Bookish Monday – Die rote Königin [Review]

Bookish Monday – Die rote Königin [Review]

Jedes Mal, wenn ich von magischen Fähigkeiten und besonderen Kräften lese, fühle ich mich in der Realität hoffnungslos fehl am Platz. Als würde ich am falschen Ort existieren. Sollte ich nicht eigentlich dank Teleportation die Welt bereisen können, ohne einen Cent dafür auszugeben? War ich nicht dazu bestimmt, nach Hogwarts zu gehen und dort das Zauberhandwerk zu lernen? Offenbar nicht, der Brief ist verlorengegangen oder die Eule war betrunken. Bücher sind für mich Ausflüge in fremde Welten, Atempausen von der Wirklichkeit. Und Mare hat mich in ihre head over heels hineingezogen.

Rotes Blut auf silbernen Wegen. Anfangs war es ungewohnt zu lesen, dass es in Die rote Königin von Victoria Aveyard zwei Arten von Blut gibt. Die Silbernen mit besonderen Fähigkeiten und einem Status, der nur durch die Farbe in ihren Adern bestimmt wird. Natürlich gibt es auch den altbekannten „Abschaum“ der Gesellschaft, die Roten. Arme Menschen mit kaputten Körpern und leeren Bäuchen, die von solchen Begabungen nur träumen können. Nur, weil sie rote Tropfen auf die Erde fallen lassen, wenn sie bluten. Gibt es eigentlich noch Geschichten, in denen kein sechzehnjähriges Mädchen gegen die Mächte rebelliert? Eine Auserwählte, die alles verändert und das bekannte System aus den Angeln hebt? Es zieht sich wie ein Leitfaden durch sämtliche Bücher, immer neue Stories, die sich doch oft so ähnlich sind. Aber es gefällt mir. Diese Menschen sind oft das Zünglein an der Waage, das entscheidende Staubkorn, um alles zum Einsturz zu bringen. Auch Mare ist anders, sie merkt es anfangs nur nicht. Erst als sie ihr Leben rettet, indem sie magische Kräfte einsetzt, wird klar, dass sie keine gewöhnliche Rote ist.

Wir erheben uns. Rot wie die Morgendämmerung.

Ich bin ein Schreibstilopfer. Das gebe ich auch gerne zu und es hat meine eigene Art zu schreiben zusehends beeinflusst. Tahereh Mafi (Ich brenne für dich) zum Beispiel, hat mein ganzes Gefühl für Worte komplett auf den Kopf gestellt. Ihre Art mit Buchstaben zu jonglieren ist eine Kunstform, der ich mich erst einmal vertraut machen musste. Auch Victoria Aveyard weiß mit Sätzen zu spielen. Mares Welt ist wunderbar anschaulich und auch, wenn ich so manchen Charakterzug der Protagonistin als nervig erachte, finde ich das Buch sehr stimmig und ein wahres Lesevergnügen. Doch dieser Drang, alles in Frage zu stellen und den eigenen Gefühlen keinen Platz zum Atmen zu geben, ist für mich einfach anstrengend. Sag doch, dass du den Typ magst. End of the story. Dreiecksbeziehungen sind mir sowieso ein Dorn im Auge, aber zumindest wurde es in diesem Fall bravourös gelöst. Ein besonderer Aspekt, der mir mal wieder das Lesen versüßt hat, sich die verschiedenen Begabungen, die in der silbernen Welt zum Alltag gehören. Manche können Metall kontrollieren, andere beeinflussen den Geist ihrer Mitmenschen oder lesen Gedanken. The Hunger Games meets X-Men, einen bessern Mix hätte man nicht wählen können. Sobald es magische Fähigkeiten in einem Buch gibt, ist das beinahe eine Erfolgsgarantie. Vielleicht ist es nur wieder eine Phase meinerseits, aber ich freue mich immer über Details, die es in der echten Zivilisation nicht zu finden sind. Autoren können Seiten in Welten verwandeln und einen Film auf die gedankliche Leinwand malen. Diese innere Ruhe, wenn ich wieder ein Buch zu meinen Favoriten hinzufügen kann, weil das Gesamtkonzept einfach wunderbar harmoniert. Und die rote Königin Mare hat es auf einen der Throne meiner Bestenliste geschafft.

Band 2: Gläsernes Schwert – Review folgt

Klappentext:
Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz.

 

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8 Kommentare

  1. 5. September 2016 / 9:27

    Wenn du auf detailreiche und (zumindest zum Teil) magische Welten stehst, möchte ich dir gerne Markus Heitz und seine Legenden der Albae sowie Die Zwerge (Die beiden Reihen hängen zusammen!) ans Herz legen. Ich war komplett baff, wie viele verschiedene Völker Heitz erschaffen hat und welche Details er dabei berücksichtigt hat.

    • 5. September 2016 / 13:27

      Hört sich gut an, Dankeschön 🙂 Da schnuppere ich gerne mal rein.

  2. 5. September 2016 / 10:19

    Tolles Review!
    Ich musste bei dem Buch auch sofort an X-Men denken. 😀 Ich mochte die Geschichte und die Welt total gern. Leider komm ich mit Mare auch nicht so ganz klar. Im 2. Teil finde ich sie sogar noch unsympathischer (obwohl ich ihr Verhalten schon iwie nachvollziehen kann). Schade, aber weiterlesen werde ich trotzdem.

    Lg
    Claudia

    • 5. September 2016 / 13:29

      Vielen Dank, das freut mich. Ich habe, was Reviews angeht, meinen eigenen Stil und da freue ich mich, wenn
      sie jemandem gefallen. 🙂
      Die Welt und die Fähigkeiten sind umwerfend. Aber mit Mare kann ich mich nicht richtig anfreunden. Sie spielt sich
      im 2ten oft dermaßen auf, als wäre sie der Mittelpunkt der Welt. 😀 Weiterlesen werde ich auch auf jeden Fall.

      Love, Kat

  3. 5. September 2016 / 21:32

    Ich habe das Buch (auf Englisch) schon lange im Schrank stehen. Ich hoffe wirklich bald einmal mit meinen ganzen ungelesenen Büchern zu Potte zu kommen, damit ich es endlich lesen kann 😀

    Liebe Grüße,
    Ella von den Zuckerfeen

    • 6. September 2016 / 13:00

      Ich drücke dir die Daumen, dass dein SUB bald schrumpft. 😉
      Leider (oder zum Glück?) gibt es so viele Bücher auf der Welt. Die kann
      man nie alle lesen. Aber man kann es ja versuchen. 😉

      Love, Kat

  4. 7. September 2016 / 11:09

    Huch, das klingt aber spannend. Ich muss gestehen, dass ich in letzter Zeit eher weg von Fiction gerückt bin. Aber gerade als Teenager habe ich solche Bücher verschlungen und dein Review hat mich grad zurück in die Zeit katapultiert und Lust gemacht, wieder mal reinzustöbern. Gut, dass der Urlaub vor der Tür steht! 😉

    GLG Miriam
    http://www.enemenemimi.com

    • 13. September 2016 / 8:14

      Tatsächlich? Also ich habe gerade wieder eine richtige Fantasy-Phase 🙂
      Das Buch ist wirklich toll zu lesen. 🙂 Viel Spaß.

      Love, Kat

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