Travel Diary Lissabon [Tag 1 & 2]

Travel Diary Lissabon [Tag 1 & 2]

Man möchte den lärmenden Störenfried, der einem die nächtliche Ruhe raubt, verfluchen und gleichzeitig ist man ihm dankbar für die Warnung. Der Wecker klingelte erbarmungslos, riss mir die Träume aus dem Kopf. Zum Glück hatte ich meine Sachen bereits am Vorabend gepackt, damit wäre ich jetzt hoffnungslos überfordert gewesen. Meine große Ehre war es, die Familie mitsamt Gepäck um 2Uhr morgens nach Wien zu kutschieren. Zwei Stunden Fahrt mit müden Augen und einer überdrehten Ader, die allmählich die Überhand gewann. Ich will euch nicht mit Flughafengeschichten langweilen. Wir kamen an, checkten ein und verpassten beinahe unseren Flug. Die Zeit schlich an uns vorbei, das Boarding übersahen wir schlichtweg und musste später aufgerufen werden. Ein Hauch von Peinlichkeit stahl sich auf meine Wangen und färbte sie rot. Hatte das ganze Flugzeug nur auf uns gewartet? Hatten sie nicht, zum Glück.

 Tag 1

Der erste Temperaturschock ereilte uns bereits am Flughafen. In Wien hatte ich mir noch eine Decke herbeigesehnt. In Lissabon drohte ich unter meinem Pulli wegzuschmelzen. Der Fahrer wartete bereits auf uns, wir fanden ihn nur nicht. Erst nach fünfzehn Minuten der klägliche Suche kam das Ende in Sicht. Die Kamera lief fleißig mit, fing Momente der Straße und meiner Familie ein. Während ich mich auf dem Beifahrersitz mit Smalltalk zufriedengab, verstummten meine Schwester und mein Papa auf der Rückbank. Zu drückend war die Hitze in den vielen Lagen Kleidung und die Müdigkeit. Die Unterkunft war schnell erreicht, die Ernüchterung jedoch umso größer. Kennt ihr diesen Moment, wenn Bilder im Internet einem eine komplett andere Vorstellung von etwas vermitteln und dann die Realität euch einholt? So war es hier. Die Vorschaubilder zeigten ein geräumiges Appartement mit schön gestalteter Küche, hübsch eingerichtet und geräumig. In Wahrheit waren Flecken an den Wänden, Lichtschalter funktionierten nicht und die Türklinke zum Bad war abgebrochen. Also konnte man nicht einmal die Tür schließen, ohne sich auf Lebenszeit einzusperren. Nach kurzem Mailaustausch mit dem Vermieter wurde mir versichert, dass man sich darum kümmern würde. Achtung Spoiler: Taten sie tatsächlich. Das war einer der positiven Punkte, die für die Unterkunft sprachen. Die Mieter waren offen, gingen auf Anfragen und Bitten ein. Was eher enttäuschte waren die Räumlichkeiten selbst.

Kaum schlüpfte ich in etwas Luftigeres, Rock und dünnen Pullover, gingen wir, ganz nach dem touristischen Leitfaden, auf Erkundungstour. Problem Nr. 1: Wir fanden die nächste U-Bahn Station nicht. Geduld ist nicht meine Stärke, ich gab wenig später auf. Es war ein blinder Marsch ins Ungewisse. Wir überspielten den kläglichen Versuch mit dem Lückenfüller Essen. Schmeckte interessant aber gut. Kaum zu glauben aber wahr, wir fanden die Station später. Nachdem wir ungefähr fünf verschiedene Leute gefragt hatten. Mein geografischen Hirn (Fabs) hatte ich ja leider zu Hause gelassen. Die restliche Zeit nutzten wir aber ziemlich gut. Ein Sightseeing Bus, zwei Linien und schon sahen wir dutzende Facetten der Stadt und fuhren durch die Gegend. Die schöneren Sehenswürdigkeiten waren, meines Erachtens, bei Linie Rot. Wundervolle Gebäude und eine Zeit lang fuhren wir direkt am Wasser entlang. Ingesamt waren wir 3 Stunden unterwegs und dank der Hitze verbrauchten wir 7 Flaschen Wasser (no shit, Sherlock.)

Den Ballast, in Form der restlichen Wasserflaschen, ließen wir später in der Unterkunft zurück und fanden die Metro auf Anhieb wieder. Und was macht man mit seiner gewonnenen Zeit im Urlaub? Richtig, man fährt zum Meer und isst direkt am Terreiro do Paço. Mit der untergehender Sonne im Rücken und einer sanften Prise Wind im Genick, verspeiste ich einen Tropical Salad mit Früchten und Chips im Paço d’água, was sich zu meinem Highlight des Tages mauserte. Der krönende Abschluss war eine Lichtershow auf den gegenüberliegenden Gebäuden und dem Arco da Rua Augusta (Triumphbogen). Die tanzenden Effekte könnt ihr gerne im Video betrachten. Es lohnt sich. Day 1, over and out.




Tag 2

Mit einem Gähnen auf den Lippen und der unbändigen Vorfreude im Herzen, wollte ich sogar das Frühstück ausfallen lassen und einfach sofort nach Sintra fahren. In meinem Kopf war der Tag vollgestopft mit tollen Erfahrungen. Die Realität sah leider anders aus. Aber dazu später mehr. Meine Begleiter waren mit der Idee der Essensvermeidung nicht ganz einverstanden, also setzten wir uns in da Lokal von gestern und ich aß eine in Schokolade getränkte Waffel. Nomnom.

Auf meinem Plan stand heute ein Ausflug in die Außenwelt. Besser gesagt nach Sintra. Der Zug war leicht zu finden und wir waren nur gut 40 Minuten unterwegs. Was danach folgte, war das wirkliche Drama. Eigentlich dachte ich, wir wären klug gewesen, als wir uns die Tickets für den zweiten Bus in dieser Woche kauften. Immerhin klapperte der sämtliche Stationen ab. Leider herrschte in Sintra das ultimative Verkehrschaos und wir warteten letztendlich über 2 Stunden auf den ersten Bus. Da wir bei der ersten Station bereits aussteigen mussten, war das nicht gerade eine gute Idee. Die Quinta da Regaleira hingegen war eine. Kennt ihr das Gefühl direkt in einem Märchenbuch gelandet zu sein? Fahrt nach Sintra, dann wisst ihr es. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass zwischen diesen Bäumen und all dem Grün Elfen wohnen, hätte ich es geglaubt. Ein Wasserfall plätscherte mit leisen Worten vor sich hin und wir verirrten uns ein paar Mal, trotz Karte. Orientierungssinn calling. Dadurch hatte ich genug Zeit um viele Fotos zu knipsen und einen Outfitpost vorzubereiten. Grün mischte sich mit Grau, Blätter zwischen all den Steinen. Und dann wurde der Dschungel plötzlich wieder von Zivilisation abgelöst. Die Villa direkt neben der Straße, die unfassbar definierte Fassade. Ich war von dieser architektonischen Meisterleistung regelrecht geplättet. Tja, die Quinta blieb leider der einzige Lichtblick an diesem Tag. Denn als wir das Anwesen verließen, war es bereits fünf Uhr abends. Die Zeit war verflogen und abgestürzt. Erneut warteten wir, kein Bus in Sicht. Ein privates Taxi mit einem wirklich nettem Fahrer brachte uns zum Bahnhof zurück. Bei so viel Freundlichkeit gab es natürlich Trinkgeld. Meine Laune war trotzdem im Keller. Ich hatte mich auf die Küste gefreut, die endlosen Tiefen. Stattdessen gab es Warterei und einen Fußmarsch durch eine andere Welt. Mit einem Tuk Tuk-Auto fuhren wir zurück zur Unterkunft. Die berühmte Straßenbahn ließen wir leider außen vor. Das Abendessen sah dem vom Vortag zu Verwechseln ähnlich. Wieder ein Tropical Salad, dieses Mal mit Käse. Die Fähre, mit der wir später übers Meer glitten, war leider eine Zeitverschwendung. Es war viel zu dunkel, um irgendwelche Details auszumachen. Ich schlief auf dem Rückweg sogar ein. Upsi. 😉 Tag 2 härtete meine Nerven ab. Ich war für den Rest der Reise bereit.

Tag 3 & 4 folgen, genauso wie ein Outfitbeitrag aus Lissabon. 🙂 Stay tuned!

Eure Kat.

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10 Kommentare

  1. 1. September 2016 / 14:34

    Allerliebste Kat!

    Trotz des Stresses klingt Lissabon wundervoll! (ich alte Dichterin 😉 ) Hört sich wirklich nach einem tollen Urlaub an, die Fotos sprechen ja für sich. Nimmst du das nächste Mal ein, zwei, drei Portiönchen der Salate und Waffeln mit? 😛
    Bin schon auf die weiteren Tage gespannt, vielleicht fahr ich ja dann auch mal hin (wenn’s nicht ganz so heiß ist) und nimm dich als meine Reiseführerin mit. 😉

    Ein österreichisches Busserl an dich, Ella-Marie <3

    • 1. September 2016 / 14:36

      Liebste Ella 🙂

      Danke für dein Kommentar. Ja Lissabon war toll, auch wenn wir manchmal etwas zu meckern hatten. Sei es drum.
      Reisen ist immer schön 🙂 <3 Ich werde es mir merken und die ein Gustopaket zukommen lassen 😉
      Also als Reiseführerin biete ich mich gerne an. Würde mich freuen, dir zur Seite zu stehen.

      Love, Kat <3

    • 4. September 2016 / 20:37

      Sehe ich auch so, liebe Verena 🙂

      Love, Kat

  2. 1. September 2016 / 18:45

    Ach du meine Güte, du beginnst da ja echt mit zwei Albträumen für mich: Aufgerufen werden und Badzimmertüren, die man nicht verschließen kann. Ich mag es schon nicht, wenn kein Schlüssel im Schloss steckt – das geht echt nur, wenn außer mir nur Familienmitglieder dabei sind 😉
    Auch der zweite Tag klingt ja echt nicht so schön… daher hoffe ich mal, dass du vom Rest der Reise noch ein paar schönere Erinnerungen mitgebracht hast 😉

    Liebe Grüße

    • 4. September 2016 / 20:38

      Dann hatte ich ja, in deinem Universum, den ultimativen Alptraumtag. 😀
      Zum Glück ist ja nichts weiter passiert. 🙂
      Keine Sorge, Tag 3 & 4 waren dann zum Glück besser.

      Love, Kat

  3. 2. September 2016 / 21:32

    Ach, Lissabon! <3 Wir waren vor zwei Jahren einmal dort und haben uns total in die Stadt verliebt! Tut mir leid, dass ihr einen doofen Start hattet. Wart ihr auch in Belem? Ich habe mich in die Puddingtörtchen verliebt – so sehr, dass ich sie vor kurzem endlich nachgebacken hab. Das Rezept dazu findest du übrigens auf unserem Blog (mag ja sein, dass noch jemand so süchtig danach ist, wie ich).

    Bin auf Teil 2 gespannt! Alles Liebe,
    Kathi

    • 4. September 2016 / 20:40

      Ja der Start war etwas wackelig, aber der Rest war schön 🙂
      Die Puddingtörtchen habe ich mir auch gegönnt. Nomnom.
      Ich werde mir den Beitrag bestimmt ansehen, hört sich suuuperlecker an.

      Teil 2 ist bereits online. 🙂

      Love, Kat

  4. 5. November 2016 / 13:16

    Hey.
    Lissabon ist immer eine Reise wert, Egal wie abenteuerlich es wird.
    Liebe Grüße
    Benjamin

    • 5. November 2016 / 13:51

      Das stimmt. Besonders, wenn man Ausflüge machen. 🙂

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