Plötzlich weizen- und zuckerfrei | Was darf ich noch essen?

Plötzlich weizen- und zuckerfrei | Was darf ich noch essen?

Weißes Papier auf braunem Holz. Meine Augen finden die Ecken, suchen nach Antworten und bekommen keine.
Der Brief war vor zwei Stunden angekommen. Leise, ohne großen Auftritt.
Tage hatte ich verbracht zu warten, wurde neugierig und irgendwie planlos. Was würden mir diese Ergebnisse verraten?
Vielleicht nichts, vielleicht alles.
Stunden fühlten sich an, als würden sie nie gehen wollen. Blut rauschte durch meinen Kopf und ich spürte meine tauben Hände nicht mehr.
Letzte Woche sah ich dabei zu, wie rote Tropfen in einen Ampulle fielen.
Heute liegt dieser Umschlag vor mir und verspricht, mir alles zu verraten, was ich wissen will.
Zögerlich greife ich danach, meine Finger finden die zugeklebte Lasche. Ein Zentimeter, zwei.
Dann ist er offen, das Blatt rutscht auf den Tisch. Und ich fange an zu lesen, bis meine Augen weh tun.
Was diese Zeilen bedeuten, wird mir erst nach ein paar Minuten klar.
Ein neues Leben. Weizen- und zuckerfrei leben, um genau zu sein.

Kennt ihr das, wenn ihr etwas so dringend wissen wollt, dass eure Gedanken sich im Kreis drehen?
So ging es mir mit den Ergebnissen meiner Blutanalyse.
Eine Woche mag nicht nach viel Zeit klingen, aber wenn man wartet, kann die Zeit schnell endlos werden.
Doch worauf habe ich überhaupt gewartet und was hat mein Leben plötzlich so auf den Kopf gestellt? Keep on reading.


Bluttest bei Salomed | Was ist das?


Mitte September habe ich den Entschluss gefasst und meinen täglichen Bauchschmerzen, dem ständigen Unwohlsein und den kleinen Wehwehchen den Kampf angesagt. Dank einer Freundin bin ich auf Salomed gekommen. Ein Ernärhungsunternehmen, welches das Blut des Kunden untersucht und die Lebensmittel herausfiltert, die der Körper gut, mittel oder sehr schlecht verarbeiten kann.

Um es an dieser Stelle klarzustellen: Salomed ist kein Test, um Unverträglichkeiten oder Allergien zu ermitteln. Er dient lediglich dazu, Lebensmittel zu erkennen, die dem eigenen Körper nicht gut tun und die man deshalb vermeiden sollte.

Blut abnehmen lassen, einsenden und auf die Ergebnisse warten. Das ist die Magie dahinter.


Meine Ergebnisse | Plötzlich weizen- und zuckerfrei


Die Liste der schlechten Lebensmittel war lang, die der Guten zum Glück noch länger. Trotzdem  fiel mein Blick sofort auf den roten Bereich der Tabelle und ich musste erstmal schlucken.
Weißkraut, Kuhmilch, Weizen, Roggen, Blumenkohl, Hefe, Zucker…
Ich las mir all diese Worte dutzendmal durch und fragte mich nach jeder Runde: Wie soll das funktionieren? Wie kann ich ohne diese ganzen Lebensmittel überhaupt leben?

Der erste Schock gehörte am nächsten Tag der Vergangenheit an und ich fing an, nach Alternativen und Rezepten zu suchen. (Auch wenn mir meine heißgeliebten Krautfleckerl jetzt schon fehlten.)
Was mir schnell klar wurde: Fertigprodukte konnte ich alle aus meinem Ernährungsplan streichen. Denn dank der Lieblingszutat Zucker, fielen sie jetzt alle in die „Lieber nicht“-Kategorie.
Was mir jedoch ebenfalls auffiel: Es gab so viele Lebensmittel, Zutaten und Rezepte, die ich nicht einmal kannte, weil meine Ernährung zuvor dermaßen eingeschränkt war.


Kein Weizen?


Dinkel hat einen ähnlichen Mehlcharakter wie Weizen, fällt also ebenfalls weg. Letztendlich habe ich mich dazu entscheiden, keine Risiken einzugehen und auf glutenfreie Lebensmittel zu setzen. Denn Gluten ist in genau den Getreidesorten (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer) drin, die sich auf meiner roten Liste befinden.


Was fällt weg?


Herkömmliche Nudeln, Brot und Backwaren. Pizza, zu meiner großen Trauer, zählt auch dazu. Alles, was mit normalem Mehl gebacken und zubereitet wird, fliegt vom Ernährungsplan.


Alternativen?


Gepriesen sei die glutenfreie Industrie. Dank allgemeiner Gluten Unverträglichkeit der Gesellschaft, habe ich einige neue Lebensmittel für mich entdeckt. Nudeln aus roten Linsen oder Maismehl. Auch andere Mehlsorten wie Reis- oder Mandelmehl schaffen Abhilfe beim Backen und Kochen. Auch Nachos darf man getrost essen, solange sie nicht gewürzt sind. (In den meisten Gewürzmischungen ist nämlich Zucker enthalten.)
Pizzateig aus Quinoa oder Brot mit Flohsamenschalen. Die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt. Achtet beim Einkaufen einfach auf den Hinweis „Glutenfrei.“ So könnt ihr Weizen und seine Familie am besten vermeiden.



Kein (raffinierter) Zucker?


Wie ein König herrscht er über das Land und wohnt in mehr Lebensmitteln, als uns bewusst ist: der Zucker. Ein gerne benutzter Zusatz für Fertigprodukte und ihre Brut. Manchmal würde man ihn zuerst gar nicht vermuten, aber meistens ist er dennoch da.
(Edit: Hier handelt es sich um den raffinierten Zucker in reinweißer Form aber auch in Lebensmitteln. Fruchtzucker ist hierbei ausgeschlossen.)


Was fällt weg?


Mehlspeisen, Süßigkeiten, Schokolade. Fertigprodukte, die meisten Tomatensoßen und Joghurts. Zucker war in beinahe all meinen Lebensmitteln. Falls ihr euch unsicher seid, hilft ein Blick auf die Zutatenliste. Denn da ist unser ungeliebter Freund immer aufgelistet. (Auch unter dem Namen Rohrohrzucker.)


Alternativen?


Wer auf süße Versuchungen nicht verzichten möchte, kommt wohl nicht umhin, die meisten Mehlspeisen und Desserts selbstzumachen. Ich habe mich hier für den Kokosblütenzucker entschieden, da er nicht nur die wenigsten Kalorien, sondern auch den besten Ruf hat. Auch natürlich süße Früchte wie Datteln sind ein guter Ersatz. Ein Snack, den ich euch nur ans Herz legen kann, sind die Coconut Bites von ApeSnack*. (Not sponsored, just love.) Glutenfrei, zuckerfrei, nicht frittiert und keine künstlichen Geschmacksverstärker.



Es ist eine Umstellung, die sicher nicht einfach ist und einiges an Zeit konsumiert.
Einkaufen, kochen, planen.
Letztendlich kommt man nicht herum, einige heißgeliebte Speisen selbstzumachen.
Denn im Supermarkt wird es kaum glutenfreie Muffins ohne herkömmlichen Zucker geben oder Pizzateig ohne Hefe.
Minuten werden verschluckt und immer wieder fragt man sich: Ist es das denn wert?
Ja, ist es! Meine Bauchschmerzen von zu viel Zucker und Gluten sind weg, ich habe ohne Kalorienzählen bereits nach den ersten zwei Wochen 1 Kilo abgenommen und ich tue meinem Körper endlich etwas Gutes.
Auch wenn ihr den Test nicht machen oder ganz auf gewisse Lebensmittel verzichten wollt, könnt ihr für den einen oder anderen Tag weizen- und zuckerfrei leben.

Bald kommt auch ein Beitrag mit einigen alternativen Rezepten für euch, in Zusammenarbeit mit einigen lieben (Food)Bloggern. Diese könnt ihr euch dann als Freebie downloaden. Ich hoffe, der Beitrag war hilfreich und ihr nehmt euch ein paar Anregungen und Alternativen mit.

Hier findet ihr noch das Video von meiner zuckerfreien Woche.

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4 Kommentare

  1. 13. Oktober 2017 / 12:59

    Ich hab auch mal so einen Test gemacht. Bei mir kam das gleiche raus, zumindest was das Weizen und den Zucker betrifft. Ich esse immer noch Weizen und Zucker und mir gehts ziemlich gut. Allerdings verzichte ich trotzdem auf Fertiglebensmittel, das hat mir damals mehr geholfen, als grundsätzlich zu verzichten.

    Liebst Daniela
    von http://cocoquestion.de

  2. 16. Oktober 2017 / 8:38

    Liebe Kat.
    Dieser Test hört sich sehr interessant an.
    Ich schaue zurzeit immer, dass ich Produkte mit Palmfett bzw. Palmöl vermeide, da dieses Fett/Öl krebserregend sein soll und weiteres versuche ich auch den Zucker zu reduzieren, was beides sehr schwer ist. Denn wie du selbst im Video sagst, es ist fast überall Zucker drin. :O
    Ich bin schon gespannt, welche Rezepte du uns präsentieren wirst.
    Liebe Grüße,
    Carina.

  3. 19. Oktober 2017 / 11:43

    An sich finde ich diesen Test interessant und würde ihn gerne selber machen, aber 200 bis 300€ dafür habe ich aktuell überhaupt nicht =( Vielleicht ja irgendwann in der Zukunft.
    Dir auf jeden Fall viel Erfolg beim finden der neuen Rezepte. Auf das alles zu verzichten, gerade auf Zucker, stelle ich mir wahnsinnig schwer vor, aber vielleicht auch nur, weil ich es noch nie versucht habe.

    • 25. Oktober 2017 / 6:17

      Das kann ich sehr gut verstehen, glaub mir. Ich war auch zuerst wirklich skeptisch, ob ich das Geld investieren soll.
      Aber bisher habe ich es nicht bereut.
      Danke liebe Franziska. 🙂 Ja manchmal ist es auch wirklich nicht einfach.

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