The Black Key | Review

The Black Key | Review

Eigentlich bin ich selbst schuld an den Qualen, der Angst und dem Verlust. An all den Tränen, die ich bei jedem Schicksal weine. Immerhin habe ich mich für dieses Gefühlskarussell entschieden. Kaum schlage ich eine neue Seite auf, erdrücken mich die Empfindungen der Charaktere förmlich. Es wird gelacht, geliebt und wieder verloren. Lesen ist eine Sucht. Und obwohl man die Nebenwirkungen kennt und sich bewusst ist, wie schlimm die eine oder andere Geschichte enden könnte, stürzt man sich sofort in ein neues Abenteuer. Weil dieser winzige Funken Hoffnung in der Dunkelheit glimmt und darauf wartet, entdeckt zu werden. Versteckt sich unter dem Cover vielleicht ein neues Lieblingsbuch? Kann das große Finale seine Vorgänger überholen oder war es nur ein Lückenbüßer, bevor man den nächsten Bestseller in der Hand hält? Eines weiß ich genau: Es gibt diese besonderen Geschichten, die einen einfach nicht mehr loslassen. Sie begleiten dich, tanzen mit dir durch Tage und Nächte und irgendwann fragt man sich, wo Fiktion anfängt und Realität aufhört. So ging es mir bei der Juwelen-Reihe von Amy Ewing.

Fun Fact: Der Monat Jänner der Panem-Challenge hat das Thema Prunk und Luxus. Da war The Black Key für mich die perfekte Wahl. Leider erscheint die deutsche Version erst im April. Deshalb habe ich es mir dieses Mal leicht gemacht und sagte der elendigen Warterei den Kampf an. Meine Lösung: Das ersehnte Buch einfach auf Englisch lesen. Lässt sich auch wunderbar mit einem meiner Ziele für 2017 verbinden und es gibt Punkte für das richtige Buchthema. (Alle Infos zur Panem-Challenge hier!)

Kenntnisse über Band 1&2 notwendig (Spoiler)

Manchmal leidet mein Leserherz wirklich. Sei es, weil ich mir von einem Buch mehr versprochen hatte und letztendlich bitte enttäuscht werde. Oder wenn mich eine Reihe in ihren Bann zieht und ich, zitternd vor Spannung, auf den nächsten Band warte. Der dritte und letzte Teil der Juwelen-Reihe steht seinen Vorgängern in nichts nach. The Black Key hat mir das Herz gestohlen, es vergraben und wieder ausgebuddelt. Der abschließende Band setzt nahtlos dort an, wo das zweite Buch mich im Stich gelassen hat. Natürlich gab es einen Cliffhanger, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ und in diesem Moment hasste ich die Autorin von Herzen. Denn dieses wäre vor Spannung beinahe zersprungen.

Die Hauptprotagonistin Violet hat sich vom aufmüpfigen Surrogate zur furchtlosen Anführerin gewandelt. Der finale Kampf gegen den blutrünstigen Adel steht kurz bevor und die Rebellion rund um den Schwarzen Schlüssel hat sich aus ihren Kinderschuhen befreit. Anschläge lassen die Reichen zittern, auch wenn sie es sich nicht anmerken lassen. Für Violet zählt nur der Sieg und die Errettung ihrer geliebten Schwester. Denn nach ihrer Flucht wurde die kleine Hazel an ihrer Stelle entführt. Ich bin entzückt über einen weiblichen Charakter, der mich nicht auf jeder Seite sämtlicher Nerven beraubt. Denn obwohl die liebe Violet einen Sturkopf hat und ihren Mitstreitern so manches Augenrollen entlockt, mich begeistert die junge Frau einfach. Ihre innere Stärke, die schleichenden Zweifel und ihr unbezwingbarer Überlebenswille. Sie ist menschlich und dadurch umso liebenswerte. Das Sahneschnittchen Ash Lockwood, auch besser bekannt als ihr entzückender Freund, ist auch nicht zu verachten. Jaja, ich weiß, ich freue mich immer über hübsche Männlein in Büchern. Verklagt mich. 😉 Das Buch handelt im Kern davon, dass Violet aus der Sicherheit der Weißen Rose ausbricht, um ihre Schwester im Juwel zu schützen. Sie verändert ihr Aussehen dank den Auspizien und schleust sich in ihre persönliche Hölle ein: Dem Palast der Herzogin vom See.

The people you love make you strong, Violet. They make you brave and fearless. I wish there were some way I could make you see that.

Bücher, die mein Herz erobern, haben immer etwas Besonderes. Die Prise Pfeffer, sozusagen. Und bei der Juwelen-Reihe waren es, wie sollte es anders sein, sie besonderen Fähigkeiten der Surrogates, woraus sich später eine Art alte Magie entwickelte. Aus Surrogates wurden Paladin, die mehr als nur Dinge zum Wachsen bringen können. Ein Volk, das die Mächtigen der Stadt für ausgestorben hielten. Einfach nur erstaunlich, was die Mädchen alles mit ihren Kräften erwirken. Mauern fallen, Tore brechen. Tornados, die Feinde durch die Luft wirbeln oder ein Erdbeben, das ihnen den Boden untern den Füßen zerreißt. Das Unausweichliche steht also bevor, denn die Armenviertel haben genug von der Unterdrückung und dem Leid.

Am Ende trifft mich ein Tod ganz besonders und ich habe mehr als nur ein paar stille Tränen geweint. Mir schienen die Umstände zu zwanghaft herbeigeführt und der Tod dieses Charakters war zwar, meiner Meinung nach, vorherzusehen, jedoch wirkte er konstruiert. Als hätte die Autorin nicht gewusst, wie sie das Ableben dieser Person besser beschreiben könnte und die nächstbeste Möglichkeit zu Rate gezogen. Wer das Buch liest, wird verstehen, was ich mit meinen kryptischen Andeutungen meine. Das Finale naht, das Blutbad hat bereits die ersten Schritte unternommen. Paladin, Stadtbewohner und Begleiter schließen sich zu einem Bund der Rebellion zusammen und treten gegen die vereinten Kräfte der Hauptstadt an. Ein Spektakel, das mich kaum noch atmen ließ und ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern konnte. Also wenn ihr eine Reihe sucht, die euch gleichsam verzaubert und verletzt, seid ihr hier richtig.

Eure Kat.

 

Klappentext: For too long, Violet and the people of the outer circles of the Lone City have lived in service of the royalty of the Jewel. But now, the secret society known as the Black Key is preparing to seize power. While Violet knows she is at the center of this rebellion, she has a more personal stake in it—for her sister, Hazel, has been taken by the Duchess of the Lake. Now, after fighting so hard to escape the Jewel, Violet must do everything in her power to return not only to save Hazel, but the future of the Lone City. | 304 Seiten |

The Black Key | 5/5 Sterne

Follow:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.