Die Mondprinzessin [Review]

Die Mondprinzessin [Review]

Die Nacht hat mich immer gleichermaßen fasziniert und verängstigt. Die Dunkelheit und ihre Schatten zusammen mit dem aufgehübschten Himmel und alle seinen Sternen. Es sind Kleinigkeiten, die ein Buch zu einem Abenteuer machen. Etwas, das man selbst nicht kennt oder wahrnimmt, was einen fasziniert und nicht mehr loslassen will. Für mich ist das Magie. Der Grat zwischen Klischee und Fantasie ist schmal, manchmal stolpert man und alles wirkt plump und verdreht. Doch ausgewählte Geschichten haben diesen natürlichen Zauber inne. Sie erschaffen Charaktere, die direkt in unsere Gedanken springen. Machen die Realität für Momente überflüssig und schenken uns Atemzüge voller Magie. Und dieses Mal, bin ich mit Lynn zum Mond geflogen.

Bis heute versuche ich zu verstehen, wie sehr man jemanden lieben muss, damit man daran zerbrechen kann.

Wenn der Alltag plötzlich magisch wird und altbekanntes einen neuen Blickwinkel erhält, ist das oft magischer, als jede erfundene Zauberei. Die Mondprinzessin* von Ava Reed hat mich mit einer zarten Leichtigkeit umspült, mir die Schönheit des Weltalls gezeigt und mich staunen lassen. Das Cover ist ein wunderschöner Blickfang, der sofort neugierig auf die Story dahinter macht. Die junge Lynn ist ein trauriges Waisenmädchen ohne Freunde, das ihren Geburtstag auch dieses Jahr alleine feiern muss. Es hat mir das Herz gebrochen und ich hätte nur zu gerne den ekelhaften Kuchen mit ihr zusammen verspeist, nur um für sie da zu sein. Glücklicherweise hat jede Qual einmal ein Ende. Leuchtende Punkte zeichnen sich plötzlich auf ihrer Haut ab und sie sieht sich aufgrund von Fremden, die sie bedrohen, gezwungen, um ihr Leben zu laufen. Was wäre ein gutes Buch ohne eine Portion Hinterhalt und böse Männer, die nette Mädchen jagen? Zu meiner überschwänglichen Freude, wurde im gleichen Kapitel auch der schöne Jüngling Juri vorgestellt, den man, trotz Rettergen und Überfürsorge, einfach gernhaben muss.

Es gibt magische Kräfte, Teleportion und eines meiner Highlights sind die Begleiter der Mondmenschen. Leuchtende Tiere, die einen wie freundliche Schatten begleiten und für den Rest des Lebens zu einem gehören. Tia ist ein Waschbär und Lynns Begleiterin. Ich fand sie umwerfend süß und muss sagen, dass ich immer schon die Wunschvorstellung nach einem tierischen Freund hatte. Nur können sie in unserer Welt leider nicht sprechen. Was für eine Verschwendung. Auch die Tatsache, dass Sternenkinder bei ihrem Tod zu Sternenstaub zerfallen, fand ich grandios. Diese Vorstellung ist weniger beängstigend als die grausige Realität. Die Beziehung zwischen Juri und Lynn ist mir auch lieber als so mancher Kitschroman. Keine überdramatischen Anschmachtungen aus der Ferne oder kitschige Liebesständchen.  Sie mögen sich und keiner von ihnen leugnet das. Eine schöne Abwechslung zu all den Love-me-Hate-me-Pärchen. Mit Lynn hatte ich manchmal so meine Schwierigkeiten, wenn ich Reaktionen nicht nachempfinden konnte. Wenn ich plötzlich erfahren würde, dass ich Eltern habe, wäre ich vor Freude explodiert. Auch das Königspaar war mir in dieser Szene etwas zu zurückhaltend, immerhin haben sie über 16 Jahre lang auf ihre Tochter gewartet und ihre Rückkehr erhofft. Trotzdem ist Lynn endlich mal eine Protagonistin, bei deren Schönheit nicht alle gleich ohnmächtig werden und umfallen oder die gängigen Mädchenklischees bedient werden. Nein, sie kann nicht alles auf Anhieb, hat Schwierigkeiten mit der Situation und sich selbst und ist trotzdem eine herzensgute Person. Wie bereits erwähnt ist der liebe Juri ein Schnittchen, das nicht nur kämpfen kann, sondern auch noch Charakter hat. Däumchen hoch, für den jungen Mann mit Bart. (Schön, einen Bärtigen im Jugenbuchuniversum zu finden.)

Mut im Herzen, Liebe in der Seele

Die Hintergrundgeschichte über Mond und Erde finde ich wundervoll. Wie aus Freunden Fremde werden, obwohl man den anderen nie verletzten wollte. Auch die Idee, aus dem Mond ein besiedeltes Königreich mit den Sternenkindern als Bewohner zu machen, ist toll. Die anderen Planeten des Sonnensystems glänzen mit ein paar Gastauftritten. Ein Prinz von der Venus, einer vom Jupiter. Sogar der Pluto wurde, Universum sei Dank, als Planet anerkannt. Yay. Lynns Geschichte hat mich verzaubert. Ich habe über Waschbär Tias Tollpatschigkeiten gelacht und mit Lynn über Tüll und hohe Hacken gelästert. Mit Juri seine Liebe entflammt und gelitten, als es um eine Zwangsehe für das Wohl des Volkes ging. Der „Böse“ war dieses Mal tatsächlich eine Überraschung für mich, was nur selten vorkommt. Mein Herz blieb stehen, als ich sah, dass nur noch 10% des Buches übrig waren und die Zukunft nach wie vor ungewiss schien. Das Ende kam meines Erachtens einfach abrupt, aus heiterem Himmel. Ich war ziemlich überrumpelt und am Boden zerstört. Ein Wimpernschlag und alles änderte sich. Tränen kullerten über Wangen und Taschentücher flogen durch die Luft. Was soll ich sagen? Ich habe gelacht und gelitten, auf der Erde und dem Mond gewohnt und mich in einen jungen Mondkrieger verguckt, den ich eigentlich nicht mögen darf. Ich bin, genau wie Lynn damals, entführt worden. Doch mir hat es absolut nichts ausgemacht. Im Gegenteil.


Klappentext:
Lynn bemerkt an ihrem Geburtstag, wie sich auf der Haut ihres Unterarms ein Sternenbild abzeichnet. Die einzelnen Punkte leuchten und Lynn versucht verzweifelt, sie zu verstecken. Als nicht nur die Sterne auf ihrem Arm, sondern auch sie selbst zu leuchten beginnt, ist nichts mehr, wie es war. Dunkle Schatten jagen sie die Wächter des Mondes. Und sie begegnet Juri, der ihr erzählt, sie sei eine Prinzessin kein Waisenkind. Trotz Lynns Unglauben folgt sie dem Mondkrieger und stellt sich ihren Verfolgern. Juri verliebt sich in Lynn, doch sie ist einem Prinzen bestimmt und nicht ihm…

Eure Kat.

*Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. *juhu*

P.S.: Danke an die wundervolle Ava Reed, die mir ein neues Stückchen Bücherliebe geschenkt hat. Bei For Good durfte ich bereits lachen und leiden. Deine Bücher sind wundervoll, mit Schmerz und Liebe und ich freue mich, dass ich die Mondprinzessin lesen durfte.

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