The perfect body – Schönheitswahn

The perfect body – Schönheitswahn

Der Spiegel ist viel zu oft der unbarmherzige Richter. Er nimmt uns die Entscheidung, was wir denken sollen, ab, lässt uns mit einem unguten Gefühl in der Magengrube zurück. Aber sollten wir nicht selbst wissen, wie wir über das eigene Bild denken? Wir vergleichen uns und verlieren dabei immer wieder. Der perfekte Körper ist eine Marke, die jedem Model aufgedrückt wird, egal, wie es aussieht. Kurvig ist das neue Schön, Brüste und Hintern muss die Frau jetzt haben. Aber bitte nicht zu viel, das könnte wieder störend sein. Warum schreibt mir Social Media vor, was ich schön finden soll? Wie ich auszusehen habe? Zuerst klapperdürr jetzt kurvig, und ich soll bei dem ganzen Wahnsinn natürlich blind mitmachen. Das steigert den Umsatz, reißt ein Loch in meine Seele und irgendwann verzweifle ich an meinem eigenen Körper. Ich entscheide SELBST was und wen ich schön finde. Sei es ein Model mit Fliegengewicht oder eine Plus Size Frau, mit Holz vor der Hütte. It’s my own decision.

Dieser ständige Kampf zwischen den Mächten geht mir auf die Nerven.

Der Krieg um die Vorherrschaft der Kleidergrößen hört einfach nicht auf. Es ist toll, wenn auch Frauen mit mehr Kilos auf den Hüften Jobs bekommen und endlich einen Platz in der Modewelt haben. Aber ich sehe trotzdem nicht aus wie sie. Ich habe eine kleine Oberweite und von Kurven kann keine Rede sein. Bin ich deshalb weniger hübsch? Muss ich mich in eine Form pressen, um als Schönheitsideal zu gelten? Entweder Beine bis zum Himmel oder Kurven? Nur weil Ashley Graham der neue Star am Modelhimmel ist, muss sie nicht meine Traumfrau sein. Sie hat ein tolles Gesicht, aber der Hype um eine einzige Person ist für mich unverständlich. Hunderte Frauen sehen so aus wie sie, tausende. Wo ist ihr Platz im Rampenlicht? Wo sind die Normalos ohne Oberweite und mit Cellulite? Mit Brille auf der Nase oder Haarausfall? Bin ich mit kleinen Brüsten keine Frau? Muss ich einen Kim-Hintern haben, um akzeptiert zu werden? Hell no! Gaukelt mir keinen neuen Trend vor, wenn das weibliche Geschlecht dadurch wieder idealisiert wird. Es gibt keine Idealfrau, keinen perfekten Körper.

Zu viel Gewicht kann gesundheitsschädlich sein, zu wenig genauso. Selbst ich mit meinem Normalgewicht könnte von einem Tag auf den anderen krank werden, weil mein Blutzucker zu hoch ist. Der Körper ist nicht für eine Norm geschaffen, dazu sind wir zu unterschiedlich. Und das ist auch gut so. Ich bin keine Ashley Graham oder eine Kendall Jenner. Ich muss weder so aussehen, noch mich schlecht fühlen, weil ich es eben nicht tue. Ich fühle mich nicht wohl in meinem Körper, das hat aber nichts mit den Laufsteggrazien zu tun. Sondern mit meinem Selbstbild. Ich mag meine Oberschenkel nicht und habe einige Problemzonen. Deshalb eifere ich aber keinem Idol nach, hungere mich zu Tode oder lasse mir die Brüste machen, um als „kurvig“ zu gelten. Ich möchte abnehmen, um mich schöner zu fühlen, weil ich mir jetzt gerade nicht gefalle. Nicht um wie jemand auszusehen, der ich nicht bin. Kein Kendall-Jenner-Lookalike oder the new Gigi.  Sondern wie die Person, die ich sein könnte. Meine ganz persönliche Traumversion von Kat. Da hat ein Modemagazin kein Stimmrecht.

Eure Kat.

Was haltet ihr von dem Schönheitswahn? Lasst ihr euch davon beeinflussen?

 

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8 Kommentare

  1. Carina
    17. Oktober 2016 / 16:24

    Hallo Kat.

    Ich kann mich nur deiner Meinung anschließen, denn was bringen uns lauter nicht selbstbewusste Frauen,
    da sie dem Idealbild der Modewelt nicht entsprechen.
    Ich habe mich ehrlich gesagt noch nie für Mode interessiert, auch wenn ich früher mal selbst Kleider, etc. gezeichnet habe.
    Bleib so wie du bist und lass dich von niemanden verbiegen.

    Liebe Grüße, Carina.

    • 20. Oktober 2016 / 10:08

      Hallo Carina. 🙂
      Ganz genau so ist es! Hast du wunderbar ausgedrückt.
      Wirklich? Wow, ich kann leider gar nicht zeichnen.
      Dankeschön, das werde ich.

      Kat <3

      • Carina
        10. November 2016 / 7:55

        Hallo Kat.
        Kleider und so manche Gegenstände funktionieren, aber den Rest kann man bei mir auch vergessen.
        Dafür kann ich Diagramme, etc. noch gut zeichnen, da ich es ständig brauche. Da verlernt man das andere leider.
        Aber wie überall heißt es „Übung macht den Meister!“. =) Und das stimmt total.
        Liebe Grüße, Carina.

        • 11. November 2016 / 7:32

          Recht hast du 🙂 Übung macht den Meister.

  2. 17. Oktober 2016 / 16:36

    Also ich schau so Modesachen schon gar nicht mehr an. Ich hab deutlich Übergewicht, stehe dazu – und will es für mich ändern, weil es meinem Selbstbild nicht entspricht. Weil ich mich so nicht wohlfühle. Aber ich will nicht wie ein Model aussehen, sondern so, dass ich mich eben wohlfühle. Wie viel Hintern oder Brüste ich dann habe, werde ich ja dann sehen. Und dann schau ich mal, ob es mir persönlich gefällt, denn ICH muss mit diesem Körper leben, niemand sonst. Also darf auch nur ich darüber urteilen.

    Schöner Text, Kat! 🙂

    • 20. Oktober 2016 / 10:10

      Ganz genau, Denise! WIR müssen uns SELBST gefallen, keinem anderen. 🙂
      Deine Einstellung finde ich wunderbar und ich drücke dir die Daumen!

      Dankeschön, das freut mich! <3
      Yours, Kat

  3. 17. Oktober 2016 / 20:12

    Ein wirklich schöner Beitrag, liebe Kat. Das ist auch ein wirklich wichtiges Thema! Ich hab das auch alles mitgemacht: habe alle Staffeln von Germany’s Next Topmodell gesehen und mich zu dick gefühlt. Habe mich auf Dating-Seiten immer als dick beschrieben, weil ich es selbst so empfunden habe. Mittlerweile ist mir klar geworden, dass das gar nicht stimmte. Ich bin zwar kein Super-Model und könnte auch ein paar Kilos weniger haben, aber ich bin nicht dick. Und selbst wenn es so wäre, wäre das auch gar nicht weiter schlimm! Hat mich leider sehr lange Zeit gebraucht, das herauszufinden. Tatsächlich war es ein Kerl, der mir das klar machte. Wir haben uns auf einer Rating-Seite kennen gelernt und ich habe ihm im Vorfeld drauf getrimmt, dass ich dick sei. Als wir uns trafen war er dann ganz verwundert und fragte, wo ich denn dick sei. Ist jetzt irgendwie auch eine andere Geschichte, aber dass ich so ein falsches Bild von mir selber hatte, habe ich tatsächlich unserer Gesellschaft zu verdanken. Und es hat mich wirklich unfassbar lange gebraucht, das wieder aus meine Kopf zu bekommen! Und wenn ich daran denke, wie vielen Mädchen es wahrscheinlich ähnlich geht, weil in der Werbung und sämtlichen Magazinen nur die dünnen, hübschen Models zu sehen sind, graut es mir. Daher wirklich schön zu lesen, dass du dich nicht von solchen Dingen beeinflussen lässt und ganz alleine entscheidest, wie du dich schön findest! 🙂

    Liebe Grüße,
    Maj-Britt

    http://www.dailymaybe.de

    • 20. Oktober 2016 / 10:13

      Huch Maj-Britt. Das nenn ich mal ein Romankommentar. Super freue mich sehr darüber, dass du zu diesem
      Thema so viel zu sagen hast. 🙂
      Ja wie wir selbst uns wahrnehmen kann für andere oft missverständlich sein. Leider vergleichen wir uns zu oft
      Und seien wir ehrlich: In Hollywood wären wir wohl alle Plus Size, obwohl wir ganz normale Körper haben. So läuft die Industrie leider
      Aber who cares. Ich gebe mir große Mühe, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Andere hübsch zu finden macht mich selbst nicht hübscher.

      So ist es. WIR entscheiden WEN/WAS wir hübsch finden, kein andere. 🙂

      Yours, Kat

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