Travel Diary – Venedig [Part 2] + Video

Travel Diary – Venedig [Part 2] + Video

Meine eigene Unsicherheit stand mir mal wieder im Weg. In meinem Kopf berieten sich die Gedanken und machten alles nur noch schlimmer. Fragen über Fragen bekämpften sich gegenseitig und ließen mich komplett verwirrt zurück. Sollte ich der Stadt noch eine Chance geben? Immerhin waren wir an einigen Fehltritten selbst schuld. Doch auch die Tatsache, dass ich mein erstes FMA geplant hatte, ließ mich ängstlich werden. Was, wenn es nicht gut wird? Oder ich komplett versage und ein böses Kommentar nach dem anderen bekomme? Doch mein Atem holte mich irgendwann wieder ein und vertrieb mit ein paar sanften Zügen die Zweifel. Who cares? Es ist mein Video, meine Reise, mein Leben. Ich war nicht mehr das mollige, kleine Mädchen von früher, das sich ständig unterbuttern ließ. Ich konnte tun was ich wollte, weil es mir Spaß machte. Selbst wenn das Video Schrott werden würde, wäre es immer noch meins. Und darauf konnte ich wirklich stolz sein.  Venice, here we go again!

Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk schälte ich mich an Tag 2 in Venedig um 7Uhr aus dem Bett. Wir hatten viel vor. Denn bereits am Abend ging es wieder nach Hause. Nachdem Tag 1 etwas holprig begonnen hatte, war ich darauf bedacht, den zweiten Tag besser zu gestalten. Ich wusch mir die Haare, suchte mir ein Outfit raus und gönnte meinem Schätzchen noch ein paar verdiente Minuten Ruhe, bis ich, nervig wie immer, auf ihn drauf hüpfte und seine Träumerei schlagartig beendete. Tja, selbst schuld. Zum Frühstück gingen wir nur die Treppe hinunter, in einen wunderschönen Garten mit Efeu bewachsen und kleinen Tischen an der Wand. Zwischen all dem Grün und den zarten Blüten ließen sich die weichen Brötchen gleich noch besser genießen. Ich ergriff die Möglichkeit, meine neue Olympus Bag auszuführen und war über diese Eingebung mehr als froh, hatte die klobige Tasche von gestern eh nur gestört. Mit Kamera und gutem Willen bewaffnet schlenderten wir durch die Gassen, der Orientierungssinn war zu uns zurückgekehrt und wir verliefen uns weder auf dem Weg zur Rialto Brücke, noch als wir zum Markusplatz weiterzogen. Ein großer Triumph nach der gestrigen Verwirrung. Auf dem Platz herrschte bereits reges Treiben und wir knipsten fleißig Erinnerungen für das heimische Fotoalbum, aber auch für den Blog. Die Wolken am Himmel störten uns kein bisschen, im Gegenteil. Wir waren eher froh nicht wieder am lebendigen Leib geröstet zu werden. Hin und wieder blinzelte die Sonne durch, versengte uns die Schultern und verabschiedete sich dann grinsend wieder. Fabs spielte in meinem Auftrag Profifotograf und ich schmiss mich an jeder Ecke in Pose. Mal mehr, mal weniger gelungen. 😉 Hand in Hand gingen wir am Canal Grande entlang, nicht mal wir hätten uns da verlaufen können.

Wir entdeckten einen kleinen Park mit Sträuchern, Blumen und Bänken und bewunderten die vorbeifahrenden Schiffe und Gondeln. Nach einer gefühlten Ewigkeit änderten wir die Richtung, gingen all die gegangenen Schritte wieder zurück und führten den Weg weiter fort. Zufällig trafen wir eine nette Frau aus der Steiermark, die ein Foto von Fabs und mir auf einer Brücke machte. Selfies waren ja klasse, aber nichts ging über ein gemeinsames Foto, wo auch alle Gliedmaßen zu sehen waren. Die schwüle Luft tanzte auf unseren Armen, wir setzten uns auf steinerne Stufen und sahen dem Wasser beim Wandern zu. Ich kann sagen, dass der Canal Grande mit seiner glitzernden Oberfläche und den darauf taumelnden Gondeln wirklich mein Highlight war.

Auf dem Rückweg nach Rialto spielten uns die labyrinthähnlichen Wege wieder einen Streich und wir landeten bei einer Wasserbusstation fernab von unserem Ziel. Doch dieses Mal behielten wir unser Lachen, zuckten nur mit den Schultern und drehten um. Wir entdeckten Winkel von Venedig, die wir zuvor noch nicht gesehen hatten. Mittlerweile war es wieder um die Orientierung geschehen, das störte uns aber nicht weiter. Tag 2 war bereits jetzt deutlich lockerer als sein Vorgänger. Lag wohl an dem ausgeglichenen Schlafmangel oder der Tatsache, dass wir geduscht hatten. Who knows? Es folgte ein Kampf der Vorurteile und Zweifel, als wir darüber sprachen, ob wir uns trotz aller Klischees eine Fahrt in einer Gondel gönnen sollten. Mit einem stattlichen Preis von 80€ pro Fahrt überlegte man es sich lieber zwei Mal. Doch der Groschen war spätestens dann gefallen, als sich der Gedanke in unsere Köpfe schlich: So etwas werdet ihr vielleicht nie wieder machen können. Also war es amtlich und wir stiegen in das nächste Schaukelschiff ein. Es war zwar nicht ganz so romantisch wie in den Filmen und das melodische Lied für die Fahrt musste ich selbst trällern, aber es war eine tolle Erfahrung und unsere Gondoliere mochte uns scheinbar so gerne, dass er uns eine Extrarunde, jedoch zum selben Preis, spendierte. Um einige schöne Momente reicher ließ ich es mir später in alter Mädchenmanier, nicht nehmen, ein bisschen durch die Läden zu laufen und mir ein paar Souvenirs zu kaufen. Wobei das Wort Souvenirs hier für Kleidungsstücke steht. 😉 Hihi. Bei H&M (just tourist things) ergatterte ich zwei Teile und bei einem schönen italienischem Laden noch einmal zwei. Unter anderem einen roten Mantel, in dem ich mich wie eine moderne Version von Rotkäppchen fühlte. Bilder folgen, of course. Grundsätzlich war das Geschäft Nuna Lie wirklich etwas Besonderes. Wir wurden von den Verkäuferinnen herzlich begrüßt und wie VIPs behandelt. Fabs sagte, er fühle sich, als wäre er ein reicher Geschäftsmann. Die ausgesuchten Kleidungsstücke wurden in die Kabine gebracht und mit einem freundlichen Lächeln quittiert. Lief doch alles wie am Schnürchen. Als ich dann auch noch endlich einen von den Rücksäcken bekam, mit denen ich seit der Ankunft liebäugelte, war ich wunschlos glücklich. Nur der Hunger machte sich danach schließlich bemerkbar.

Mit dem Essen hatte ich bisher in Venedig kein Glück gehabt. Das sollte sich aber ändern. Denn gegenüber des H&M war ein kleines Café, das uns mit gemütlicher Atmosphäre und Preisen, die so gar nicht italienisch waren, lockte. Himmel, war ich froh, als die Spaghetti kein zermatschter Nudelhaufen waren. Es schmeckte wirklich gut und der Kellner war dermaßen höflich und freundlich, dass wir im prompt 7€ Trinkgeld daließen. Sein Lächeln daraufhin war unbezahlbar. Die Zeit rieselte uns allmählich durch die Finger. Bald ging es wieder nach Hause. Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir das Hotel und waren mächtig stolz auf uns. Keine ungeplanten Wanderungen, die in dunklen, unbewohnten Gassen endeten. Hurra! Wir schlüpften in bequemere und nicht verschwitzte Sachen, packen unsere sieben Zwetschken zusammen und der Fußmarsch ging von vorne los. Rialto Brücke, Wasserbus, vorbei an sämtlichen Haltestellen. Etwas wehmütig mussten wir uns eingestehen: Hätten wir mehr Zeit, wären wir wohl öfter mit dem Wasserbus in andere Viertel gefahren. Trotzdem waren wir uns einig, dass zwei Tage Kurztrip ausreichend waren, um einen Teil der Stadt kennenzulernen. In Tronchetto vertrieben wir uns die Wartezeit mit lesen, filmen und der Suche nach einem WIFI-Signal, da der werte Herr mal wieder auf Pokemonjagd gehen wollte. What else? Ein gigantisches Kreuzfahrtschiff bannte für einige Minuten unsere Aufmerksamkeit. Und als der Riese sich dann auch noch bewegte, waren wir komplett aus dem Häuschen. Gott weiß warum, wir fanden es ziemlich cool.

Die Fahrt nach Hause war wieder von schmerzenden Rücken und Kopfschmerzen gezeichnet und ich war froh, als wir in Linz ankamen. Trotz etwaiger Schwierigkeiten, nervigen Seufzern und kopflosem Herumgeirre, waren Fabs und ich uns einig: Es war wirklich toll. Eine schöne, günstige Reise mit ein paar Highlightmomenten und dem Gefühl, wieder mehr von der Welt gesehen zu haben. Außerdem war ich froh, ihn an meiner Seite zu wissen. Denn mit ihm konnte keine Reise den Bach runtergehen. Ist Venedig jetzt meine Lieblingsstadt? Nicht wirklich, auch wenn es wirklich wunderschöne Fleckchen dort gibt. Aber London bleibt einfach ungeschlagen. Würde ich euch Venedig empfehlen? Auf jeden Fall. Mit einem tollen Reisebegleiter an eurer Seite, einem Städteplan und etwas Geduld kann man in dieser Stadt wirklich schöne Erinnerungen sammeln. Ein paar Eindrücke habt ihr ja bereits dank der Bilder bekommen. Im passenden Video dazu findet ihr sogar noch mehr. Mein erstes FMA. Have fun. 🙂

Eure Kat.

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