One Week Without – Fernsehen [Tage 6 – 7]

One Week Without – Fernsehen [Tage 6 – 7]

Gestern kamen die Tage 2-5 dran, jetzt die restlichen. Die Woche neigt sich dem Ende zu und ist ehrlich gesagt schneller vergangen als gedacht. Ich bin von mir selbst positiv überrascht, da ich mir eigentlich erwartete hatte, dass es schwieriger sein würde. Aber ich will nicht zu viel verraten, denn unbedingt leicht war das Wochenende für mich trotzdem nicht. Denn wenn sich bei mir Langeweile einstellt, kann es schnell vorkommen, dass ich den Fernseher anflehe sie verschwinden zu lassen. Doch da mir diese Möglichkeit verwehrt blieb, musste ich mich eben anders beschäftigen. Seht selbst.

Tag 6

Es ist Samstag und bereits als ich aufwache, mir eine Schüssel Müsli hole und mich damit ins Zimmer setze, bin ich verwirrt. Wie isst man denn ohne Fernseher Frühstück? Da ich unter der Woche, dank unchristlicher Aufstehzeiten, keine Zeit zum Frühstücken habe, spart sich alles bis zum Samstagmorgen auf. Und der läuft sonst wie folgt: Aufstehen, Essen machen, mit Essen ins Bett legen, Fernseher einschalten, ins Bad schlüfen, Fernseher läuft immer noch. Später sieht man ja, was der Tag so mit sich bringt. Vermutlich die nächste Staffel einer meiner Lieblingsserien. Womit sich das morgendliche Ritual über den gesamten Tag ziehen würde. Doch dank fernsehfrei verlief es an diesem sonnigen Tag anders. Erstmal versuchte ich eine geschlagene Stunde meinen Freund von den Toten zu wecken. Vergeblich. Also aß ich alleine und las währenddessen ein Buch, um mich zumindest selbst zu unterhalten. Als der gute Herr sich dann endlich aus den Feder bequemen konnte, schlüpften wir in sommerliche Kleidung (30°, ungelogen) und fuhren zum städtischen Einkaufszentrum, wo an diesem Wochenende ein Streetfood Market stattfand. Beim letzten in Gmunden war ich leider dermaßen feige gewesen, dass ich mich nur vorsichtig an die verschiedenen Speisen rangewagt hatte. Dieses Mal regnete es zwar nicht, aber die Alternative war nur wenig besser. Bereits nach den ersten Schritten lief mir der Schweiß über den Nacken. Zum Glück trug ich eine Sonnenbrille, sonst wäre ich vermutlich erblindet. Leider verging mir bei der Hitze der Appetit und ich probierte auch dieses Mal nicht so viel, wie ich gerne hätte. Meine Bilanz: Gemüsewrap mit Falafel, Maistasche mit schwarzen Bohnen und Tomatensoße, Früchte mit der besten weißen Schokolade, die ich jeeee probiert hatte (Extra-Beitrag folgt!) und einen Crepe mit Kinderschokolade und Bananen. Keine besonders große Ausbeute aber ich kann gut damit leben. Wir blieben zirka zwei Stunden, dann drohten wir zu schmelzen und suchten schnell das Weite. Nach einer kalten und herrlichen Dusche verbrachte ich den Rest des Tages mit Lesen.

Fazit von Tag 6: Trotz anfänglicher Probleme, Thema Essen, vermisste ich den Fernseher auch heute nicht sonderlich. Erst abends, als alles still und dunkel wurde, wäre ein Film bestimmt toll gewesen. Aber sei es drum, Regel sind Regeln und ich habe mich brav daran gehalten. Und ich kann ein weiteres Buch von meiner Leseliste streichen. Es geht ordentlich voran.

 

Tag 7

Sonntag, der letzte Tag. Und er fing, zu meinem großen Bedauern nicht wirklich gut an. Mein Freund beschloss bereits um 13Uhr das Weite zu suchen und ließ mich alleine in dem großen Haus zurück, dass ich Lebensraum nenne. Sowohl meine Schwester als auch mein Papa waren ausgeflogen und ich grübelte wild vor mich hin, was ich mit meinem Tag nur anfangen könnte. Da ich mich prompt gegen eine Jeans und für die Jogginghose entschieden hatte, waren die Möglichkeiten begrenzt. Mir hielt es an Sonntag meistens im Bett, wo ich mir über Gott und die Welt Gedanken machte und mir über Kleinigkeiten das Hirn zermarterte. Zugegeben, an diesem Punkt flirtete der Fernseher ganz ordentlich mit mir. Er zwinkerte mir zu, rief nach mir und es juckte mich in den Fingern der Versuchung nachzugeben. Doch ich hatte mir Anfang der Woche ein Versprechen gegeben. Und da ich mich auf dem Blog nicht als disziplinlose Schnecke outen wollte, kniff ich die Augen zusammen und hielt durch. Stattdessen sullte ich mich in Selbstmitleid und verschlang die nächsten zweihundert Seiten von Opposition, Band fünf der Lux-Reihe. Der tag zog sich ungemein und ich nickte ein paar Mal sogar ein. (Darf ich jetzt stolz sein, weil sich das gereimt hat? :D) Jedenfalls hielt ich auch den siebten Tag (Glückszahl und so) durch und bin so wahnsinnig stolz auf mich, diese Zeilen auch schreiben zu können.

Fazit von Tag 7 und der ganzen Woche: Die Woche ist vorbei und ich habe den Fernseher kein einziges Mal eingeschalten. Weder Netflix, noch DVDs oder das reguläre Programm hatten eine Chance bei mir. Stattdessen vergrub ich mich in Arbeit und verschlang so viele Bücher wie schon lange nicht mehr. Drei habe ich ingesamt in dieser Woche gelesen und ich bin wirklich erstaunt, was man alles schafft, wenn man sich auf andere Dinge konzentriert. Was hat sich geändert? Man sollte meinen, dass sich nach einer Woche wohl kaum bleibende Veränderung abzeichnen. Aber dem ist nicht so. Ich nehme meine Zeit jetzt viel bewusster wahr und überlege mir zwei Mal, ob ich jetzt wirklich fernsehen will oder doch lieber etwas Produktives ansteuere. Auch die Tatsache, dass ich endlich wieder mehr zum Lesen gekommen bin und die Erkenntnis, dass ich mir selbst die Zeit nehmen muss, um es zu tun. Prioritäten setzen ahoi! Zum Abschluss kann ich jedem, der eine Fernsehproblem hat, so wie ich, dazu raten, so einen Versuch zu starten. Da werden einem die Ausmaße der eigenen Sucht und die oftmalige Abhängigkeit deutlich bewusst und man kann etwas an diesem Verhalten ändern. Ich werde mich zum Beispiel weiterhin bemühen, den Fernseher während des Essens stumm zu lassen. Und ab jetzt werde ich die Entscheidung, meinen gesamten tag vor der Glotze zu verschwenden, nicht mehr so leichtfertig treffen. Da ich jetzt gesehen habe, wofür man plötzlich alles Zeit hat.  🙂

Ich hoffe mein erster Selbstversuch hat euch gefallen und ich freue mich wie immer über Kommentare oder Anregungen, auch Kritik ist natürlich herzlich Willkommen. Die nächste Challenge bezieht sich auf das Thema Süßigkeiten und Snacks. Mal sehen, wie ich dieses Herausforderung meistere.

Eure Kat.

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2 Kommentare

  1. 19. Juli 2016 / 19:56

    Hallo Kat!
    Was für eine interessante Story von dir von diesem Experiment!
    Für dich als Bücherfan geht das wahrscheinlich zumindest leichter als für viele Menschen heutzutage..
    Fernsehen beim Essen mag ich z.B. auch überhaupt nicht, Essen ist für mich Genießen!
    Ohne Süßigkeiten und Snacks ist dann vielleicht noch schwieriger 🙂
    Ciao Markus
    http://www.markusjerko.at/photos/100-tage-sommer/

    • 20. Juli 2016 / 6:10

      Hallo Markus 🙂
      Vielen Dank, freut mich, wenn du das so siehst.
      Definitiv, zum Glück habe ich immer min ein Buch zur Stelle. 😀
      Als ob es für mich ohne Süßigkeiten & co funktioniert, werde ich erst herausfinden müssen 😉

      Liebste Grüße, Kat

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