Eine Woche ohne Zucker – Fazit

Eine Woche ohne Zucker – Fazit

Er steht nur eine Armlänge von mir entfernt, grinst mich an und ich bin versucht nachzugeben. Mit einem Lächeln winke ich dankend ab. Ich habe eine Mission und diese werde ich nach Kräften auch ausführen. Der Kuchen bleibt auf dem Teller liegen, liebäugelt Minuten später immer noch mit mir. Aber mein Wille ist stärker als der Drang nach sinnlosen Kalorien. Auch wenn sie umwerfend gut schmecken würden. Die Sonne kriecht mir über den Kopf, meine Schwester sitzt neben mir und genehmigt sich ein Stück. Die Gabel fährt zart durch das Backwerk und ich schließe kurz die Augen. Ich werde durchhalten, versagen stand nicht auf dem Plan.

Anfangs kam mir immer wieder der Gedanken: Warum mache ich das?

Bin ich verrückt geworden und überschätze mein Durchhaltevermögen? Aber ich habe es geschafft, mit Disziplin durchgezogen und bin der Meinung, dass es ein tolles Experiment war. Manchmal anstrengend und in vielen Situationen auch nervenzerrend aber ich würde es wieder tun. Trotzdem ist der komplette Verzicht auf Zucker für mich längerfristig keine Option. Weniger, auf jeden Fall. Ich werde künftig auf Alternativen zurückgreifen oder mir genauer überlegen, ob ich diesen Schokoriegel wirklich brauche. Der Zucker ist die Volksdroge schlechthin und auch ich muss gestehen, dass ich abhängig bin. Nach einer Woche ohne kann ich aber sagen, dass es mir in Zukunft deutlich leichter fallen wird, mal „Nein“ zu sagen.

Der Stress fing beim Einkaufen an, da es deutlich länger gedauert hat als üblich. Paranoid wie ich war, checkte ich jede Zutatenliste dreimal. Sogar Milch und Datteln blieben nicht verschont. Meine Gedanken regierten mit eiserner Faust und ich war mir sicher, in kein Fettnäpfchen zu treten. Süßigkeiten verschwanden vollständig von meinem Speiseplan, das Stück Schokolade nach dem Mittagessen fehlte mir schmerzlich in den ersten drei Tagen. Stimmungsschwankungen waren keine Seltenheit und Tagträume über geschmolzene Schokolade oder Chips gruben sich in mein Hirn. Mir wurde klar, wie abhängig uns die Industrie von Zucker machte. Aber es wurde besser. Ich griff vermehrt zu Gemüse und Obst, ging achtlos an vollgestopften Schokoregalen vorbei und war nach jeder neuen Minute stolzer auf mich. Da ich nicht mehr wahllos zugreifen konnte, überlegte ich genauer, was ich aß. Wählte meine Speisen mit Bedacht und Fressattacken blieben schlichtweg aus. Auch wenn ich ein paar Gerichte verschmähen musste, weil sie mit Fertigbasis oder zuckerlastigen Gewürzen versetzt waren, ging es mir gut. Einzig die Süßigkeitenalternative bereitete mir Kopfzerbrechen und ein Besuch im Restaurant mitsamt Familie ließ meine Abwehrschilde fallen. Mit trockenem Salat wollte ich mich nämlich nicht zufriedengeben. Allgemein habe ich mich mit Spaziergängen und Unternehmungen abgelenkt. Besonders schwierig war der Besuch bei meiner Godi, wo es duftenden Kuchen gab und ich leider ablehnen musste. Aber sei es drum. Überlebt habe ich diese Woche trotzdem.

Fazit:

Es war wirklich interessant, eine Woche auf Zucker zu verzichten und zu sehen, wo der Störenfried überhaupt überall drin ist. Fakt ist, dass ich viele alltägliche Lebensmittel plötzlich nicht mehr essen konnte, wie Tomatensoße oder Wraps. Alternativen gäbe es vermutlich, wenn man sich intensiv damit beschäftigt und die Kaufmöglichkeiten hat, genug. Doch ich setzte einfach auf das Offensichtliche und gönnte mir Kohlenhydrate und Gemüse. *haha* Nach den ersten Tagen wurde es immer leichter, auch wenn Tiefphasen folgten. Für immer könnte ich es aber nicht, da ich am Sonntag sehr gelitten habe (:D) und unbedingt etwas Schokolade wollte. Für die Zukunft werde ich gewählter Einkaufen und mehr auf den enthaltenen Zucker achten. Süßigkeiten reduzieren und öfter mal einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Ich muss meinen Körper nicht mit dem weißen Gift vollpumpen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.

Eure Kat.

P.S.: Der Food Guide zu meiner zuckerfreien Woche kommt in wenigen Tagen online. 🙂

Würdet ihr dieses Experiment ebenfalls wagen? Habt ihr Lust auf mehr solcher Selbstversuche oder vielleicht sogar Vorschläge & Ideen? Comments make me happy!

Follow:

19 Kommentare

  1. Carina
    4. Oktober 2016 / 15:52

    Hallo Kat,
    ich könnte keine Woche ohne Süßigkeiten bzw. Zucker auskommen,
    da mein Alltag echt mit Unmengen von Nervensägen @work und mit vielen
    Lernstunden zu Hause von statten geht.
    Aber ich freue mich schon unheimlich auf deinen Food Guide, vielleicht
    finde ich mir ja da was, was schnell geht und dazu noch ohne reichlich Zucker ist.
    Bis bald,
    deine Carina

    • 5. Oktober 2016 / 11:04

      Hallo Carina. 🙂
      ja bei solchen Dinge braucht man Schokiunterstütztung. 😉 Ich bin gespannt, wie dir der
      Food Guide gefallen wird. Vielleicht findest du ja ein tolles Reszept für dich 🙂

      Love, Kat

  2. 4. Oktober 2016 / 20:34

    Ich habe ja im letzten Sommer irgendwann Zucker plötzlich gestrichen – allerdings nur zum Großteil. Ketchup beispielsweise gab es weiterhin in Mini-Dosen oder mal 5 Gramm Zucker im Pudding zum Mittagessen. Ein völliger Verzicht ist meiner Meinung nach nicht gesellschaftsfähig, solange die Zuckerdroge noch so häufig konsumiert wird. Denn das nicht-mitessen-können ist immer das Schlimmste, finde ich! Aber am Süßigkeitenregal kann ich immer noch einfach so vorbei gehen – die Droge schreckt mich eher ab als mich anzulocken. Wer braucht schon “leere” Kalorien, wenn er auch ein Obststück von Oma aus dem Garten haben kann?
    Dass du dein Experiment durchgezogen hast, finde ich spitze! Da hast du super viel Durchhaltevermögen bewiesen 🙂

    Auf den Guide bin ich gespannt – und mehr Selbsexperimente fände ich super, aber Vorschläge habe ich keine… oder vielleicht “1 Woche ohne Transfette”? Das ist nämlich auch was, was wie Zucker nur schädlich ist, aber in vielen Dingen vorkommt, oder?

    Liebe Grüße

    • 5. Oktober 2016 / 11:06

      Ich bin sehr beeindruckt von dir. Das ist eine tolle Entwicklung. Aber wie du sagst, gesellschaftsfähig ist es auf Dauer leider nicht.
      Dankeschön, ich bin auch stolz. da ich sonst nicht gerade mit Disziplin auffahren kann. 😀
      Freut mich, dass dir das Experiment gefallen hat. 🙂

      Love, Kat.

      P.S.: Danke für die Erwähnung auf deinem Blog. das hat mich sehr gefreut!

  3. 4. Oktober 2016 / 21:17

    Liebste Kat,
    ich finde es wahnsinnig Diszipliniert, dass Du das durchgezogen hast. Meine Bilanz waren mal 5 Tage, auf die ich wirklich stolz war! Im nachhinein ist mir nur aufgefallen wie süßü allein schon Obst ist und das billige Schocki wirklich ekelhaft süß schmeckt. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf deinen Food Guide und ob er mich motivieren kann, doch nochmal eine zuckerfreie Phase einzulegen.

    Bisous aus Berlin, deine Patricia
    THEVOGUEVOYAGE by Patricia Petite

    • 5. Oktober 2016 / 11:08

      Dankeschön, das freut mich sehr. ja ich war selbst etwas erstaunt, muss ich gestehen. 5 Tage sind super!
      Ja es gibt Dinge, die ich jetzt auch nicht mehr essen/trinken kann. 😀
      Mein Food Guide ist hoffentlich eine gute Zusammenfassung meiner Gerichte und ein kleiner Überblick, was man
      alles essen darf. 🙂

      Love, Kat

  4. nathalie
    6. Oktober 2016 / 13:56

    Achja, das wollte ich auch schon soo lange ausprobieren.
    Aber irgendwie schaffe ich es nie :((

    LG*

    Nathalie von Fashion Passion Love ♥

    • 7. Oktober 2016 / 16:28

      Ich drück dir die Daumen, dass du es schaffst. Vielleicht hilft dir ja mein
      Foodguide dabei. 🙂

      Love, Kat

  5. 7. Oktober 2016 / 4:37

    Meine Mama isst kaum Zucker und kommt gut damit zurecht – für mich persönlich wäre es nichts muss ich sagen, aber mein Zuckerkonsum hält sich generell trotzdem eher in Grenzen. 🙂

    xx aus LA,
    Kat

    http://www.teastoriesblog.com

    • 7. Oktober 2016 / 16:31

      Wow, meinen größten Respekt. 🙂 Kann ich gut verstehen.
      Ich konsumiere leider oft genug Zucker, was ich aber weiterhin senken möchte.

      Love, Kat

  6. 7. Oktober 2016 / 13:45

    Solche Posts finde ich immer megatoll! Ich habe auch eine Zeit lang komplett auf Zucker verzichtet, damit ich aufhöre, kurz vor dem Schlafen mir eine Packung Kekse reinzuhauen. Wenn man daran gewöhnt ist, den Zucker nicht zu essen, hat man auch keine Lust mehr. Jetzt esse ich vielleicht nur mehr einen Keks oder so, und nicht mehr die ganze Packung, weil ich danach immer zufriedengestellt bin 🙂
    Selbstversuche finde ich immer toll! Wie zwei Wochen vegan, oder mal nur keine Milchprodukte, nur Gemüse und Getreide, eine Woche auf Rolltreppen verzichten oder sowas in der Art haha 🙂

    Liebe grüße,
    Tamara | brunettemanners.at

    • 7. Oktober 2016 / 16:33

      Freut mich zu hören, Danke. 🙂 Kekse sind aber auch zu lecker.
      Ich habe mir witzigerweise gerade eben eine Packung Kekse gekauft. 😀
      Nomnom. Super, Danke für die tollen Ideen, da kann ich bestimmt bald mein nächstes
      Experiment starten. Yay 🙂

      Greets, Kat <3

  7. 8. Oktober 2016 / 0:24

    Hi Kat!

    Erstmals muss ich dich für dein tolles Foto loben. Das finde ich wirklich einsame spitze und richtig, richtig schön 🙂
    Und ich muss dich auch loben, dass du so standhaft geblieben bist. Respekt. Du hast Recht: Zucker macht abhängig. Ich versuche auch, den Zucker zu vermeiden, aber manchmal ist es dann doch nicht so leicht. Deine Stimmungsschwankungen waren vollkommen normal, es ist ja irgendwie doch wie ein Entzug und da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, muss er sich gewohnte Muster abgewöhnen und das ist schwieriger, als sich solche Muster überhaupt anzugewöhnen, denn das geht richtig, richtig schnell :/

    Liebste Grüße
    Lisa
    http://www.mycafeaulait.at

    • 10. Oktober 2016 / 8:22

      Hallo Lisa. 🙂

      Vielen Dank für die lieben Worte gleich zu anfang. Freut mich sehr.
      Ich bin auch etwas stolz auf mich, da mein Ernährungsplan sonst sehr zuckerlastig ist.
      Du sagst es, es gleicht manchmal wirklich einem Entzug. Da sprichst du ein wahres Wort.
      Gewöhnen können wir uns schnell, entwöhnen ist dann die Hürde. 🙂

      Greets, Kat <3

  8. 9. Oktober 2016 / 22:59

    Huhu! EIne Woche ohne Zucker! Respekt!!!…ich glaube das würde mir schon richtig schwer fallen …was machst du denn dann wenn du mal lange unterwegs bist?…also wir waren heute mit der family in nem schloss trauttmansdorff …und unser proviant allein hatte glaub ich schon so ziemlich viiiiel Zucker, auch wenn wir echt gesundes Zeugs dabei hatten!^^ und überhaupt in stressigen Zeiten ohne meine Schokolade, ich glaube no way! Fand es total interessant das hier zu lesen und vielleicht ahme ich es ja doch mal nach ^^…also vielen Dank für den Beitrag! Viele Grüße! Maren

    • 10. Oktober 2016 / 8:24

      Danke liebe Maren 🙂
      Ja, wenn man unterwegs ist, ist es wirklich schwer. Ich denke da auch an Urlaub oder nur Essen gehen.
      man fragt doch nicht bei jedem Koch nach den Zutaten. 😀 Zucker versteckt sich ka leider ziemlich gut.
      Schoki ist immer ein guter Seelentröster. 🙂
      Sehr gerne, freut mich!

      Greets, Kat <3

  9. 4. November 2016 / 17:11

    Hallo Kat!
    Toller Versuch und mein Respekt, dass du durchgehalten hast. Ich bin eher die salzige Nascherin, aber wenn ich bewusst auf Zucker verzichten würde, weiss ich jetzt schon, dass ich dann nur noch an Süsses denken könnte!
    Liebe Grüsse
    Veronica

    • 5. November 2016 / 13:48

      Dankeschön, das freut mich sehr. 🙂 Ja ich bin leider Salty & Sweet und nasche fast
      grundsätzlich alles 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.