Von Winter und Frühling – Schnee wie Asche [Review]

Von Winter und Frühling – Schnee wie Asche [Review]

Bereits an den ersten Seiten merkst du, ob ein Buch das Potenzial hat, deine Gedanken zu entführen oder nicht. Wenn die Charaktere wie Lichtpunkte vor deinem geistigen Auge tanzen und du hoffst, die Zeit möge nicht zu erbarmungslos voranschreiten. Du willst wissen, wie die Hauptfigur sich entwickelt oder ob eine verzwickte Liebesgeschichte endlich Klarheit erfährt. Aber Bücher sind keine einfachen Nachschlagewerke. Sie quälen dich und rauben dir den Schlaf, weil du nicht aufhören kannst zu lesen. Die Informationen stehen nicht auf den ersten zehn Seiten. Stattdessen erwartet dich ein langer Weg, dessen Stil ausschlaggebend ist, ob einem das Buch gefällt oder nicht. Manche Werke haben diese Gabe, da stimmt das Gesamtkonzept einfach. Der Schreibstil ist packend und flüssig, die Geschichte spinnt ein Netz aus Spannung und die Chemie zwischen Zeilen und Leser stimmt.

Oft weiß man einfach, wenn man einen weiteren Leseliebling in der Hand hält. Die Protagonistin Meira ist zwar eine rebellische Nervensäge, wie in vielen anderen Büchern auch, aber die Story hat trotzdem das gewisse Etwas. Bei Schnee wie Asche von Sara Raasch sind es die Umstände, unter denen die Geschichte erzählt wird und die erdrückenden Verhältnisse. Das Land ist gespalten, die Königreiche, benannt nach Jahreszeiten, bekämpfen sich und Winter mitsamt seiner Magie ist vor sechzehn Jahren beinahe ganz zerstört worden. Die Winterianer wurden versklavt und schuften seither in Arbeitslagern. Nur sieben Flüchtlingen ist es gelungen, den Peitschenhieben bis heute zu entgehen.

“Konzentriere dich aufs Ziel. Lass dich nicht ablenken. Lass nicht zu, dass dich die Angst überwältigt, denn ist der Samen der Angst erst einmal gesät, wird er nie wieder aufhören zu wachsen.”

Mir gefallen besonders die Namen. Frühlings Hauptstadt heißt April und die der ehemaligen Schneemacht Winter Jannuari. Ein Aspekt, der mich persönlich sehr angesprochen und begeistert hat. Obwohl es nur Details sind, von denen wir hier sprechen.  Meira, unsere kleine Rebellin, macht sich, nach der erfolglosen Suche ihrer Freunde, selbst auf den Weg, um das gestohlene Medaillon der verstorbenen Königin Hanna zu finden. Denn ohne den Anhänger, bleibt Winters Magie auf ewig verloren.

Sobald Magie im Spiel ist, hänge ich bereits am Haken. Der Wunsch nach etwas Zauberei ist dermaßen übermächtig, dass mich solche Dinge meistens auf Anhieb begeistern können. Die Geschichte startet während eines Kampftrainings und zieht mich sofort in das Geschehen hinein. Berührende Erinnerungen an die kaputte Heimat, eine Liebe, die nicht sein darf und mittendrin ein Mann, der für alle die altbekannte Vaterfigur mimt. Anfangs glaubt man noch zu wissen, wo die Erzählerfäden verlaufen, doch irgendwann wird einem klar, wie falsch man lag. Gerüchte werden plötzlich wahr und die Vergangenheit verschiebt sich. Wer ist der wahre Feind hinter der blutigen Maske und wem kann man im Kampf um Winter vertrauen? Schwert erhebt sich gegen Armbrust, Frühling gegen Winter. Kämpfe und verwirrte Gefühle weben ein Netz aus Eindrücken und irgendwann will man nicht mehr aufhören. Zeit ist nur noch ein Wort und verstreicht lautlos, während man selbst Hals über Kopf in der Geschichte steckt. Teil 2 erscheint am 1. Januar und ich kann es kaum erwarten. Wenn mich der erste Band einer Reihe bereits gefangen hat, muss ich auch wissen, was nach dem letzten Punkt kommt.

 

Klappentext:

Sechzehn Jahre sind vergangen, seit das Königreich Winter in Schutt und Asche gelegt und seine Einwohner versklavt wurden. Sechzehn Jahre, seit die verwaiste Meira gemeinsam mit sieben Winterianern im Exil lebt, mit nur einem Ziel vor Augen: die Magie und die Macht von Winter zurückzuerobern. Täglich trainiert sie dafür mit ihrem besten Freund Mather, dem zukünftigen König von Winter, den sie verzweifelt liebt. Als Meira Gerüchte über ein verloren geglaubtes Medaillon hört, das die Magie von Winter wiederherstellen könnte, verlässt sie den Schutz der Exilanten, um auf eigene Faust nach dem Medaillon zu suchen. Dabei gerät sie in einen Strudel unkontrollierbarer Mächte.

Follow:

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.