Veggie in a Schnitzelpool – The Green Garden

Veggie in a Schnitzelpool – The Green Garden

Ich kann es nicht anders ausdrücken: Ich bin genervt. Ziemlich sogar. Man sollte meinen im 21. Jahrhundert wäre es nicht mehr ungewöhnlich vegetarische oder vegane Speisen auf der Menükarte zu haben. Aber offenbar bin ich mitten in der mittelalterlichen Hölle gelandet und muss mich zwischen Spinatspätzle mit Schinken und einem Salat mit gebratenen Hühnerbruststreifen entscheiden. Ja, das ist meine kümmerliche Auswahl. Alles andere beinhaltete entweder Fleisch in großen Mengen oder besteht zu 99% daraus. Was also tun, wenn das Veggie-Herz schon kurz vor dem Infarkt steht und der Magen bereits wütend das Restaurant verlassen möchte? „Entschuldigung? Könnte ich die Spätzle auch ohne Schinken haben?“ „Natürlich, kein Problem.“ Puh, Krise abgewendet. Veganer würden trotzdem nicht glücklich werden und nur ein Salatblättchen erhalten, da besagte Spätzle unter einem Berg geschmolzenem Käse vergraben liegen. Ich ernte die ersten skeptischen Blicke, als wäre ich ein Außerirdischer, der sich an den falschen Tisch gesetzt hat. In der Bloggerszene ist es mittlerweile ein Trend vegan zu leben. Nur wenige ziehen es wirklich gewissenhaft durch und machen es nicht nur wegen dem Coolheitsfaktor. Doch außerhalb des Computers bekomme ich nach wie vor höchstintellektuelle Kommentare an den Kopf geworfen wie z.B.: „Du isst meinem Essen das Essen weg.“ Ähm, ja, ist klar. Erst letzte Woche habe ich ein Huhn Couscouslaibchen mit Joghurtsoße essen sehen. Tja, als Veggie in einem Schnitzelland wie Österreich kann man schon mal untergehen. Umso schöner, wenn es eigene vegetarische und vegane Restaurants gibt, die meine Geschmacksknospen nur so verwöhnen.

Als ich die Anfrage für einen Gastbeitrag für Luna & Soul erhielt, habe ich sofort zugesagt. Ich mag es, für andere Menschen zu schreiben und mich deren Leserschaft vorzustellen. Außerdem gehört das Schreiben zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. WinWin also. Doch der Beitrag sollte nicht nur auf Englisch sein (Aussprache top, Grammatik nicht so.), sondern auch noch von meinem Lieblingsrestaurant handeln. Die wundervolle Gegend, aus der ich komme, hat zwar viel vorzuweisen, jedoch sind mehr als die Hälfte davon Pizzerien und chinesische Restaurants. Da gehe ich zwar gerne hin, würde es aber nicht als Must-Go bezeichnen und Touristen daraufhin weisen. Letztendlich habe ich mich für das Café Bandlkramerey entschieden, dass mit seinem urigen Charme und dem wöchentlich wechselnden Angebot auftrumpfen kann und mich sehr begeistert hat. Dieser Beitrag handelt jedoch von einem anderen Veggie-Palast, den ich durch Zufall im Internet gefunden habe. The Green Garden in Salzburg.

Durch strömenden Regen, mit einem Regenschirm, der nur mäßig davor schützte, wieselten Lisa und ich durch Salzburg auf der Suche nach dem In-Lokal. Wieseln deshalb, weil wir mit eingezogenem Kopf und versteckt hinter Schals an Häuserwänden entlangschlichen. Das Navi versprach uns weitere fünfzehn Minuten voller quälender Nässe und erfrorenen Füßen. Doch auch der längste Wasserspaziergang hat zum Glück ein Ende und wir erreichten das Lokal eine halbe Stunde nach unserer eigentlichen Reservierung. Ich war gespannt wie selten, denn das war mein erster Besuch in einem rein vegetarischen und veganen Restaurant. Die Speisekarte ließ mir das Wasser im Mund zusammenlaufen und ich hatte wirklich Mühe mich zu entscheiden. Aus dem großen Hunger wurden drei Gänge und ich hörte den veganen Himmel nach der Nummer des Green Gardens fragen. Wildkräutersalat mit Cashewkäse, ein veganer Burger mit Zucchinilaibchen und zum Abschluss vegane Mohnnudeln auf Apfelmus. Leeecker! Es schmeckte wirklich gut und ich war froh, dass sich der beschwerliche Weg hierher so ausgezahlt hatte. Der Kellner war freundlich und das Ambiente gemütlich, mit zarten Grünakzenten. Lisa und ich fühlten uns wohl, saßen mit vollen Bäuchen und nassen Socken vor den leeren Tellern. Für Veggiefreunde auf jeden Fall einen Besuch wert.

Eure Kat.

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4 Kommentare

  1. 14. Mai 2016 / 15:56

    Schöne Fotos hast Du auf Deinem Blog! Ich bin zwar kein Vegetarier, esse aber sehr gerne fleischlos. Da ich manchmal in Salzburg bin, bedanke ich mich für den guten Restauranttip!!! glg nina

    • 14. Mai 2016 / 18:17

      Liebe Nina. 🙂
      Dankeschön, freut mich sehr, wenn sie dir gefallen. Habe mir dafür (sehr professionell :D) eine
      Kamera zugelegt. Die muss jetzt immer mit. Ja super, dann schau mal vorbei.
      Sag mir dann Bescheid, wie du es fandest. 🙂

      LG Kathrin

  2. 14. Mai 2016 / 22:09

    Das Problem eine vegetarische Mahlzeit zu finden kenne ich auch zu gut und dann auch noch die passenden und hochqualifizierten Kommentare dazu! Aber glücklicherweise gibt es inzwischen immer mehr coole Restaurants, die eine komplett vegetarische oder auch vegane Speisekarte anbieten. Salzburg ist leider etwas weit weg, aber du hast mir echt Lust gemacht “The green garden” zu besuchen. Und auch sehr treffend die Situation vieler Vegetarier beschrieben! Sehr schöner Post!!
    Liebe Grüße Carla

    • 15. Mai 2016 / 13:56

      Ja es kann schon abstrengend sein, als Veggie essen zu gehen. Aber wie du sagst: Schön, dass
      der Trend die lokale Gastronomie auch erreicht hat und wir jetzt endlich gut speisen können. 😉
      Wenn du in Salzburg zu Besuch bist, solltest du wirklich vorbeischauen. 🙂
      Vielen Dank für die lieben Worte. Freut mich sehr. Und Danke für dein Kommentar.

      LG Kat

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