Attersee Experience – Café Bandlkramerey

Attersee Experience – Café Bandlkramerey

Jedes Jahr kommen sonnenhungrige Touristen zu einem von Österreichs schönsten Seen. Mit klarem, glitzerndem Wasser und Schwänen, die auf der Oberfläche tanzen. Ich habe das Privileg eine Oma zu haben, die direkt neben dem See wohnt. Im letzten Beitrag habe ich euch ein paar Dinge über mein Stück Heimat erzählt. Doch die spiegelglatte Erscheinung ist nicht der einzige Grund, warum das Örtchen so viele Menschen anlockt. Es gibt Familien, die jeder kennt. Orte, die man unbedingt sehen will. Und Berühmtheiten denen nachgesagt wird, dass sie einmal hier gewohnt haben. Der bekannte Maler Gustav Klimt, zum Beispiel. Aber auch die Trachtenfamilie Tostmann lebt seit Generationen Tür an Tür mit uns. Mit Dirndln und Lederhosen haben sie sich in die Herzen der Österreicher und allen, die es gerne trachtig mögen, genäht.  Ein Betrieb, der in allen Zweigen seiner Existenz nach Nachhaltigkeit strebt.

Seit Ende Juni letzten Jahres gibt es neben dem Kleiderrausch der Familie auch noch ein Café, das unter ihre Fittiche genommen wurde. Anna Tostmann hatte die Idee ein altes Haus zu kaufen, zu restaurieren und daraus etwas Besonders zu machen. Das Café Bandlkramerey. Mit herrlichem Blick auf den See, einer hunderte Jahre alten Esche neben dem Eingang und modernen Akzenten die mit altmodischem Charme spielen, trumpft das Café auf. Und wenn man zwischen Dirndln und glitzerndem Wasser einen Kaffee trinkt wird klar: mehr Österreichfeeling geht nicht. Anna Tostmann selbst ist überzeugte Vegetarierin und Tierliebhaberin, weshalb es ihr umso wichtiger war, ihren Lebensstil in der Speisekarte wiederzufinden. 99% der Zutaten sind Bio und ein großer Bestandteil der Gerichte vegetarisch oder vegan. Und für Internationalität sorgt ein begabter Koch in der Küche, der trotz Topausbildung fliehen musste und nun in Österreich Speisen kreiert. Krieg macht leider auch nicht vor Sterneköchen halt. Es wird viel auf Abwechslung gesetzt und so findet man neben fixen Bestandteilen des Menüs, wie Frühstück und kleinen Speisen, eine ständig wechselnde Auswahl in der Wochenkarte. Egal ob Fleischesser oder Veggiefreund, jeder findet etwa, das ihm schmeckt. Ein rauchiges Blau zieht sich wie ein Faden durch das Lokal und wurde, dank alten Möbelschätzen, zur offiziellen Erkennungsfarbe ernannt. Das Haus selbst ist zwar alt, kann jedoch mit vielen Facetten und einem entstehenden Museum im oberen Stock verzaubern. Geschichte spielt mit der Gegenwart. Freundliches Personal bringt leckere Gerichte und Kuchen an den Holztisch und während man jeden Bissen genießt, kann man dem Wind beim Wellenspielen zusehen.

Das Café ist für mich ein Geheimtipp, da es still und heimlich eröffnet wurde und wie von selbst an Beliebtheit gewonnen hat. Das Ambiente wirkt stimmig und vereint zwei Welten. Meine Mama und ich haben uns bei wirklich wohl und herzlich empfangen gefühlt und ich möchte mich bei Frau Sandra Hackner bedanken, die sich über zwei Stunden Zeit genommen hat, um uns das Haus und seine Geschichte näher zu bringen. Also wenn ihr mich mal beim Attersee besuchen kommt, gehen wir lecker essen.

Eure Kat

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