Love to help

Love to help

Gefühle können so penetrant und nagend sein, dass man sie den ganzen Tag nicht mehr vergisst. Man verbringt Sekunden damit, sich Gedanken zu machen, was sich schließlich zu Minuten ausdehnt. Der Kopf ist bis oben hin voll, Ausreden streiten sich um den ersten Platz und letztendlich kommt man doch zu dem Schluss, dass das sowieso ein anderer machen kann. Doch wenn alle so denken, kommt gar nichts in die Gänge. Es ist kein Geheimnis, dass in unserer Gesellschaft Menschen leiden, Tiere ausgesetzt werden und Bäume einer nach dem anderen abgeholzt werden. Helfen kann so einfach sein, aber wir verschließen uns oft davor. Nicht weil wir böse sind oder nicht helfen wollen. Vielleicht vergessen wir unser Anliegen wieder und es verstaubt plötzlich in der nächsten Ecke. Oder die Überlegung, dass man ja selbst sparen möchte und eigentlich kein Geld für so etwas hat. Nachdem ich einen Teil meiner Bücher verkauft hatte, um mehr Geld beiseitelegen zu können, ging meine Mama und ich auch meine Kontoauszüge durch. Welche Ausgaben ließen sich senken, was konnte man streichen? Als wir zu einer monatlichen Spende kamen, schüttelte ich vehement den Kopf. Ich mache nicht viel für unsere Welt, eigentlich viel zu wenig. Aber dieser Geldbeitrag lässt mich glauben, dass ich trotzdem jemanden helfe. Ich mag oft faul sein, keine Disziplin haben und rumjammern. Doch der Gedanke an einen Menschen, der vielleicht nur wegen mir etwas zu Essen bekommt, weckt den Funken Hoffnung in mir, dass ich ein guter Mensch bin.

Ich bin kein Weltverbesserer. Ich verbrauche immer noch zu viel Plastik, was mich rasend macht, oder fahre täglich mit dem Auto durch die Gegend. Aber es gibt immer kleine Dinge, die man für sich selbst und die Erde tun kann. Sei es mit Geld oder Aufmerksamkeit. Ein paar Wege, um zu helfen, habe ich zusammengefasst. Tut etwas für diejenigen unter uns, die nicht so viel Glück hatten. Und sei es nur, um das Gewissen zu beruhigen.

Flaschendeckel sammeln. Auf diese Aktion bin ich durch den Freund meiner Schwester gestoßen. Ich saß nichtsahnend auf ihrem Bett, sah ihr beim Packen zu und plötzlich fragte sie mich: „hast du eigentlich Flaschendeckel übrig?“ Mit so einer seltsamen Frage hatte ich nicht gerechnet, dementsprechend sah meine Reaktion aus: „Hä?“ Si erklärte mir, dass die gesammelten Flaschendeckel eingeschmolzen werden und man für eine bestimmte Menge Geld bekommt. Ein Arbeitskollege ihres Freundes wollte damit einen Rollstuhl für einen beeinträchtigten Jungen kaufen. Sofort sprang ich auf, rannte in mein Zimmer und pflückte jeder Plastikflasche den Deckel vom Kopf. Es sind kleine Dinge, von denen man nicht einmal weiß, dass sie etwas so Schönes bewirken können. Eine Schule hat bei dieser Aktion ebenfalls teilgenommen. Macht euch schlau, ob es in eurer Nähe ebenfalls solche oder ähnliche Dinge gibt oder schickt mir einfach alle Deckel, die ihr habt. 😉 Es ist nicht schwer, Gutes zu tun.

Aktion gegen Hunger. Ich hielt mich nie für den großen Samariter. Jeder Euro sollte brav auf meinem Konto verharren, bis ich mir davon etwas leisten wollte. Doch wenn ich traurige Augen sehe, die von feinen Fäden der Hoffnung durchzogen sind, bricht mir das Herz. Denn ich bin diese Hoffnung. Und jetzt ist das die Spende, die ich einfach nicht von meiner Ausgabenliste streichen kann. Mit 15€ im Monat kann ich jemandem den Hunger nehmen, es reichen bereits 5€.

Tierpatenschaft. Tierhaare und Spielzeug säumen den Boden. Mit einem liebevollen Lächeln betrachtet man den haarigen Freund, der hechelnd zu unseren Füßen sitzt. Ich hatte nie große Haustiere und habe mich stattdessen mit Nagetieren angefreundet. Hamster, Hasen, für kurze Zeit zwei Ratten. Aber nicht alle Tiere haben es so gut wie unsere Schoßhündchen und Katzendamen. Ich weiß nicht, wie sehr ihr mit aussterbenden Arten vertraut seid. Ich bin es jedenfalls kaum. Und als ich die Liste auf der WWF-Seite sah, bekam ich erstmal einen Kloß im Hals und feuchte Augen. Tiere, die einfach aufhören könnten zu existieren. Das drang bis dahin nicht in mein Gedächtnis vor. Mein nächster Schritt wird also eine Tierpatenschaft sein. Ein schönes Geschenk für Tierliebhaber oder alle, die süßen Knopfaugen einfach nicht widerstehen können.

Baum pflanzen. Unsere Welt droht in Abgasen und  Müll zu ersticken. Inseln voller Plastik schwimmen durch die Ozeane, Straßen sind verstopft und alles, woran Menschen denken, ist die Zeit, die ihnen gestohlen werden könnte. Bäume werden niedergemetzelt, um bessere Straßen zu bauen. Grün weicht Grau, weil es wohl einfach nützlicher ist. Doch Wälder sind eine wichtige Grundlage für eine gesunde Umwelt. Geht in den nächsten Blumenladen und kauft euch einen Baum zum Einpflanzen. Oder werde Baumpate und hilf mit, dass in Namibia für Trees for the World® neue Bäume gepflanzt werden können. Wir alle brauchen Luft zum Atmen, nehmt sie euch nicht selbst weg.

Tierheim helfen. Meine Haustiere hatten immer ein schönes Leben bei uns. Meinem geliebten Hamster haben wir sogar eine Art Gehege gebaut, indem er dann immer wackelnd herumgerannt ist. Er starb nach vier glücklichen Jahren, mehr als so manchem Hamster vergönnt ist. Doch leider landen viele Tiere allzu oft in Tierheimen, weil sie als unüberlegte Anschaffung oder Geschenk gedacht waren.  Ich wollte einmal in einem Tierheim aushelfen. Doch die Arbeiter dort waren nur wenig begeistert. Sie hielten mich wohl für ein verzogenes Gör, wie ich da mit runden, naiven Augen nach einer Tätigkeit fragte. Einen Versuch ist es trotzdem wert. Fragt, ob ihr Hunde ausführen oder anderweitig mithelfen könnt. Oder lasst euch zu einer kleinen Spende hinreißen, wenn euch, wie mir, die Distanz zum nächsten Tierheim einfach zu groß ist. Tiere sind mehr als nur Fellknäuel, sie sind Begleiter, die so manchen trüben Tag aufhellen können.

Kampf gegen den Krebs. Es gibt nur wenige Dinge, die ich mehr hasse, als Krankheiten, die Familien zerstören. Geschichten über todkranke Kinder oder kaputte Lungen brechen bei mir jeden Damm. In der Hauptschule gab es eine jährliche Aktion, wo alle Klassen für die Kinderkrebshilfe sammelten. Meine Gruppe und ich hatten mein gesamtes Dorf übernommen, radelte durch die Gegen und bekamen beinahe 1000€ zusammen. Wir machten uns weniger Gedanken darum, was das Geld bewirken konnte. Wir genossen einfach die gemeinsame Zeit und freuten uns, etwas Gutes tun zu können. Eines meiner liebsten Bücher ist „The fault in our stars“ von John Green. Zwei Teenager verlieben sich und versuchen dem allgegenwärtigen Krebs zu trotzen. Aber leider gewinnt das Scheusal viel zu oft. Setzt ein Zeichen gegen den Krebs, helft mir einer Spende und geht zur Brustkrebsuntersuchung. Manchmal sind es nur Minuten, die ein ganzes Leben verändern können.

Ihr könnt mich jetzt für einen Moralapostel halten, aber im Zuge meines Projektes möchte ich mein Leben ändern. Und das schließt auch andere mit ein. Jemandem helfen zu können, ist immer ein gutes Gefühl. Egal ob es sich um Tiere, Menschen oder die Umwelt handelt.  Es ist ein kleiner Schritt, der so viel bewirken kann. Wir müssen ihn nur gehen.

 

Eure Kat.

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2 Kommentare

  1. Julia
    4. Juli 2016 / 12:51

    also zum Punkt Tierpatenschaft würde ich dir eindeutig das Tierparadies Schabenreith ans Herz legen – da weißt du wirklich wo dein Geld hinkommt und das du einem süßen Knopfaugenträger hilfst!

    • 4. Juli 2016 / 16:14

      Dankeschön für den Tipp, Julia. 🙂
      Sehe ich mir gleich an. <3

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