What a cliché – Die 10 größten Bücherklischees [Part 1]

What a cliché – Die 10 größten Bücherklischees [Part 1]

Wie ein Orchester trommelt der Regen gegen die Scheibe und fordert meine Aufmerksamkeit. Doch obwohl die Ohren die Tropfen fallen hören, kleben die Augen nach wie vor an den schwarzen Buchstaben. Ein kurzer Moment der Ablenkung und ich tauche erneut in die Geschichte ein, lasse mich berieseln von Drama und Vorwürfen. Die Decke ziehe ich straffer um meinen zitternden Körper und lehne den Kopf gegen die Wand. Ein Streit wird vom Zaun gebrochen, irgendjemand weint und es herrscht Gefühlschaos. Eine Leiche, ein Verdächtiger und mittendrin das Paar, das allen suspekt vorkommt. Die perfekte Beziehung und plötzlich…ja ganz plötzlich taucht ein hübscher Unbekannter auf und rüttelt an der Fassade der Frau, lässt ihr Herz in seinen Händen schmelzen. Vergessen ist das zauberhafte Liebesglück und die Verwirrung raubt ihnen komplett den Verstand. Für wen soll sie sich entscheiden? Seufzend klappe ich das Buch zu, massiere mir die Schläfen und denke: nicht schon wieder. Da hat sich wohl ein Buchklischee zwischen die Seiten geschlichen.
Wenn ich daran denke, wie oft ich mich schon über breitgetretenen Klischees beschwert und sie dann in meinen eigenen Bücher niedergeschrieben habe, wird mir ganz anders. Dieses Team Edward oder Jacob habe ich sowieso immer gehasst und irgendwann war ich Team Supernatural, die doch bitte Jagd auf die Blutsauger und Wolfabkömmlinge machen sollten. Hunger Games dasselbe Spiel, wobei ich mich hier mitreißen ließ und noch immer eine Lobeshymne auf Peeta singe. Gale ist toll, aber muss man ihn deswegen nicht gleich heiraten. Keine Sorge, steckt die Mistgabeln wieder weg. Denn heute geht es nicht um Teams oder welchen Buchcharakter man lieber heiraten würde. Es geht um die nervigsten Bücherklischees, die das geschriebene Wort so hergibt. Und wie bereits erwähnt, bin selbst ich davon nicht befreit. Have a look.

Now you see me. Ein unscheinbares Mädchen mit normalen Interessen und einem Hang zur Selbstkritik kommt an eine neue Schule. Verkriecht sich unter ihren Haaren und zieht den Kopf zwischen die Schultern. Aber trotzdem, bäm, alle Typen stehen auf sie. Denn eigentlich ist sie unter ihrem Graue-Maus-Sweater ja wunderschön und total interessant. Klar, whatever.

Save us, girl. Kaum eine Dystopie kommt ohne die sechszehnjährige Weltretterin mit den besonderen Fähigkeiten aus. Denn sie, NUR sie, kann die Erde vor der Zerstörung bewahren. Natürlich besitzt sie Kräfte, von denen ihre Mitmenschen nur träumen können. What else. Die Ausewählte, die die Last einer ganzen Zivilisation auf ihren Schultern trägt. Ich bin 22 und würde mich heulend verkriechen.

Three are one to many. Bereits in meinem Beitrag über die Umstände, die mir in Büchern auf den Geist gehen können, habe ich diesen Punkt aufgezählt. Weil er mittlerweile aber zu den gängigen Klischees gehört, findet man ihn auch hier. Die Dreiecksbeziehung aus der Hölle. Ich selbst war bereits in einer solchen Situation uns muss sagen, dass es alles andere als lustig ist und einfach nur Schmerzen verursacht. Für mich ist diese Zwiespältigkeit ein Graus und ich lese lieber Bücher, in denen die Liebe Startschwierigkeiten aber keinen Nebenbuhler hat. Hier darf ich stolz anmerken, dass es in meinen Büchern keine Dreiecksliebeleien gibt und geben wird. Yay!

The Parents Drama. Die Rote Königin war eine willkommene Abwechslung wenn es um diesen Punkt geht. Von der leidigen Dreiecksbeziehung war sie zwar nicht befreit, aber zumindest hatte die liebe Mare noch beide Eltern, was mir heutzutage wie ein Lottogewinn im Bücheruniversum vorkommt. Entweder einer der beiden Elternteile ist verstorben, verschwunden oder die Familie aufgrund von Trennung zerbrochen. Newsflash: Es gibt auch noch andere Familienkonstellationen. Eltern, die sich lieben, zwei Mütter oder Väter. Bookgod knows.

Why don’t you love me. Gale, ich drücke dir hiermit tröstend die Schulter, denn dieser Abschnitt ist nur für dich. Unerwiderte Liebe, die grenzenlos scheint und einem beinahe das Herz aus der Brust reißt. Gale hat es mitbekommen und auch Kilorn kennt es. Wenn der beste Freund plötzlich noch viel interessanter wird, er aber eine Freundin hat. Oder der Kindergartenkumpel auf einmal Gefühle für die Protagonistin entwickelt, die nichts mehr mit Freundschaft zu tun haben. Tja, so fern von Realität ist das zwar wirklich nicht, aber wenn es alle machen, wird es nervig.

Das waren die ersten 5 Bücherklischees, die einem immer öfter unter die Linse treten. Seid euch gewiss, dass auch ich einige davon in meinen kommenden Büchern verwenden werde. *Hihi* Aber was ihr bestimmt nicht lesen werdet ist ein Gefühlschaos zwischen zwei Männern oder ein One Girl Wonder, auf das die ganze Schule abfährt. No way, not my style. Dieser Beitrag soll keines der genannten Bücher in den Dreck ziehen oder existierende Geschichten abwerten. Manchmal sind Klischees ja ganz amüsant. Ob mir das Buch gefällt, hängt vermehrt von der Story und dem Schreibstil ab. Da darf ein junges Mädchen auch gerne mal die Welt verändern, wenn es gut geschrieben wurde.

Eure Kat.
P.S.: Teil 2 kommt beim nächsten Bookish Monday. Comments make me smile, also verratet mir eure liebsten/schlimmsten Bücherklischees?

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16 Kommentare

  1. 19. September 2016 / 15:39

    XD Du sprichst mir aus der Seele.
    Ich HASSE Dreiecksbeziehung. Und was ich auch garnicht mag sind die klischeehaften nicht nachvollziehbaren “LiebeaufdenerstenBlick”-Beziehungen. Wo die Charaktere 2 Worte miteinander gewechselt haben und schon unsterblich verliebt sind. -.-
    Toller Beitrag! 🙂

    • 20. September 2016 / 8:50

      Nicht wahr? Die sind einfach grausig 😀
      Oh jaaa, diese Für-immer-miteinander-verbunden 😉
      Freu dich auf nächste Woche, da kommen die nächsten Klischees.
      Vielen Dank!! 🙂 <3

      Love, Kat

  2. 19. September 2016 / 16:48

    Also mir ist quasi zu jedem Klischee ein Buch, aber auch nen Film oder ne Serie eingefallen hahahaha
    Oh man … ja die Team Edward – Jacob Geschichte war SEHHHHHRRRR nervenaufreiben, inclusive Notlösung “Ich nehm ihre Tochter” … und auch bei Hunger Games war das echt schlimm, aber nicht ganz so schlimm wie bei Twilight 😛

    Übercharaktere finde ich einfach irgendwie unrealistisch und wenn ich selbst schreibe, spiele ich sie auch nicht gern, wohl ein weiterer Grund, wieso ich nicht gerne was zu Twilight und Co gespielt habe 😛
    Wenn man man genau hinguckt, gerade im Vampir-Werwolf-Bereich, ist eigentlich fast jeder Charakter davon leider betroffen.

    Die Frage wäre – gibt es ein Buch, dass keine Klischees hat ? Kennst du da eins ?

    XO Samy

    • 20. September 2016 / 8:53

      Haha, ja so ging es mir auch. 😀 Irgendwie hat man da oft konkrete Beispiele im Kopf. Ja diese Teams können
      wirklich lästig sein.
      Ja da hast du recht. jemand, der mal nicht alles kann und blabla 😀
      Puh, gute Frage. Also mir fällt da nur ein Buch ein, dass nur ganz wenige Klischees bedient. 🙂
      “The fault in our stars” – John Green 🙂 Junge Liebe und eine Krankheit aber zumindest kein Dreieck 😀
      Love, Kat

  3. 19. September 2016 / 20:25

    Mein liebstes Klischee? Die Hauptperson erkrankt plötzlich und hat nur noch wenig Lebenszeit, aus der sie das beste raus holen muss – und OH WUNDER verliebt sich natürlich total. Davon habe ich schon mehrere Bücher erwischt…

    Die Idee, Buchklischees so darzustellen, wie du das tust, finde ich echt nett. Da freue ich mich auf die nächste Woche! Montage sind doch nicht nur Blödmann-Tage 😉

    Liebe Grüße

    • 20. September 2016 / 8:54

      Hui, da passt John Green ja gut dazu 😀 Obwohl ich sagen muss, dass ich das Buch seeeehr liebe 🙂
      Dankeschön für die lieben Worte. das freut mich. Hihi, toll, wenn ich deine Montage versüßén kann.

      Love, Kat

  4. 19. September 2016 / 20:37

    Also bei Chroniken der Schattenjäger fand ich die Dreiecksbeziehung gut umgesetzt, ansonsten finde ich sie auch doof. Und diese graue Maus, auf die jeder steht, hasse ich. XD Das ist einfach nur unrealistisch. Vor allem, wenn es erst heißt, sie seie ja so dick und mollig und dann kommt raus, sie tragen Größe 36… *heulend in der Ecke verkriech*.

    • 20. September 2016 / 8:55

      Das Buch habe ich leider nicht gelesen. 🙂 fand die Chroniken der Unterwelt nicht so mega. Aber wenn du sagst,
      dass e angenehm war, glaube ich dir gerne 😉 Ja die grause Maus kennen wir wohl alle. Himmel, so nervig 😀
      Und wiiiirklich unrealistisch. Immer dieses 36 ist Übergröße. Ich meine waaaas?

      Love, Kat

  5. Lisa
    22. September 2016 / 11:28

    Mein allerliebstes Beispiel ist Zodiac von Romina Russell. Und bevor ich nun gesteinigt werde: ich liebe das Konzept, die Welt und die Ideen, die in diesem Buch stecken, ABER ich hasse die Protagonistin. Denn sie vereint Dreiecksbeziehung und die unscheinbare Sexbombe in einem… “Oh nein ich bin soooo dick und hässlich, aber komisch, alle lieben mich – wieso nur? ooooh, wenn soll ich lieben? ich liebe euch beide SO SEHR!!” Nein, verflucht, du hast nämlich einfach keine Ahnung, was liebe ist. so. 😀 whaaa… (urmenschenlaut) es ist so nervig!

    • 22. September 2016 / 18:43

      Urmenschenlaut!! 😀 Gott, ich liebe es. 😉
      Das kann ich soooo gut verstehen. Zurzeit lese ich “Ich brenne für dich” und da ist auch
      wieder eine dieser leidigen Dreiecke drin. ABER der Schreibstil ist dermaßen umwerfend,
      dass ich darüber einfach hinwegsehe. Was für ein Wunder. Sonst versauen mir solche Sachen einige
      Bücher. 🙂

      Teil 2 kommt am Montag. Mit mehr wundervollen Klischees, die man sich sparen kann. 😉

      Love, Kat

  6. 26. September 2016 / 23:02

    Stimmt, manchmal sind Klischees ganz amüsant. In den Tributen haben sie mich zum Beispiel weniger gestört, aber es gibt auch Bücher, da werden sie auf so ausgelutschte Weise verarbeitet, da vergeht einem glatt die Freude am Lesen ;-).

    Von den hier genannten Klischees finde ich übrigens “Now you see me” das nervigste.

    Liebe Grüße

    Claudia

    • 27. September 2016 / 8:38

      In den tributen hat es mich auch nicht so schlimm gestört wie zB bei Twilight. 😀
      Now you see me ist auch wirklich gängig und ich verstehe nicht, warum alle darüber schreiben müssen 😉

      Love, Kat

      • 27. September 2016 / 16:17

        Twilight habe ich ehrlich gesagt nicht fertig gelesen, war mir irgendwie zu Teenie, und naja, ich bin mit Vampiren a la Anne Rice groß geworden, als Edward in der Sonne glitzerte, war es bei mir vorbei, das ging nicht für mich :D.

        • 27. September 2016 / 19:54

          Da hast du auch nichts verpasst. Stichwort: Glitzerfee und Hundewelpen. 😀
          Grässlich, wirklich! 😉

          • 29. September 2016 / 0:08

            Wenn ich Glitzern sehen will, guck ich My Little Pony oder so 😀

          • 30. September 2016 / 9:42

            Amen to this!!! 😀

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