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Broken Thoughts

Letzte Woche saß ich, in eine Decke eingewickelt, auf der Couch und habe bei taff eine Doku über einen jungen Mann gesehen, Ricci. Ich persönlich kannte ihn bereits von Shopping Queen und fand ihn damals eher komisch als irgendetwas anderes. Gestern ging es mir ähnlich. Zu aufgedreht und over the top wie er sich präsentierte, verdrehte ich mehr als einmal die Augen. Doch zum Ende hin wurde ich aufmerksamer. Denn Ricci spielte nichts. Er war nicht nur eine schillernde Figur mit bunten Hosen. Er war ein netter, überdrehter Mann mit seiner eigenen Persönlichkeit, die er nicht vor der breiten Öffentlichkeit versteckte. Im Gegenteil, er kehrte sie nach außen.

Als ich mich heute wieder einmal in Selbstmitleid suhlte, ging ich auf Riccis Website und da las ich einen sehr inspirierenden Artikel von ihm. Über das Gefühl, fehl am Platz zu sein. Sich in seiner Haut nicht wohl zu fühlen, weil man einfach denkt, am falschen Ort zu sein. Die falschen Dinge zu sagen oder die falschen Gesten zu machen. Seine Worte berührten mich und lassen mich auch jetzt nicht los, während ich das hier schreibe. Ich habe Tränen in den Augen und beiße mir auf die zitternde Unterlippe um nicht mitten im Büro die Heulsuse zu mimen. Warum geht mir heute alles so nahe? Weil ich endlich etwas verstanden habe. Ich versuche ständig mich anzupassen, frage Menschen, ob sie meinen Blog auch gut finden oder meinen Schreibstil mögen. Versuche krampfhaft witzig oder originell zu sein, besser zu schreiben, interessanter zu schreiben. Aber das kann ich einfach nicht. So bin ich einfach nicht. Klar bin ich witzig und ein herzlicher Mensch. Doch es gibt immer jemanden, der witziger ist. Oder besser schreibt. Dann versuche ich ebenfalls so zu sein, weil die Menschen das zu mögen scheinen. Aber das bin nicht ich. Wenn ich mich um drei Ecken winden muss, um jemand anderer zu sein, ist das weder authentisch noch gesund. Well, I’m kinda broken. Und das Problem: Ich habe gerade keine Ahnung, wer genau ich bin. Zweifel prasseln wie Regen auf meinen Kopf, begraben mich unter sich. Ständig sehe ich nur wie gut die anderen sind, verschließe die Augen aber vor mir selbst. Ich bin ein eifersüchtiges, kleines Monster. Macht es mich sofort zu einem schlechten Menschen, wenn ich etwas will, was andere auch haben? Ich habe keinen Platz, weil ich mir nie einen genommen habe. Ich scheine keine eigene Person zu sein, keine hervorstechende Persönlichkeit. Ich bin der Abklatsch von vielen Menschen, denen ich gefallen will. Und jetzt, in diesem Moment, wird mir das klar.

Kaputte GedankenAber ich möchte ein eigener Mensch mit eigenen Meinungen sein. An mich selbst glauben können und denken, dass es genau richtig ist, was ich mache. Ich möchte keine
leere Hülle mehr sein, die sich mit Ideen von anderen füllt. Ich will mich nicht mehr verbiegen, ja gar nicht mehr daran denken es zu tun. Ich will eine Person sein, mit der man gerne schreibt oder redet. Weil ich meine eigene Meinung und interessante Dinge zu sagen habe. Viele Leute tun das. Sie scheren sich einen feuchten Dreck darum, was andere sagen. Hauptsache es sind Ihre eigenen Worte und nicht die eines anderen. Ich will nicht so sein wie sie. Ich will ich sein, mit den besten Eigenschaften. Doch an diesem Punkt muss ich mir eingestehen, dass ich nicht weiß, wie das geht. Wenn man sein ganzes Leben lang nur ein Mitläufer, ein Schoßhündchen ist, hat man er verlernt eine eigene Meinung zu haben. Man weiß nicht mehr, was richtig oder falsch ist, wenn man es nicht gesagt bekommt.

Die Frage ist: wie bekomme ich endlich MEINEN Platz auf dieser Welt? Wie kann ICH endlich ICH sein, ohne mich dafür zu schämen? Mir fehlt das Selbstvertrauen, das weiß ich. Aber jetzt wird es Zeit, dieses verdammte Selbstvertrauen endlich zu finden und es für mich zu beanspruchen. Weil ich es verdient habe, glücklich zu sein. So wie jeder von euch. Mit unserem Leben, in unserem Körper. Ich bin nicht umsonst auf diesem Planeten gelandet. Ich möchte dem Ganzen endlich einen Sinn geben. Und das werde ich auch! JETZT! Weil ich es wert bin, ein schönes, eigenes Leben zu führen. Und jeder von euch, der diesen Beitrag liest, hat es ebenso verdient. Wir müssen es nur wollen und vor allem tun! Wir müssen die Realität nicht kampflos akzeptieren. Wir können uns unsere eigene bauen, mit uns als Hauptcharakteren und niemandem sonst. Also tun wir es jetzt endlich und werden die Menschen, auf die wir am Ende unseres Lebens stolz sein können!

Eure Kat

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