I read you – Mehr Lesen im Alltag

I read you – Mehr Lesen im Alltag

Wie eine bleierne Kugel rollt das Gefühl in meinem Bauch umher und tanzt mir gleichzeitig auf der Nase herum. Zahlen verschleiern mir den Blick und ich habe nur noch Nummern im Kopf, die eigentlich keinen Unterschied machen sollten. Aber diese erschreckende Trostlosigkeit, wenn man auf seine Bücherliste starrt und hofft, etwas davon streichen zu können, lässt mich einfach nicht los. Es wird nicht weniger, im Gegenteil. Die Buchtitel türmen sich, stürzen über den eigenen Gedanken zusammen und begraben sie darunter. Der Alltag hat mich eingeholt und das Lesen ist in den Hintergrund gerückt.
Früher habe ich den Titel Bücherwurm mit Stolz getragen und allen die Ohren mit meiner Leseliebe abgekaut, die nicht schnell genug davonlaufen konnten. Aber jetzt? Meine bisherige Bücherbilanz von 2016 ist ernüchternd. Das Jahr neigt sich mit dramatischen Schritten dem Ende entgegen und ich habe immer noch 20 Bücher vor mir, um das Ziel zu erfüllen. Was ist nur aus mir geworden? Wann haben die Buchstaben in meinem Blut aufgehört zu existieren? Ich kaue auf dem bitteren Ergebnis meiner Unachtsamkeit herum und gebe mir selbst ein Versprechen: Ab jetzt wird wieder mehr gelesen.

Ohne Bücher wäre die Welt ein trostloser Ort. Die Warterei würde sich in endlose Sphären erstrecken und die Zugfahrt zu Tode langweilen. Dank den Abenteuern im Taschenformat hat man immer einen Grund, seinen Kopf in den Wolken zu tragen. Reading is the most fun girls can have without taking their clothes off. Zitat von meiner Lieblingsband Panic! At the Disco. Naja, fast. 😉

5 Maßnahmen, um wieder mehr zu lesen.

Switch it off. Handys sind der Feind jedes Lesenachmittags. Zwischen den Zeilen spähe ich ab und an auf das Display, beantworte Nachrichten oder wühle sich durch die Facebook Startseite. Die Aufmerksamkeitssauger werden jetzt für ein paar kostbare Minuten aus meiner Reichweite verbannt. Entweder werfe ich es gar aus dem Fenster oder stopfe es einfach in die nächstbeste Tasche. Focus on the book.

No TV Time. Bei meiner fernsehfreien Woche ist mir vor allem eines positiv aufgefallen: Ich habe wieder mehr gelesen, die Lücken der Langeweile mit Bücher gefüllt und mich statt mit Serien mit Buchstaben beschäftigt. Ein paar Tage ohne Fernsehen schaden also nicht und ich gebe mir Zeit für andere Dinge.

Just me, my book & I. Der Gedanke, ich würde etwas verpassen, schleicht ständig in meinem Kopf herum. Wenn ich nicht jeden Tag durch die Welt rase, könnte das Leben an mir vorbei ziehen. Aber wie viele umwerfende Geschichten gleiten mir durch die Finger, wenn ich mit dem Lesen aufhöre? Way too many. Freunde, Ausflüge und Verrücktheiten, gerne. Aber einen Tag in der Woche sollte es nur mich und mein Buch geben. Keinen Druck, mich mit jemandem zu verabreden oder auch nur das Haus zu verlassen.

I broke up with my Bookfriend. Manchmal passt das Buch nicht zu dem Menschen. Der Schreibstil zieht sich wie Kaugummi und die Geschichte scheint einem wie ein Gewitter aus Buchstaben. Bereits bei den 10 Problemen eines Bücherwurms habe ich diese Situation angesprochen. Ein schlechtes Buch (eigene Meinung) kann einem das Lesen ganz schön verderben. Deshalb gewöhne ich mir an, Bücher, die mir einfach nicht gefallen, abzubrechen. Denn sonst schlage ich mich ewig damit rum und suche irgendwann Ausreden, um nicht weiterlesen zu müssen.

Travelling at it’s best. Dank meiner Fernbeziehung muss ich mindestens 4 mal im Monat in den Zug steigen und eine Stunde Fahrzeit totschlagen. Als Fahrer am Steuer eines Autos kann man schlecht den nächsten Bestseller studieren. Also entscheide ich mich, wenn möglich, immer für die bequemere Reisevariante. Zug statt Auto, Leseliebe statt Straßen beobachten. Ist auch besser für die Umwelt. 😉

Lesen bedeutet mir mehr, als ich in letzter Zeit realisiert habe. Es begleitet mich durch trostlose Tage, in denen mein Kopf der Explosion nahe ist. Traurige Stunden, in denen ich einfach nur flüchten will, aber mich nicht vom Fleck bewegen darf. Alltag aus, Abenteuer an. Fernsehen kann mir nie das geben, was ein gutes Buch mir schenken kann. Lesen macht mich zu einem besseren Menschen, beruhigt mich und gibt mir ein Stück Magie. Deshalb möchte ich wieder mehr lesen. Nicht nur, wie am Anfang geschildert, um meiner Leseliste die Treue zu erweisen, sondern auch um meiner selbst willen.

Eure Kat.

 

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10 Kommentare

  1. 14. September 2016 / 14:45

    Was ich mache, um mehr zu lesen: In der Mittagspause lesen. Oder vor dem Schlafengehen eine halbe Stunde. Ich muss auch wöchentlich eineinhalb Stunden mit dem Zug zu meinem Freund fahren, dann lese ich ebenfalls da. 🙂 Oder wenn er noch schläft und ich ihn nicht wecken möchte.

    Aber wieder mal ein toller Text von dir. <3 Viel Erfolg beim mehr Lesen. 🙂

    • 15. September 2016 / 14:08

      Ja in der Mittagspause lese ich auch gerne. 🙂
      Vielen Dank, meine Süße. Freut mich.

      Love, Kat

  2. 14. September 2016 / 21:04

    Toller Beitrag, tolle Bilder, toller Blog. Habe dich durch Zufall bei Facebook entdeckt und hoffe dich da jetzt öfter zusehen!

    • 15. September 2016 / 14:08

      Ich danke dir, liebe Lisa. 🙂
      Du bist jederzeit herzlich Willkommen. 😉

      Love, Kat

  3. 14. September 2016 / 21:05

    Schöne Pläne hast du da. Das mit der Bahn würde ich auch gern machen – ich fahre jede Woche nach Hause zum Mama… aber da gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel. Also klar – Bus mit zwei Mal umsteigen geht – Gesamtzeit ohne Warten wäre dann aber schon bei über 1,5h… das Auto braucht nur 45 Minuten.

    Liebe Grüße

    • 15. September 2016 / 14:09

      Dankeschön 🙂

      Ach, das ist ja schade. Aber da kann ich dich verstehen. In deinem Fall ist es mit
      dem Auto deutlich sinnvoller.

      Love, Kat

  4. 15. September 2016 / 9:47

    Ich hab’ mir für das Auto (weil es – sogar, wenn ich alleine fahre – preislich dasselbe ausmacht wie mit dem Zug…) etwas anderes überlegt. Wenn ich nicht über Mitfahrgelegenheiten das Auto mit Fremden besetzt habe (Übrigens vielleicht auch eine Möglichkeit für dich?), läuft nicht das Radio oder die Autoplaylist meines Freundes, sondern mein iPod mit den Hörbüchern. Bei zwei Stunden Autofahrt im Durchschnitt hört man da schon seine 2 bis 3 Kapitel. Im Moment der letzte Teil von Harry Potter (mal wieder ;)), es warten noch alle Herr der Ringe-Teile und Mieses Karma. Da meine Beziehung nur noch ungefähr 3 Wochen keine Fernbeziehung ist, werde ich die in Zukunft wohl öfter brauchen.

    • 15. September 2016 / 14:11

      Hörbücher sind ein toller Tipp. 🙂 Wie cool, HP zum Anhören stelle ich mir auch cool vor. 🙂
      Gut, wenn du etwas für die Fahrt gefunden hast. Sonst wird es wirklich sterbenslangweilig.
      Oje, zieht jemand von euch um? :/

      Love, Kat

      • 17. September 2016 / 10:00

        Ja, leider. Ich muss für den Master umziehen, mein Freund möchte aber noch das Doktorat machen beziehungsweise seinen Master abschließen. Aber das sind nur 2 bis 3 Jahre und wir sind schon 4 Jahre zusammen, wir schaffen das schon. 🙂 Und nachdem ich ja ein Auto habe, wird das schon nicht so schlimm werden. Eine Umstellung wird’s aber trotzdem!

        • 20. September 2016 / 8:49

          Oh, das tut mir leid. Aber ihr schafft das schon. So wie du sagst: ist ja nicht für immer. 🙂

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