After-Concert-Crisis || Panic! at the Disco

After-Concert-Crisis || Panic! at the Disco

Ich kann nicht fassen, wie lange wir auf Ereignisse und Träume warten, und sie dann binnen eines Wimpernschlags wieder verlieren. Dieses absurde Ungleichgewicht treibt mich noch in den Wahnsinn. Am Sonntag wurde mir ein langersehnter Wunsch erfüllt und ein weiterer Punkt von meiner To-Do-Liste gestrichen: Ich durfte Panic! at the Disco (meine Lieblingsband) zum ersten Mal live sehen. 4 Jahre habe ich auf diese Möglichkeit gewartet, ein halbes Jahr die Karten voll Vorfreude angestarrt und plötzlich, nachdem eine Stunde verstrichen war, fiel der Stern vom Himmel. Versteht mich nicht falsch, das Konzert war umwerfend toll. Brendons Stimme hätte besser kaum sein können (Thank God!) und es kamen fast ausschließlich Lieder, die ich mir zuvor innigst gewünscht hatte. Death of a Bachelor, Halleluja und mein heißgeliebstes Ready to Go. Warum bin ich dann jetzt, Tage später, nicht die glücklichste Person auf Erden? Weil es mir vorkommt, als würde ein Teil von mir fehlen. Der Teil, der so lange gewartet und in der Fantasie gelebt hast. Jetzt wurde das Konzert Realität und hat mich vollauf begeistert. Aber es zählt bereits wieder zur Vergangenheit. Und ich fühle mich seltsam im Stich gelassen, als hätte ich einen guten Freund verloren.

Inmitten einer Menge aus lachenden und tanzenden Menschen stehe ich zusammen mit Fabs, und spüre, wie meine Kehle nach dem vierten Song bereits wund wird. Mein Blick klebt an der Bühne, ich kann es immer noch nicht fassen, tatsächlich hier zu sein. Um mich herum kreischen Mädchen, ich bin eine von ihnen und bin stolz darauf. Wir freuen uns, singen mit, mein Freund hält sich lachend die Ohren zu, weil er so viel Girlpower auf den Ohren kaum erträgt. Schweiß klebt meine Haare im Nacken zusammen, ich fühle die Musik in jeder Faser und schließe für den Bruchteil einer Sekunde die Augen. Ich bin tatsächlich hier, jetzt gerade. Nach einer Ewigkeit, die ich mich mit Spotify durchgekämpft und die Lieder rauf und runter gehört habe. Ich atme diese Töne, kann jedes Wort auswendig und sehe, wie Brendon auf der Bühne steht und lächelt. Weil die ganze Halle seine Lieder mitträllert. Wasser, denke ich immer wieder, mir wird schwindlig und trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, aus vollem Halse meine liebsten Noten zu verkünden. Dann geht das Licht plötzlich an, die Band verschwindet und wir widmen ihnen einen letzten Applaus. Es ist zu Ende, die Masse trägt mich nach draußen.

Meine nostalgische Ader lässt an dieser Stelle grüßen. Montagmorgen kam der erste Schwung Wahrheit während des Frühstücks: Gestern war das Konzert, heute ist wieder alles wie immer. Es hat sich so seltsam angefühlt. Wenn man auf etwas so lange wartet und es dann innerhalb weniger Stunden vom Traum zur Geschichte wird. Diese plötzlich aufkommende Frage: Und was jetzt? Ich gebe es zu, ich bin in ein Loch gefallen, weil ich plötzlich nicht mehr wusste, worauf ich mich freuen sollte. Das Konzert markierte einen Meilenstein für mich. Doch diese wundervollen Wünsche, die in Erfüllung gehen, kann einem niemand mehr nehmen. Meine After-Concert-Crisis wird vorüber gehen und die Erinnerungen werden mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Gerade sehe ich immer noch betrübt dem Verlust von Vorfreude und Umsetzung entgehen, werde aber bald merken wie viel ich doch gewonnen habe. Immerhin bleiben mir, neben den Gedanken in meinem Kopf, auch die Videos von YouTube. Denn natürlich haben ein paar Fangirls mitgefilmt. God bless the Fangirls!

Eure Kat.

Kennt ihr diese seltsamen Gefühle? Wie geht es euch nach einem Konzert oder wenn ein Wunsch in Erfüllung geht?

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13 Kommentare

  1. Carina
    15. November 2016 / 17:34

    Hi Kat.
    Deine Situation kenne ich nur zu gut.

    Ich wollte schon immer studieren, jedoch warf mir das Leben noch einige Hindernisse vor die Füße, bevor es in greifbarer Nähe war. Als ich dann die Bestätigung bekam, dass ich einen Studienplatz hatte, war ich total begeistert und gleichzeitig dachte ich mir: “Das gibt es doch gar nicht! Die haben mich genommen!”. Jetzt im 5.Semester kommt es mir noch immer unwirklich vor, dass ich es bis dahin geschafft habe.

    Ein weiteres Beispiel war auch das “SIDO”-Konzert in meiner Heimatstadt. Ich war mit meiner besten Freundin dort und wir hatten uns schon sicher 2-3 Monate vorher, die Karten gekauft und freuten uns riesig darauf. Da das Konzert unter der Studienzeit war, war es natürlich total der Knaller als es endlich soweit war. Und die Krönung war noch immer das Foto mit ihm, bekam ich aber auch nur, weil meine beste Freundin unbedingt eines wollte. Danach wollte ich am liebsten am darauffolgenden Sonntag gleich nochmal hin. =) Einfach, weil es Spaß gemacht hat und das Studium schon ziemlich anstrengend war.

    Aber Kopf hoch, nach ein paar Wochen ist es eine schöne Erinnerung und das schwarze Loch ist verschwunden! =D

    Liebe Grüße,
    Carina.

    • 17. November 2016 / 7:24

      Danke für deine lieben Worte Carina. 🙂
      Bin froh, dass es nicht nur mir so geht.

      Ja mittlerweile ist es wieder besser. Bin einfach froh, dass mich jedes Lied an diesen
      tollen Abend erinnert. <3

  2. 15. November 2016 / 20:12

    Deine Gefühlslage kann ich wohl nur schwer nachvollziehen… aber ein wenig stelle ich es mir vor wie die Stimmung nach einem Traumurlaub… Manche Momente will man einfach nicht in der Vergangenheit wissen 🙁

    Mein erster Konzertbesuch steht aktuell noch auf meiner Wunschliste – am liebsten würde ich ja Bon Jovi, Nickelback oder Simple Plan live erleben *träum*. Schade, dass die Karte immer soooo teuer sind und ich immer eine stundenlange Anfahrt hätte, denn ich lebe wohl am Ort in Deutschland, der die grausigste Verkehrsanbindung hat.

    Dir wünsche ich ein schnelles Ende dieser After-Concert-Crisis!!! Du findest sicher etwas neues, worauf du dich total freuen kannst 😉 Ich träume da beispielsweise noch davon, mal an einem Bloggerevent wie der blogst teilnehmen zu können oder mir wieder ein eigenes Pony leisten zu können… Ich glaube, die Ziele und Wünsche werden mir nie ausgehen 😉

    Liebe Grüße

    • 15. November 2016 / 21:35

      Schau dich mal in den Facebook-Veranstaltungen nach Second-Hand-Tickets um. Die bekommt man zwar meist nur relativ kurzfristig, dafür sind sie dann relativ günstig. Mein Freund und ich sind so zu zweit zum Preis von einem bei Simple Plan gewesen. Ungefähr ganz kurzfristig. “Hey, da verkauft eine ihre 2 Tickets für Simple Plan morgen, hast du Lust?” – “Ja, okay!” 😉

    • 17. November 2016 / 7:25

      Ja damit kann es man bestimmt vergleichen. 🙂 Immer, wenn man sich auf etwas lange freut,
      kommt später dieses kurze Tief. Ich drücke dir die Daumen, dass du eine der Bands bald sehen kannst. 🙂
      Vielen Dank, meine Liebe. Ich gebe mir alle Mühe. 😉 Oh, an einem Bloggerevent würde ich auch gerne mal teilnehmen,
      das wäre wirlich super. <3

  3. 15. November 2016 / 21:57

    Hallo Kat,

    ich kenne diesen “After Concert Blues” auch so gut. Ich habe 5 Kahre lang gewartet, um meinen Lieblingskünstler aus Japan auf deutschen Boden sehen zu können.
    2009 war dieser Moment das erste Mal da. Ich war Monate vorher schon tierisch nervös, habe mich selbst verrückt gemacht und dann war dieser Tag da und so schnell vorbei, dass ich nicht mal Zeit hatte darüber nachzudenken, wie genau ich mich fühlen soll.
    Nach dem Konzert, auf dem Weg nach Hause, sind mir doch – peinlicherweise – glatt die Tränen gekommen im Zug und es war niemand in der Nähe, der das verstanden hätte.
    Ich habe nach jedem seiner Konzerte – inzwischen habe ich sie schon vier Mal geniessen können – einen regelrechten Tiefpunkt und kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich fühlst.
    Ich hoffe, dass du bald wieder etwas mehr Lächeln kannst, mit schönen Erinnerungen im Herzen. Denn die, werden nie vergehen.

    Liebe Grüße
    Melanie

    • 17. November 2016 / 7:28

      Hey Melanie. 🙂

      Woooow, 5 Jahren sind eine lange Zeit. Toll, dass dir dein Wunsch tatsächlich erfüllt wurde.
      Das kenne ich zu gut. Ich habe auch ein paar Tränchen verdrückt, weil es einfach so unrealistisch für mich war.
      schön, dass du mich so gut verstehst. Das ist toll. 🙂
      Und das bestimmt auch nicht mein letztes Panic!-Konzert, da bin ich mir sicher. <3

  4. Jenny|Seitenwald
    16. November 2016 / 9:32

    Guten Morgen Kat 🙂

    vor 3 Jahren durfte ich eine meiner finnischen Lieblingsbands (The 69 Eyes) auf einem OpenAir endlich live sehen. Es hat in Strömen geregnet, es war windig und kalt. Und ich? Ich hab mit ein paar Freundinnen in der 3ten Reihe gestanden und fröhlich mitgesungen^^ Ich hätte noch stundenlang im Regen stehen können.
    Darauf hab ich mich auch monatelang gefreut wie ne Schneekönigin. Als bekannt wurde, dass die Band dort spielt bin ich erstmal tagelang grinsend durch die Gegend gelaufen 😀
    Das Gefühl danach ging dann von euphorisch rumhüpfend bis hin zu deiner Stimmung. Kann das also ganz gut nachvollziehen.

    Liebe Grüße
    Jen

    • 17. November 2016 / 7:29

      Hallo liebe Jen. 🙂
      Finde ich toll, wenn ich mit diesem Gefühl nicht alleine bin. Man kommt sich dann plötzlich so leer vor
      und weiß eigentlich gar nicht, wieso.
      Aber super, dass wir unsere Lieblingsbands sehen konnten. *_*

  5. 16. November 2016 / 22:34

    Hey liebe Kat,

    ich kann das gut nachvollziehen.
    Ich war vor 2 Jahren bei meiner Lieblingsband in einem Berliner Club (kleinere Band für Deutschland) und war so MEGA aufgeregt, die endlich live zu sehen, weil das erste Album aus einer Mobbingphase des Sängers in der Schulzeit war und ich habe mich so unglaublich verbunden mit dem Album und dem Sänger gefühlt, weil ich eben auch in der Schulzeit selbst gemobbt wurde.
    Dann kam das zweite Album und hat mich wieder voll weggerissen und endlich sind sie auch nach Deutschland gekommen beim dritten Album und ich konnte es kaum erwarten.

    Nach dem Konzert fühlt man sich immer total berauscht, wie in einer anderen Welt – als gäbe es nur noch dieses Konzert. Zum Glück konnte ich den Tag danach (Sonntag) noch genießen und die Woche über wurde es dann irgendwie schlimm. Da hatte ich noch Ausbildung, aber irgendwie wurde man brutal wieder aus der Traumwelt rausgerissen und in die “Normalwelt” zurückgerissen, indem wieder Probleme und Co wartete, die einfach in der Traumwelt nicht vorhanden waren – da gab nur die Musik und dich selbst.

    So gehts mir aber nur bei dieser Band – bei einer anderen weltbekannten Band, die ich auch sehr mag, ist dieser Flash nicht so groß xD

    XO Samy

    • 17. November 2016 / 7:31

      Hallo liebe Samy. 🙂
      Ich kenne das gut, wenn man mit Musik so viel verbindet und sie einen durch schwere Zeiten hilft. Tut mir leid,
      dass du so eine schlimme Phase durchmachen musstest.
      Oft ist die Traumwelt einfach so schön, dass man nicht mehr weg will. Aber das Leben geht weiter und die Konzertkrise verschwindet irgendwann wieder.
      Mir geht aus auch nur bei Panic! so. Andere Konzerte habe zwar einen Eindruck bei mir, nicht aber dieses Gefühl hinterlassen. <3

  6. 17. November 2016 / 14:24

    Hahaha, die gute alte Musik: Entweder sie macht unseren Tag, oder sie zerstört ihn. Ich habe soooo viele Lieder die ich immer mit ganz besonderen Momenten verbinden werde und an die ich gerne zurück denken. Leider war ich schon super lange nicht mehr auf einem Konzert – irgendwie ist alles so stressig gerade. Aber dein Blogbeitrag motiviert mich, mal wieder die nächsten Konzerttermine zu durchforsten … 😉 Danke dafür!

    GLG Miriam
    http://www.enemenemimi.com

    • 18. November 2016 / 8:27

      Ach Miriam, wie treffend du das formuliert hast. 😀 Genau so ist es.
      Musik kann so viel in uns auslösen, das ist unbeschreiblich.
      Ja dann loooos, auf ein Konzert. Vll gehen wir ja zusammen. 😉

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