni 2017 / 11:57

      Danke Jana. Ja, es war wundervoll 🙂

  2. 14. Juni 2017 / 14:59

    Ich glaubs dir, bei uns ist es auch grad so stressig und vor zwei Wochen sind wir dann auch einfach abgehauen nach Italien und wieder entspannt zurückgekommen 🙂

    LG Danie

  3. 15. Juni 2017 / 13:33

    so ein schöner Beitrag geworden! Klagenfurt gehört auch noch zu meinen Reisezielen in den nächsten Jahren!
    Nadine ♥︎
    (www.lnrnadine.com)

    • 28. Juni 2017 / 11:56

      Danke Goldstück. Freut mich 🙂

  4. 17. Juni 2017 / 0:38

    Liebe Kat,

    manchmal braucht man das auch, einfach raus, das kenne ich :-). Ich bin auch erst vor Kurzem ganz spontan in ein Mittelalterhotel in der Nähe gefahren, gar nicht weit weg von daheim, einfach um mal auszuspannen un dmir etwas zu gönnen.

    Das Frühstück im Zimmer sieht übrigens super aus, ich bin ja ein großer Frühstücks-Fan.

    Besonders toll finde ich ja, dass Du die meisten Momente im Kopf hast und nicht in der Kamera. Ich finde das ganz wunderbar. Ich mache zwar unterwegs auch viele Fotos, aber es ist auch mal schön, einige Augenblicke ganz für sich zu erleben, ungefiltert, nicht nur durch eine Linse.

    Schön, dass Du nach Deiner kleinen Auszeit wieder atmen konntest, dann hat es sich gelohnt!

    Liebe Grüße

    Claudia

    • 28. Juni 2017 / 11:54

      Ganz genau, du sagst es. 🙂 Hört sich richtig toll an.
      Ja ich wollte nicht, wie immer, dauerfotografieren. 🙂

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