Kat goes Youtube

Kat goes Youtube

Verkrampfte Finger und ein roter Kopf. Meine Haare fallen mir in die Stirn, ich wische sie achtlos weg. Was mache ich hier eigentlich? Alles fühlt sich falsch an, als wäre ich in meinem eigenen Körper gefangen und sehe dabei zu, wie ich in den Abgrund stürze. Atmen. Die Linse fokussiert mich, lässt mich nicht aus den Augen. Ihr Blick brennt sich in meinen und ich traue mich nicht den Mund aufzumachen. Falsche Worte zum falschen Zeitpunkt, vielleicht sogar etwas Dummes. Aber ich habe mich dafür entschieden. Extra mein Regal umgestaltet und farblich sortiert. Nur für diesen Moment und all die anderen, die noch kommen werden. Für eine Aufnahme meines Lebens. 2 Stunden Bücher bewegt und wieder zurückgestellt. Alles für das hier. Ich lächle, seufze ein letztes Mal. Meine Lippen öffnen sich und ich sage: „Hallo. Mein Name ist Kat. Willkommen zu meinem Video.“

Why am I doing this?

Ich habe es mir leichter vorgestellt, einfacher. Als würde ich mit einer lieben Freundin reden und lachen. Eine Erinnerung schaffen. Aber letztendlich war es ein ziemlich befremdliches Gefühl, mit einer Kamera über mich zu sprechen, mein Leben in Bilder zu fassen. Jede Sekunde dachte ich über mein Aussehen nach, ob meine Haare auch ansehnlich genug waren. Die Kette gut saß oder der Pulli cool wirkte. Ein Spießrutenlauf in meinem eigenen Kopf und die Frage, warum ich das überhaupt mache. Die bisherigen Videos gingen mir leicht von der Hand. Die Travel Diaries für Venedig und Lissabon, auch das Free Hugs Video war wie ein Wimpernschlag. Weil ich kaum reden musste, nur tanzen, lachen oder umarmen. Ich war nicht allein, hatte Gesellschaft oder Mitreisende. Aber dieses Mal saß ich alleine vor der Kamera, die wie ein tadelnder König auf dem Stativ thronte. Es fühlte sich so fremd an, einfach zu reden, obwohl ich dafür bekannt bin. Ich bin eine Quasseline und dazu stehe ich auch. Aber einfach in die Linse zu starren und mich selbst vorzustellen, war schwerer als gedacht. Heutzutage ist jeder auf Youtube. Channels schießen wie Pilze aus dem Boden. Aber ist es bei Blogs nicht genauso? Wenn man sich die Zahl der Blogger ansieht, scheint es, als hätte jeder eine eigene Website. Aber hat mich das gestört oder zurückgehalten? Nicht im Geringsten. Warum sollte ich dann nicht auch in den Youtube Pool hüpfen? Well, I did.

15 Facts about me. | May I introduce myself?

15 Dinge, die mich als Person ausmachen. 15 Besonderheiten, warum ich jetzt der Mensch bin, der vor der Kamera sitzt und redet. Von banalen Kleinigkeiten wie meinem Alter oder der Lieblingsband zu gesanglichen Einblicken im Auto oder meiner tänzerischen Begabung. Ich wollte, dass die Leute mich kennenlernen, wissen, wie ich bin und was mich ausmacht. Ein Travel Diary sagt nicht viel über die Person hinter dem Channel aus. Ein Vorstellungsvideo hingegen schon. Also habe ich es einfach getan und ein Video über mich selbst gemacht. Vollgepackt mit Verrücktheiten und einer ganzen Menge Kat. Denn wisst ihr was? Kat goes Youtube. Warum? Weil Videos mir Spaß machen, ich gerne rumalbere und es eine tolle Ergänzung für den Blog ist. I do what I want, because I can. Und das ist auch gut so. Das Leben ist zu kurz für Angst und Was-wäre-wenn‘s. Also wenn ihr mich besser kennenlernen wollt, seht euch gerne das Video an. Mehr Ich geht wirklich nicht.

Eure Kat.

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4 Kommentare

  1. 16. September 2016 / 21:07

    Freut mich, dass du dich der ungewohnten Kamera-Situation gestellt hast! Dein Video werde ich mir nachher auf jeden Fall ansehen, denn ich finde auch, dass solche Kleinigkeiten-Erzählungen viel über den Menschen aussagen. Und meist sind es ja gerade diese Kleinigkeiten, die die Persönlichkeit dann am Ende ausmachen 😉

    Liebe Grüße

    • 20. September 2016 / 8:49

      Ja darüber bin ich auch froh 🙂 Vielen Dank, das freut mich wirklich.
      Love, Kat

  2. lophornia
    18. September 2016 / 0:53

    Viel Spaß bei weiteren Videos!

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