Review Wednesday – Wer schön sein will muss sterben

Review Wednesday – Wer schön sein will muss sterben

Hiermit stelle ich euch gerne den “Review Wednesday” vor. Das bedeutet, dass Reviews von mir über die Bücher, die ich gelesen habe, immer an einem Mittwoch erscheinen werden. Also viel Spaß beim Lesen und bis zum nächsten Review Wednesday.

„Eines ihrer Beine ist angewinkelt, das andere ragt aus dem Strauch heraus, ein Plateauschuh baumelt daran. Aschenputtel, nach dem traurigen Ende des Balls.“

So wird die junge Jane Freeman nach einer Party in einem Rosenstrauch gefunden. Die Autorin Michele Jaffe hat ein Szenario erschaffen, mit dem wohl niemand so leicht fertig werden würde. Ein Unbekannter hat Jane mit dem Auto angefahren und versucht, sie zu töten. Doch Jane wurde gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Nach einigen Tagen wacht das junge Mädchen neben Plüschtieren und Blumensträußen auf und kann sich an kaum etwas erinnern. Erinnerungen an die Party sind verschleiert und kaum greifbar. Sie weiß nicht, was passiert ist. Was sie jedoch weiß, ist, dass jemand sie umbringen wollte. Wird der Mörder, jetzt, da sie wieder wach ist, es erneut versuchen? Das Buch spielt die meiste Zeit im Krankenhaus, unterbrochen von Flashbacks und Erzählungen. Jane liegt in ihrem Bett, bekommt Besuch von Freunden und Familie und Stück für Stück kommen ihre Erinnerungen zurück. Anfangs kann sie sich nicht bewegen, nicht einmal sprechen. Erst mit der Zeit kann sie ihre Arme heben oder sich mit Jemandem unterhalten. Nach einer heißen Dusche liest sie plötzlich Worte auf dem Spiegel. Zutiefst verängstigt schreit sie nach ihrer Krankenschwester. Doch als diese das Badezimmer erreicht, ist die Drohung verschwunden, vom Wasserdampf verwischt. Es folgen Anrufe, die niemand außer Jane hört, am anderen Ende der Leitung eine verzerrte Stimme, die ihren baldigen Tod verkündet. Die Ärzte und die Polizei wollen ihr nicht glauben, sagen, das wären Nebenwirkungen der Medikamente. Doch für Jane ist klar: es war kein Unfall, jemand trachtet ihr nach dem Leben. Jeder ist verdächtig. Fragen quälen sich durch ihren Kopf. Wer wollte sie nach der Party überfahren? Was hat sie vergessen?

„Die Intensivstation ist ein guter Ort, um gründlich nachzudenken – oder ein schlechter, je nachdem, über was man nachdenkt.“

Wenn man den Ausdruck ‚beliebtes Mädchen‘ hört, denkt man sofort an eine verzogene Zicke mit Sonnenbrille und Lipgloss. Zumindest geht es mir so. Doch bei der Protagonistin Jane ist das anders. Sie ist 16 Jahre alt, wohnt nach dem Tod ihres Vaters mit Mutter und Schwester bei ihrem Stiefvater, den sie nicht wirklich leiden kann. Sie ist kein verzogenes Biest, das ihren Mitschülern das Leben zur Hölle macht. Im Gegenteil. Jane versucht es jedem Recht zu machen. Allen voran ihren besten Freundinnen, Kate und Langley, und ihrem Freund David. Zu Anfang hat Jane für mich kaum eine eigene Persönlichkeit. Sie schneidet ihre Handlungsweise auf ihr Umfeld zu und scheint kaum eigenständig zu denken. Weil sie von jedem gemocht und beachtet werden möchte. Erst als mehr auf Janes Hintergrundgeschichte und ihre Vergangenheit eingegangen wird, kommt sie einem als selbstständiger Mensch und nicht als Klon vor. Jane selbst ist kein schlechter Charakter, jedoch auch nicht umwerfend. Das heißt, dass man sie nicht hassen kann, aber um sie zu lieben ist sie mir doch etwas zu farblos. Mir fehlen bei ihr verrückte oder interessante Aspekte oder Macken. Janes Freundinnen werden kaum beschrieben und wenn, dann nur äußerlich oder Randinformationen. Die Autorin hat aber mit Sicherheit nicht umsonst auf tiefgründige Stories und Geheimnisse verzichtet. So fällt es dem Leser deutlich schwerer, einen Mörder auszumachen, da es jeder sein könnte. Irgendwie scheinen alle ein Motiv zu haben, sie aber gleichzeitig auch abgöttisch zu lieben. Who’s the killer?

Klappentext: »In der einen Minute gehörst du zu den beliebtesten Mädchen deiner Schule, bist mit dem heißesten Typen der Stadt zusammen und tanzt auf der coolsten Party des Jahres – in der anderen liegst du halbtot in einem dornigen Rosenstrauch. Du wachst auf und kannst dich an nichts erinnern.« So geht es der 16-jährigen Jane, die nach einem Unfall mit Fahrerflucht im Krankenhaus wach wird. Doch während der zahlreichen Besuche von Familie und Freunden kommt die grausame Erinnerung wieder – Stück für Stück. Jemand wollte sie töten – aber wer? »Als wir ankamen, war die Party eine pulsierende Masse bunter, tanzender Körper, die sich teilte wie das Meer, als wir sie erreichten. Dabei schienen alle gleichzeitig aufzuatmen, als hätten sie auf uns gewartet. Kate, Langley und ich tanzten uns quer durch den Raum. Ich erinnere mich genau an diesen Moment: Langley mit ihren hellblonden Haaren, Kate mit ihren honigbraunen und ich mit meinen rabenschwarzen. Ja, wie drei Märchenprinzessinnen. Ich dachte, das wäre mein Leben. Wie in einer Make-up-Werbung. Und es war perfekt. Nur fünfeinhalb Stunden später werde ich halbtot in einem Rosenstrauch liegen. «

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