Warum es toll ist, ein Nerd zu sein

Warum es toll ist, ein Nerd zu sein

„Die Werbung dauert ja ewig. Kannst du das nicht wegzaubern.“ „Ich kann es versuchen. Avada Kedavra. Nö, tut mir leid.“ „Versuch es nochmal.“ „Okay, dann mal ein anderer Zauberspruch. Expelliarmus.“ „Die Werbung ist weg. Du hast es geschafft.“ „Oder die Werbung  dauert einfach nur eine Minute. Welche der beiden Möglichkeiten wahrscheinlicher ist.“ Das, liebe Freunde, war eine Konversation, die genauso im Kino stattgefunden hat. Ganz im ernst. Aber wenn man zu einem Harry Potter Film mit Gryffindorschal und Zauberstab kommt, darf man sich auch nichts anderes erwarten. Die Leute sehen dich an, als wärst du nicht ganz dicht. Und wenn wir ehrlich sind, ist da sogar etwas Wahres dran. Wer nimmt schon seinen Hermine-Zauberstab mit ins Kino? Der gehört in die Vitrine, damit er nicht kaputt wird. Pff, weiß doch jeder. Was habe ich mir dabei gedacht? Ich muss zugeben, solche Aktionen würde ich viel öfter machen, wenn ich das dazu benötigte Selbstbewusstsein hätte. Diese Ist-mir-total-egal-wenn-die-Leute-gucken-Einstellung. Aber nur wenige Menschen sind damit gesegnet. Trotzdem hat das Nerd-Dasein eindeutig positive Seiten. Und damit ihr einen Einblick in meine kleine, verrückte Welt bekommt, zeige ich sie euch.

Es gab ein paar Situationen, wo wirklich NIEMAND übersehen konnte, dass ich einen liebenswerten Schaden habe. Und ich stehe dazu. Meine Stimme rutscht dann gerne mal eine Oktave höher oder ich fange an, wild mit meinen Händen durch die Gegend zu gestikulieren. Also wenn ihr mich so erlebt, bin ich gerade im Nerdmodus. Keine Sorge, das dauert oft nur ein paar Minuten.
Die Geschichte mit dem Zauberstab war nur die Spitze des Eisbergs. Habt ihr Angst? Solltet ihr auch.

Die wundervolle Welt von Harry Potter hat mich mit niedlichen 14 Jahren in Beschlag genommen. Ein sehr ausgeprägter Zug meines Charakters ist meine überschwängliche Begeisterung. Wenn mir etwas wirklich gefällt, werde ich regelrecht süchtig danach. Man nennt es auch ‚Fangirl sein‘.
Kurze Erklärung laut Wörterbuch: Ein Fangirl ist jemand, der längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem für ihn externen, öffentlichen, entweder personalen, kollektiven, gegenständlichen, abstrakten oder sportlichen Fanobjekt hat und in die emotionale Beziehung zu diesem Objekt Ressourcen wie Zeit und/oder Geld investiert.
Oder, um es kurz zu sagen: Fangirls widmen sich 12 Stunden am Tag ihren Lieblingsbands, -filmen oder –schauspielern. Geben dafür auch noch Geld aus und sind des Öfteren etwas durchgeknallt. Ich war ein Fangirl, wie es im Buche steht. Habe mir Fanartikel und sämtliche DVDs oder Bücher gekauft, Interviews gesehen und sogar Fanfiktions geschrieben. Und glaubt mir: die möchte keiner lesen. Wirklich nicht. Das ist zu eurer eigenen Sicherheit.

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Aber natürlich gab es mehr solcher Momente in meinem Leben. In meiner Lieblingsserie Supernatural jagen die hübschen Kerle Monster und Dämonen. In einer Folge wurde gezeigt, wenn man Jemandem Christo ins Ohr flüstert, bekommt er schwarze Augen, wenn er von einem Dämon besessen ist. Jetzt ratet mal, was ich gemacht habe. Bei jedem Fremden, der mir begegnet ist, habe ich leise Christo gemurmelt und gewartet. Natürlich ohne Ergebnis. Vermutlich wäre ich ausgerastet, wenn einer davon tatsächlich schwarze Augen bekommen hätte. Dank dem Fernsehen weiß ich mich jedoch zu wehren: mit Salz bewerfen und wegrennen. Habt ihr Glück, flüchtet der Dämon und sucht sich einen anderen Wirt. Habt ihr Pech, naja, dann war es schön euch gekannt zu haben.

Ihr seht schön, Nerds haben ihre eigenen Wege, mit Herausforderungen umzugehen. Ich würde es euch nicht verübeln, wenn ihr mich jetzt für vollkommen durchgeknallt haltet. Genug Leute tun das. Was jedoch die Wenigsten verstehen, ist, dass diese anderen Welten nicht nur zum Spaß existieren. Wenn man eine schwere Zeit oder eine depressive Phase hat und weit und breit ist kein menschliches Wesen zu sehen, das einem helfen kann, flüchtet man sich in Bücher oder Filme. Fangirl und Nerd sein ist wie Urlaub vom Alltag. Man kann sich verrückt und bescheuert verhalten und die realen Probleme hinter sich lassen.
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Deshalb laufe ich gerne mit dem Zauberstab bewaffnet durch den Wald oder wünsche mir, Quidditch spielen zu können.
Deshalb kann ich das ‚Harry Potter in 99 Seconds‘ und die ‚Supernatural Parody‘ (Links am Ende) auch auswendig.
Deshalb singe ich nach wie vor die Gummibärenbande, wenn es mir in den Sinn kommt oder tue so, als wäre ich ein Dämonenjäger. (Das passt ja gut zusammen)
Deshalb quietsche ich wie eine Irre, wenn im Kino ein neuer, langerwarteter Trailer kommt.

Und genau deshalb lese ich Bücher über Bücher, jede Woche ein neues.
Weil ich ein Nerd bin und es liebe.
Links:
Harry Potter in 99 seconds
Supernatural Parody

 

 

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1 Kommentar

  1. 1. November 2017 / 9:42

    Ich finde das alles nicht abschreckend, sondern eher hoch sympathisch. Verrückte, Nerd Leute sind mir eh gleich immer weit aus sympathischer. Egal ob ich das selbe Fandom habe oder nicht. Ich LIEBE die Begeisterung, wenn die Leute von ihrer Welt erzählen oder sich gerade darin befinden.

    Bei dir kann ich das alles noch mehr verstehen. Harry Potter ist ebenfalls eine kleine große Liebe von mir. In der Grundschule fing die Liebe an und ich bekam die Bücher relativ gleich nach deutschem erscheinen von meinen Großeltern, die in jedes Buch ein persönliche Widmung für mich schrieben. Da sie mittlerweile leider verstorben sind, haben diese Bücher gleich noch mehr Wert für mich. Ich weiß auch gar nicht mehr wie oft ich schon die Bücher gelesen oder die Filme gesehen habe. Selbst meinen Freund zwang ich dazu mit mir die Filme zu sehen, da er diese nie richtig geguckt hat. Er hat sogar für mich versucht das erste Band zu lesen, aber er ist leider kein wirklicher Mensch fürs lesen =( aber egal.

    Supernatural hat er mir dagegen Näher gebracht, da ich das zwar schon kannte und mochte, aber erst durch ihn dann wirklich alles am Stück sah und nun noch mehr verliebt bin. DEAN <3

    lg,
    Franzi von kopfvsherz.wordpress.com

    Ps. Ich hoffe wir können Freunde sein, auch wenn du zu Gryffindor und ich zu Slytherin gehöre ^o^

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