Try hard or go home – die größte Ausrede

Try hard or go home – die größte Ausrede

Ich verrenne mich so oft in To-Do-Listen und Zukunftsplänen, dass ich den Tag vor lauter Wochen nicht mehr sehen kann. Regen mischt sich mit Sonne und weitere Stunden rieseln durch die Sanduhr meines Lebens. Stunden, die ich nicht mehr zurückbekomme. Ich denke an morgen, nicht an heute. Möchte die Welt retten und liege letztendlich doch nur im Bett und verschwende die kostbaren Sekunden. Was ist aus der geplanten Fotosession geworden, die meinen Instagram Feed unterstützen sollte? Wollte ich nicht eigentlich drei Blogbeiträge schreiben und zwei Outfits shooten und habe den Regen und Gossip Girl dann als Ausrede benutzt? „Nur noch diese Folge.“ Aber letztendlich verliere ich die Zeit aus den Augen, vertröste meine Gedanken auf morgen und am nächsten Tag begegnet mir dasselbe Spiel. Denn wer es nicht versucht, kann ja nicht scheitern.

Doch wer den Schritt gar nicht wagt, wird auch nie gewinnen.

Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich Pläne schmiede, die ich aber nie einhalten werde. Die dutzenden Aufzählungen in meinem Kopf, die nie abgehakt werden. Bin ich einfach faul oder habe ich Angst meine beste Ausrede zu verlieren? Denn genauso oft wie ich Listen schreibe, verwerfe ich diese wieder und besänftige dann mein Gewissen. „Heute fühle ich mich nicht inspiriert. Also hätte es ohnehin komisch ausgesehen.“ „Wenn ich in der neuen Wohnung eingezogen bin, wird alles anders.“ Wenn…wenn…wenn. Immer diese schwammigen Aussagen, die einem das Gefühl geben sollen, man hätte gerade gar nicht die Mittel, etwas Tolles auf die Beine zu stellen. Was, wie ich ganz genau weiß, einfach der größte Blödsinn überhaupt ist. Es sind nicht die Umstände, die Erfolge machen, sondern wie man damit umgeht. Denn mit einer weißen Bettwäsche und ein bisschen Deko kann ich ebenso ein tolles Bild knipsen wie auf einem 100€ Holztisch in einer lichtdurchfluteten Wohnung. Winke ich ab und gebe mich wieder der Ausrede geschlagen? Irgendwann wird schon alles stimmen. Aber das Leben ist nicht perfekt und WENN ich dann in der Wohnung hause, wird mir wieder ein neues Problemchen den Weg versperren. Heute passt das Licht nicht, irgendwie ist der Winkel nicht gut oder ich fühle mich einfach nicht nach Selfie.


Wer, wie ich, seine Ideen immer auf einen weiteren Tag vertröstet, wird nie etwas erreichen, außer er kennt die richtigen Leute oder hat eine Handvoll Glück. Anfangen muss ich JETZT, nicht morgen. Ein anderer Tisch verändert nicht sofort die Qualität meiner Fotos oder ein neuer Pulli kreiert nicht zwingend das beste Outfit der Welt. Trotzdem lebe ich täglich mit all diesen Sätzen und frage mich plötzlich wieso.
„Hätte ich den gleichen Mantel, würde es bei mir auch so aussehen. “ Na klar, und am besten noch die Figur dazu.
„Wenn ich nächstes Jahr umziehe, starte ich richtig durch.“ Warum nicht jetzt?
„Wenn ich so tolle Möbel hätte, würden meine Fotos auch besser wirken.“ Vielleicht mangelt es mir aber einfach nur an Ideen, mit den vorhandenen Mitteln zu arbeiten.

Ich bin die Königin der Ausreden. Wenn ich es nicht mache, kann mir auch nichts passieren. That’s right. Aber verändern werde ich mit dieser Einstellung auch nichts. Ich werde immer auf demselben Flecken Erde stehen bleiben und anderen dabei zusehen, wie sie Erfolg haben und Abenteuer erleben. Mittendrin will ich sein, nicht nur ein Zuschauer am Straßenrand. Also Schluss mit den Ausreden und den verplemperten Minuten. Keine Wenns mehr oder das grausige Hätte. Denn solche Worte bringen mich kein Stück näher an mein Ziel. Motivation durch Menschen, die es einfach machen und Durchhaltevermögen schon.  Manchmal muss ich mich einfach selbst therapieren und mir in den Hintern treten. Und ehrlich gesagt, werde ich darin immer besser.

Eure Kat.

Wie geht ihr mit diesen Ausreden um? Erwischt ihr euch auch immer öfter und was macht ihr dann dagegen?

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13 Kommentare

  1. 19. Oktober 2016 / 19:51

    Manchmal kommt es bei mir auch vor, dass ich was auf “später” verschiebe, weil es dann gefühlt einfach geht. Somit habe ich mir z.B. vorgenommen, den ersten Kürbis meines Lebens erst nach dem Auszug von zu Hause zu kochen, weil ich mich dann nicht mit Mama absprechen muss… aber immerhin habe ich ihn dann letzten Monat auch wirklich gekocht. Meist bin ich nämlich zum Glück jemand, der großen Wert darauf legt, seine Ziele auch zu verwirklichen.
    Daher war ich diesen Sommer auch viel unterwegs, daher studiere ich dual (auch wenn viele meinten, nach dem Abi solle ich was anderes machen, weil es besser für Jobchancen / Verdienstmöglichkeiten oder die Persönlichkeit ist), daher habe ich nun einen Kurzhaarschnitt, den ich noch 24h vorm Friseurbesuch für UNMÖGLICH erklärt habe, weil ich sowas nicht schön finden kann… und dann plötzlich doch haben wollte 😉

    Also wünsche ich dir viel Erfolg dabei, weniger Ausreden zu finden, denn das Gefühl, wenn man etwas getan hat, ist einfach zu wundervoll, um es zu verpassen 😉

    Liebe Grüße

    • 20. Oktober 2016 / 10:14

      Hört sich toll an, wenn du es einfach MACHST, egal wie die Umstände sind oder was andere sagen. 🙂
      Vielen Dank, liebe Tabea. Ausreden werden meinen Wortschatz bald nicht mehr dermaßen beeinflussen.

      Yours, Kat

  2. 19. Oktober 2016 / 21:18

    Oh mein Gott, das spricht mir ja so sehr aus der Seele, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Ich bin sehr froh, dass es dir auch so geht und ich da nicht alleine bin. Und du hast vollkommen recht: Anfangen! Jetzt! Selbst sich aufraffen! Danke für die Motivation und die Erinnerung.
    Ganz herzliche Grüße,
    Dorie
    http://www.thedorie.com

    • 20. Oktober 2016 / 10:15

      yay, das freut mich zu hören. 🙂 Schön, wenn dir der Beitrag gefallen hat.
      Es ist einfach schön zu wissen, dass man mit seinen Gedanken nicht alleine ist. <3
      Sehr gerne, liebe Dorie. 🙂

      Yours, Kat <3

  3. 21. Oktober 2016 / 7:08

    Klar, Ausreden sind doof und ich suche auch oft welche. Aber Pausen und Entspannung sind ebenso wichtig. 🙂 Also übernimm dich bitte nicht. Wenn es mal nicht so klappt, wie es sollte, ist es auch kein Weltuntergang. 🙂 Nur nicht zu streng sein.

    Ich hab momentan kaum Zeit für das, was ich machen möchte… Das nervt, aber es kommen auch wieder andere Zeiten.

    • 27. Oktober 2016 / 8:54

      Ja da hast du Recht. Manchmal darf man sich ein Päsuchen schon gönnen 🙂
      Ganz bestimmt. <3

  4. 28. Oktober 2016 / 11:36

    Ich gehöre ja zu den Leuten die Todo Listen erstellen, sie dann regelmässig ignorieren weil sie mit der schieren Masse der Todos überfordert sind :-/

    • 28. Oktober 2016 / 11:40

      Amen to this. 🙂 Einfach ignorieren kann ja auch manchmal nicht schaden. 😉

  5. 28. Oktober 2016 / 11:40

    Ich kenne dies auch nur zu gut ! ist schon komisch das man sich quasi selbst anlügen muss ?!? wenn wir was nicht machen wollen oder können sollten wir gerade zu uns selbst am ehrlichsten sein und sagen Ja ich habe keine lust !!

    • 28. Oktober 2016 / 11:42

      Genau so ist es, Michaela. Da bin ich absolut deiner Meinung. Einfach machen & nicht zu viel denken. 🙂

  6. 28. Oktober 2016 / 13:22

    Hey Kat, du hast einen sehr schönen Schreibstil und ich mag den Blogaufbau sehr 🙂
    Du schreibst so lebendig und das teilweise durcheinanderim Kopf, das denke ich jeder von uns kennt, wird sehr deutlich.
    Ich denke was meistens das Problem ist, ist das wir denken wir müssten Listen, ob im Kopf oder niedergeschrieben, erstellen. Das ist irgendwie so ein gesellschaftlicher Druck den man schon in der Schule mitbekommt, das man immer etwas tun und schaffen muss um vorran zukommen und auch um sich selbst einen Wert zu geben. Aber ich denke es ist ganz Ähnlich wie beim Sport, man braucht regelmäßige Pausen und Auszeiten in den sich Körper und Geist erholen können und die verpasst man wenn man sich die ganze Zeit selbst unter Druck setzt. Das Streßlevel bleibt dann nämlich hoch und man kann sich eigentlich gar nicht erholen, aber da der Körper sich das nimmt was er braucht, endet man dann doch bei einer tollen Serie 😉 und ärgert sich hinterher nur drüber… also wie eine Teufelskreis, könnte man sagen.
    Kleiner Tipp zum Ausbrechen, einfach mal an einem Tag sich sagen: ok heute mache ich nichts und denke auch nicht darüber nach was ich morgen mache oder machen muss, sondern der Tag ist einfach nur da, damit ich mich wohlfühle und um mich kümmern kann und das ist auch OK so. Am nächsten Tag überlegst du dir dann erst was du so machen willst und erledigst die Dinge auch wirklich, aber nicht zu viel, sondern realistisch bleiben 😉
    Sowas fällt am anfang noch sehr schwer! Also das nichts tun, aber auch das kann man lernen und ist meiner Meinung nach auch seeeehr wichtig 🙂
    Danke für deinen tollen Blog, ich hoffe du machst dir in Zukunft ein klein bisschen weniger sorgen um die Zukunft!
    viele liebe Grüße,
    Kevin

    • 31. Oktober 2016 / 8:06

      Danke lieber Levin für die netten Worte. 🙂 Das freut mich wirklich sehr.
      ja da hast du Recht. Dieser innerliche Stress kann sehr belastend sein.
      Deinen Tipp werde ich auf jeden Fall versuchen umzusetzen.
      Ich habe für das tolle Kommentar zu danken!

      Wishes, Kat

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