My Digital Detox Experience

My Digital Detox Experience

Es waren nur zwei Tage, 48 Stunden, kein großes Ding. Doch ich habe mich frei gefühlt, als hätte jemand den Stein von meiner Brust genommen. Ich konnte wieder atmen, ohne es fotografieren zu müssen. Essen, ohne die Nudeln mit meiner Kamera zu verschrecken. Leben, ohne es auf Social Media zu teilen. Es gab kein Internet, stattdessen schrieb ich SMS oder telefonierte. Nicht nur Facebook & Co waren tabu, sondern auch der Blog, Whatsapp und Mails. Digital Detox war angesagt. Ich wollte nichts sehen, nichts wissen, nichts tun. Es gab nur mich und die Leute, die ich liebe. Es waren nur 48 Stunden ohne Internet. Aber 48 Stunden können viel verändern. Sehr viel.

Freitag | Digital Detox – Die Entscheidung

Die Entscheidung zu meinem Digital Detox war gefallen. Aufgrund der Reaktionen auf meinen Filter-Beitrag am Freitag, wollte ich endlich die Notbremse ziehen. Instagram war zum Hassobjekt geworden und nicht einmal der Blog machte mehr Spaß. Ich musste etwas ändern, mich abkapseln und wieder lernen zu atmen. Luft zu bekommen, ohne dabei Bilder zu bearbeiten. Ich schrieb einen weiteren Beitrag, den zweiten an diesem Tag, über meinen Entschluss, plante ihn für Sonntag vor und schloss alle Registerkarten. Am Nachmittag traf ich mich mit Biene zum Fotoshooting. Ich zeigte nichts davon auf InstaStories, schrieb keinen Post auf Facebook oder eine Kurzmeldung auf Twitter. Wir knipsten, aßen Eis und lachten. Nichts davon werdet ihr im Internet finden, bis auf die Ergebnisse des Shootings. Den wichtigsten Menschen schrieb ich eine Nachricht, dass ich am Wochenende nur über SMS zu erreichen wäre. Sie fragten nach und wussten gleichzeitig wieso. Denn Internetsucht lässt sich nicht verstecken. Schon gar nicht vor der eigenen Mama.

Samstag | Digital Detox Tag 1

9Uhr morgens, ich stand am Bahnhof und wartete auf Lisa. Meine Finger tippten die letzten Zeilen für dieses Wochenende. Ein abschließender Instagram-Post. Eine Art „Adieu, wir sehen uns am Montag.“ Die Reaktionen darauf bekam ich nicht mehr mit, denn nur Sekunden später kappte ich die Internetverbindung. „Sind Sie sicher, dass sie die Verbindung unterbrechen wollen?“ Nein, ich war mir nicht sicher. Aber ich tat es trotzdem. Wenig später rückten die Gedanken an Instagram & co in den Hintergrund. Lisa und ich saßen im Zug, quatschten über unseren Shoppingtag, der so kurz bevorstand. Niemand wusste davon, ich hatte es ja nicht veröffentlich.

Die Last war von meinen Schultern verschwunden. Ich fühlte mich nicht mehr gezwungen, etwas zu posten. Musste niemanden unterhalten oder Kommentare beantworten. Ich war in der Realität und es gefiel mir. Wir probierten uns du das ganze Sortiment von Zara, Hollister und Humanic. Ich fragte nur Lisa nach ihrer Meinung, nicht InstaStories. Wir aßen ohne Knipserei, redeten anstatt zu simsen und das Handy blieb, bis auf ein paar Nachrichten, ödes Wüstenland. Später griff ich nicht einmal mehr danach. Manchmal war es komisch. Wenn ich etwas auf Google suchen wollte oder neue Bekanntschaften auf Facebook adden. Aber ehrlich gesagt, dachte ich die meiste Zeit nicht einmal an Social Media. Es war mir egal. Und es freute mich, dass es mir egal war.

Sonntag | Digital Detox Tag 2

Ich vermisste Whatsapp. Gerne hätte ich Fabs meine Ausbeute gezeigt und MMS waren mir dafür zu teuer. Ich lebte in diesen Tagen in einer anderen Zeit. Der neue Beitrag war ebenfalls online gegangen und Julchen hatte ihn für mich geteilt. Laut ihren Updates über SMS waren die Reaktionen positiv und ich würde mich sicher über die netten Worte freuen. Die Neugierde kratzte an meiner Abstinenz. Der Blog fehlte mir, die Menschen, die ihn lesen. Instagram hingegen überhaupt nicht. Ich war so froh, so erleichtert, dass ich heute nichts posten musste. Kein Like-Check, kein Weißabgleich mit anderen Bildern aus dem Feed. Es war so befreiend, so wundervoll. Es war nicht nur das Internet als solches, das mich ausgelaugt hatte, sondern vor allem Instagram und seine perfekte Scheinwelt. Weniger Filter, mehr Leben. Außerdem bin ich konzentrierter, das Handy bleibt in der Tasche und stattdessen unterhalte ich mich mit echten Menschen, die neben mir sitzen.

Fazit | Digital Detox

Es war nicht viel Zeit, vielleicht würde es nach einer ganzen Woche Digital Detox anders aussehen. Aber ich habe jeden Moment genossen. Kein Instagram-Druck, kein Like-Wahnsinn. Und nicht immer alles fotografieren oder posten. Das nehme ich mir für die künftigen Tage vor. Genauso wie Kerstin es in ihrem tollen Beitrag beschrieben hat. Mehr Echtheit und weniger Fake. Weil wir doch alle nur Menschen sind. Ich habe die Freude am Schreiben wiedergefunden und schwöre der krampfhaften Suche nach Anerkennung ab. Die Anzahl der Likes sagt nichts über mein Talent oder mich als Mensch aus. Es ist letztendlich nur eine Zahl. Ich werde in Zukunft öfter auf das Internet verzichten. Vielleicht nicht auf alles. Facebook und der Blog dürfen mir da gerne erhalten bleiben. Aber auf Instagram. Denn diese App hat mich so lange unglücklich gemacht und das möchte ich mir nicht mehr antun. Es soll doch Spaß machen, Bilder mit seinen Followern zu teilen. Kein Wettbewerb oder ein Schönheitscontest. Zwei Tage Internetfreiheit können einem das Leben zurückgeben. Eine Erfahrung, für die ich wirklich dankbar bin.

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5 Comments

  1. 22. Mai 2017 / 11:58

    Liebste Kat,

    ein wirklich toller und ehrlicher Beitrag!
    Ich finde es toll, dass du dir ein internetfreies Wochenende gegönnt hast.
    Eigentlich denkt man sich, achja, zwei Tage.. ist doch nix großes. Aber ich glaube, ich würde es auch recht schnell merken, schon bei Kleinigkeiten vermutlich, wie du schon sagst, wenn man zb schnell etwas googlen möchte.
    Im Urlaub bin ich super selten im Internet, oft gibt es halt einfach keins. Und das macht mir überhaupt nichts aus. Wenn ich Internet habe schreibe ich mit meiner Mutter, oder poste mal ein Foto auf FB.
    Immer, wenn ich solche Beiträge sehe, bin ich echt froh, dass Instagram mich nicht so in seinen Klauen hat.
    Manchmal poste ich 5 Tage nichts, einfach, weil ich es gar nicht so präsent habe.
    Mittlerweile schraubt Insta die Reichweite ja eh runter bzw. sieht man immer die gleichen Fotos im Feed.
    Es macht weniger Spaß als früher, aber es setzt mich null unter Druck.
    Mein Blog ist mir da wichtiger und damit einhergehend das regelmäßige Posten von Beiträgen, die am besten noch guten Content aufweisen. Aber auch da gilt, wenn ich mal keine Zeit/Lust habe, dann ist das halt so.
    Aber ich liebe das Bloggen und investiere automatisch viel Zeit & Mühe.

    Liebe Grüße und einen tollen Start in die Woche,
    Nicci

  2. 22. Mai 2017 / 12:13

    Liebe kat, das hört sich nach einem tollen Ergebnis an und man muss eben zu Sachen wie Digital Detox oder anderen Dingen greifen, damit man sich auf sein echtes Leben mehr konzentriert. Tolles Experiment 🙂 alles liebe!

  3. 22. Mai 2017 / 14:51

    Liebe Kat,
    das ist echt ein mega guter Beitrag und ich spiele mit dem Gedanken, auch einmal ein Wochenende das Social Media zu „detoxen“. Danke für die Inspiration!
    xx Leni

  4. 23. Mai 2017 / 22:56

    Liebe Kat,
    ich finde es klasse das du dein Experiment so durchgezogen hast.
    Es ist einfach wahnsinn was Instagram mit einem anstellt… und ich muss zugeben das ein paar Tage Auszeit auch mir gut tun würden. Respekt das du auch auf facebook und Whats App verzichten konntest und die Zeit auch wirklich genossen hast. Du hast mir mit deinem Beitrag wieder sehr zu denken gegeben und ich werde es definitiv demnächst auch mal machen. 🙂
    Ich wünsche dir eine wunderschöne Woche!
    Liebste Grüße Tamara
    http://www.fashionladyloves.com/

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