Herbst Playlist 2017 | Autumn Blues

Herbst Playlist 2017 | Autumn Blues

Das Taschentuch fällt mir aus der Hand, wird vom Wind mitgerissen und durch die Luft getragen.
Zu meinen Füßen türmen sich die nassen Blätter, klettern meine Schuhe hoch. Kälte frisst sich durch den Stoff, meine Haut ist dem Herbst einfach ausgeliefert.
Rote Wangen, graue Tage. Überall Farbe und trotzdem ist alles so blass, wie verwischte Wasserfarben.
Der Himmel weint wieder. Vielleicht vermisst er den Sommer.
Dicken Tropfen treffen meine Mütze, dann meine Schultern. Regen zieht an meinen Haaren. Leise flüstert das nächste Lied in mein Ohr, lässt mich inne halten und frieren.
Warum stehe ich noch hier, wo mein Herz doch schon zu Eis wird?
Mitten im Wald, irgendwo zwischen Bäumen und Laub, höre ich ihm zu. Wie er mir seine Sorgen vorsingt und hofft, dass ich ihm helfen kann.
Mehr Regen, meine Schuhe versinken im Boden. Die vergangene Woche hatte keine Farben.
Schwarz-weiß und irgendetwas dazwischen. Und jetzt spricht er genau diese Worte aus. Als hätte er das Lied nur für mich geschrieben. Vielleicht hat er das. Vielleicht weiß er es nur nicht.
Taube Hände ziehen den Schal enger um meinen Hals. Weiche Baumwolle streicht über mein Schlüsselbein.
Wann hat er aufgehört zu träumen?
Eigentlich liebe ich den Herbst. Fast so sehr, wie den Frühling, aber nicht ganz.
Doch dieses Jahr ist er so grausam. Reißt mir meine Gesundheit aus den Fingern und lässt mich frieren. Lässt mich nicht mehr schlafen, weil die Blätter gegen mein Fenster peitschen.
Es wird besser., flüstert mir der Wind zu. Er hat nur ein paar schlechte Tage.
Ich ziehe das Handy aus der Tasche. Mein Finger schwebt über dem Display, die Herbst Playlist 2017 ist fast zu Ende. Und ich schließe die Augen, genieße die letzten Akkorde und stehe immer noch da, wo der Regen mich zurückgelassen hat.


Herbst Playlist 2017 | Autumn Blues


Eine kleine Playlist für den angebrochenen Herbst. Für traurige Herzen und hysterische Seelen. Voller warmer Pullover, Früchtetee und aufbrausender Gedanken. Und einem Hauch Melancholie mit Honig.

Follow:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.