One Week Without – Fernsehen

One Week Without – Fernsehen

Schreiben und reden kann ich gut, nur an der Umsetzung hapert es meistens. Deshalb ließ ich keine Zweifel und Ausflüchte zu. Ich wollte mein Leben ändern, am besten schon gestern. Also stelle ich mir die nächste Zeit ständig neue Aufgaben, die, wie der Name schon sagrn, immer eine Woche dauern. Zu Anfang möchte ich meinen enormen Fernsehkonsum endlich einschränken und verzichte für eine Woche auf Serien & co. Die Flimmerkiste bleibt also aus. Weitere Challenges werden sein eine Woche vegan, ohne Süßigkeiten und Fertigprodukte oder jeden Tag Sport. Die Motivation ist hoch und da ich bereits letzten Montag angefangen habe, kann ich bereits jetzt sagen, dass sich etwas verändert hat und mein Weg genau richtig ist.

Es nagt an meinen Nerven und innerlich weigere ich mich strickt, es wirklich zuzugeben. Doch bereits nach dem ersten Tag kann ich es nicht mehr leugnen: Ich bin fernsehsüchtig. Jeden Tag hocke ich mich vor die Glotze, zappe mich durch die Kanäle und merke nicht einmal, wie die Zeit an mir vorüber rieselt. Täglich sind es Stunden, die ich vor dem Bildschirm verbringe und das soll sich jetzt endlich ändern. Das Leben beinhaltet mehr als nur Serien und Filme. Ironischerweise habe ich letzte Woche erst meine Top 5 Serien gepostet. Aber sei es drum. Die erste One Week Without-Challenge steht unter dem Motto „kein Fernsehen“. Mal sehen, wie es mir damit geht.


Tag 1

Bereits als ich durch die Tür trete, habe ich ein seltsames Gefühl im Bauch. Es ist dieser unterirdische Zwang, der sich langsam an die Oberfläche gräbt. Sonst schalte ich den Fernseher noch während des Kochens ein und setzte mich immer mal wieder für ein paar Minuten davor. Das Essen wird grundsätzlich vor dem Bildschirm eingenommen und dann gönne ich mir noch ein paar Stunden Erholungsphase. Doch nicht so heute. Ich muss mir eingestehen, dass ich mich kurz etwas fehl am Platz fühle. Als wäre etwas verkehrt. Aber wenn man sich eine tägliche Routine angeeignet hat, ist es auch nicht leicht daraus wieder auszubrechen. Ich bleibe also neben der Pfanne stehen, sehe aus dem Fenster und übe mich in Geduld. Die ersten Zweifel kommen, als ich mich an den Tisch setze und anfange zu essen. Was für eine Serie würde ich mir jetzt ansehen? Mir wird bewusst, wie sehr der Fernseher meinen Tag bestimmt hat. Schweigend esse ich weiter, kaue vorsichtig und bin auf mich selbst stolz. Denn die kleine Stimme in meinem Kopf wollte mich bereist wieder zu einer Partie Fernsehen überreden. Nein, diese Woche nicht.

Die Stunden kommen mir plötzlich länger vor, ich überlege, wie ich meinen Tag verbringen soll. Jetzt, da meine Haupttätigkeit wegfällt, scheine ich viel mehr Zeit für andere Dinge zu haben. Ich lege mich ins Bett und lese auf meinem E-Reader ein paar Kapitel. Später bemerke ich, dass das Licht angenehm in mein Zimmer fällt und ich verbringe die nächsten Minuten damit, Fotos für meinen Instagram-Account zu machen. Bücher arrangieren, Deko ausrichten, Winkel wählen. Dass der Fernseher nur ein paar Meter von mir entfernt steht habe ich gänzlich vergessen. Doch trotz sinnvoller Gestaltung meiner Freizeit weiß ich, dass noch etwas Essentielles fehlt. Denn mein Projekt würde ja keinen Sinn machen, wenn ich nur die Hälfte der Dinge erledige, die ich mir vorgenommen habe. Also schlüpfe ich in eine Leggings, mein Flash-Shirt und wühle mich durch eine Auswahl an Fitnessvideos. Ein kleiner sportlicher Anfang für Tag 1. Besonders mag ich Cassey Ho, weil sie ein ganzes Workout in nur 6 Minuten packt. Und es haut ordentlich rein. Ich bin verschwitzt, aus der Puste und merke, wie hoffnungslos unsportlich ich geworden bin. Das wird sich hoffentlich bald wieder ändern. Nach der wohlverdienten Dusche freue ich mich über all die Möglichkeiten, die ich heute hatte. Das Fernsehen ist ein wahrer Zeitfresser und erst ohne wird mir bewusst, wie viel ich in der Zwischenzeit schaffen kann. Mittlerweile fällt mir der Verzicht nicht mehr so schwer. Abends widme ich mich lieber einem Buch als der Primetime und um 22Uhr gehe ich dann schlafe. Tag 1 ohne Fernsehen überstanden.

Fazit von Tag 1: Ich habe deutlich mehr gelesen, als ich es sonst tue. (Schande auf mein haupt, dass ich kaum noch zu Hause lese!) Außerdem habe ich weniger gegessen, weil ich ständig irgendwie beschäftigt war und sich der allseits bekannte Langeweilehunger gar nicht erst eingestellt hat. Ein paar schöne Bilder für Instagram und sogar eine Sporteinheit waren ebenfalls drin. Was man an einem Tag alles schaffen kann ist erstaunlich, wenn man sich nicht mit den Augen am Bildschirm festsaugt. Morgen kommen die Tag 2-5. 🙂

 

Eure Kat.

Follow:

8 Kommentare

  1. 27. Juni 2016 / 18:13

    Ein mutiger Selbstversuch und noch mutiger diesen auf deinem Blog zu teilen! In der heutigen Gesellschaft gibt man gerne etwas über eine Schwäche, Sucht etc. zu. Ich denke vielen von uns geht es ähnlich, dass wir den Fernseher unbewusst in viel zu viele Situationen integrieren! Ich selbst habe zwei Jahre ohne Fernseher gelebt und hatte auf meinem Laptop so schlechten Internetempfang, dass streamen etc. nicht möglich war. Ich denke du schaffst die weiteren Tage und wirst damit eine tolle Erfahrung machen, die dich in Zukunft bewusster fernsehen lässt.

    • 27. Juni 2016 / 18:34

      Vielen Dank, Jennifer. 🙂 Ja für mich war es wichtig, diesen Selbstversuch im Zuge meines Projektes
      online zu stellen. Wenn dir Leute zugucken, hält man viel eher durch, als wenn man sich
      nur selbst ein Versprechen gibt. Zumindest geht es mir. 🙂 Ich fühle mich eine stärker, wenn ich weiß,
      dass ich meine Erfolge teilen kann und sie andere auch sehen.
      Ja es ist wirklich zu Routine geworden. Fernseher ein, hinlegen und oft sieht man nicht einmal wirklich hin
      Doch ich habe mich die Woche ziemlich gut geschlagen und bin stolz. Jetzt folgt der nächste Selbstversuch. 🙂

      Danke für dein Kommentar. 🙂
      Liebste Grüße, Kat

  2. 27. Juni 2016 / 18:18

    Das ist ja mal ne super Idee! Ich bin grad von facebook zu dir gekommen und habe noch keine weiteren Artikel gelesen (werd ich aber noch machen – ich mag deinen offenen Schreibstil sehr 🙂 ) Die anderen Wochen “without” hast du noch nicht hinter dir gebracht, oder? Bei Süßigkeiten und Fertigproduktverzicht bin ich dabei 😉

    Fernsehen ist bei uns auch immer ein großes Thema. Ich bin auch ein Serienjunkie und Netflix verführt mich immer wieder *g* Ich bin schon auf deinen nächsen Blogeintrag gespannt!

    Ganz liebe Grüße
    Kerstin

    • 27. Juni 2016 / 18:37

      Das freut mich sehr, Kerstin, wenn du so empfindest. 🙂 ja ich hatte diese Idee, mit den Selbstversuche
      und dachte mir: daraus musst du eine Reihe machen und deine Erfolge und Misserfolge dokumentieren. 🙂
      Hätte mir nicht gedacht, dass es so gut ankommen würde, freue mich aber unheimlich darüber.
      heute ist der erste Tag meines Süßigkeitenverzichts. 🙂 Da kommt dann nächsten Montag der erste Beitrag dazu. 🙂
      Ja bei uns läuft der Fernseher auch ständig. Ob Nachrichten, ein Film oder als Hintergundgeräusch. da war es spannend, mal
      ganz abzuschalten und mich von jeden Fernsehgerät fernzuhalten.

      Danke für dein liebes Kommentar.
      Liebste Grüße, Kat <3

  3. 27. Juni 2016 / 18:22

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg beim Durchhalten. Vielleicht hast Du nach den 5 Tagen gar keine Lust mehr auf TV;-)
    Vielleicht merkst Du ja auch das Dein Essen ganz anders schmeckt, weil Du zum ersten Mal Deine Geschmackssinne bewusst einsetzt.
    Als “Achtsamkeitscoach” kann ich nur sagen, wow, toll das Du das tust:-)
    Bin gespannt auf Deine weiteren Tage, vor allem auf Tag 3;-)
    Liebe Grüsse
    Alexandra

    • 27. Juni 2016 / 18:38

      Vielen Dank, Alexandra. 🙂 ja ich habe es ganz gut überstanden, denke ich.
      Und der Drang ist auch nicht mehr so groß wie früher, weil mein Bewusstsein plötzlich ganz anders ist.
      Ja das mit dem Essen habe ich tatsächlich gemerkt. Und auch, dass ich weniger aus Langeweile oder nur weil
      ich einen Snack zum Fernsehen brauchte gegessen habe.
      Dankeschön, das motiviert mich unheimlich. Ja morgen kommen die nächsten Tage online. 🙂
      Danke für dein Kommentar.

      Liebste Grüße, Kat 🙂

  4. 28. Juni 2016 / 10:53

    Ein toller Selbst-Versuch. vielleicht sogar ein Input für die Zukunft? Vor 16 Jahren etwa habe ich den Fernseher vollkommen aus meinem Leben verbannt (okay, wenn ich mal in einem Hotel mit Fernsehgerät im Zimmer übernachte, dann gucke ich. Da stelle ich dann aber meistens fest, wie langweilig das ist.). Irgendwann habe ich nämlich festgestellt, dass ich stundenlang vor der Flimmerkiste sitze. Jetzt mache andere Sachen: lesen, Sport. Handarbeiten etc. Ich wünsche dir noch viel Erfolg und viele tolle neue Ideen, was du mit der vielen Zeit anfangen kannst.

    • 29. Juni 2016 / 11:56

      Vielen Dank für die lieben Worte, Katja. 🙂
      Ja es kann ziemlich öde sein nur auf den Bildschirm zu glotzen und darauf zu warten, dass etwas passiert.
      Dankeschön, ich werde mir meine Zeit jetzt bestimmt besser einteilen und auch darauf achten, was und
      wie lange ich fernsehe.
      Danke für dein Kommentar. 🙂

      Liebste Grüße, Kat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.