Bookish Monday – Sieh mich an [ Review ]

Bookish Monday – Sieh mich an [ Review ]

Dreimal ist mein Blick bereits über den Namen gewandert. Und dreimal ist er einfach wieder weitergezogen. Der Titel bleibt mir kaum im Gedächtnis. Er ist flüchtig, wie eine Seifenblase im Winter. Meine Liste ist voll von Büchern, die noch darauf warten, von mir gelesen zu werden. Warum sollte ich ausgerechnet dieses lesen? Die Deckenlampe wirft ihr gelbes Licht auf den Bildschirm. Ich komme nicht umhin zu bemerken, dass meine Augen immer wieder an den Buchstaben hängen bleiben, ob sie wollen oder nicht. Wie kann etwas Unscheinbares dermaßen penetrant sei? Für den Bruchteil einer Sekunde gebe ich nach, logge mich auf Amazon ein und lade das Buch herunter. Kaum zeigen sich die wunderbaren 100% halte ich inne. Es steht auf meiner Liste. Irgendetwas hat mich damals dazu gebracht, es mit den anderen 52 aufzuschreiben. Mein Finger schwebt über den Touchscreen meines geliebten E-Readers. Es gleicht einer Entscheidung auf Leben und Tod, wenn sich ein Bücherwurm für ein Buch entscheiden muss, wenn noch dutzend andere warten. Trotzdem, irgendwann kommt man an den Punkt, wo man gezwungen wird zu wählen. Liebe oder Fiktion? Könige oder Zwerge? Was darf es dieses Mal sein? Dieses Mal war es ein hübsches Mädchen, dessen Gesicht nach einem Unfall nicht mehr ganz so hübsch war.

Was wäre, wenn du plötzlich im Krankenhaus aufwachen würdest? Mit einem bandagierten Gesicht und deiner Familie, die mit ängstlichen Gesichtern einen Kreis um dich bildet. Die Autorin Natasha Friend hat genau dieses Szenario gewählt, um ihrer Protagonistin Lexi das Leben zu versauen. Wer behauptet, dass Autoren lieb und nett zu ihren Hauptfiguren sind, der hat noch nicht die richtigen Bücher gelesen. *hust* Divergent *hust* Sieh mich an erzählt die Geschichte der jungen Alexa, die nach einem Autounfall im Krankenhaus landet und eine Transplantation braucht. Ein Teil ihres Gesichts hat starke Schäden davongetragen und muss durch neue Haut ersetzt werden. Nach dem Eingriff bezeichnet sie sich liebevoll als Arschgesicht, wo ich mir ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Ich wisst, warum. Aber was ist eigentlich passiert? Auf einer Party erwischt unsere Lexi ihren Freund Ryan zusammen mit ihrer besten Freundin Taylor (Achtung! Klischee), stürmt wutentbrannt und betrunken aus dem Haus und lässt sich von Taylors ebenso betrunkenen Bruder Jarrod nach Hause fahren. Da alkoholisierte Jungs jedoch dazu neigen, ihre Fühler gerne auszustrecken, fängt das hemmungslose Fummeln bereits während der Autofahrt an. Es kommt, wie es kommen musste: Jarrod verliert die Kontrolle, rammt den Wagen gegen einen Baum und Lexi fliegt durch die Frontscheibe, weil sie nicht angeschnallt war. Bereits in diesen wenigen Zeilen fällt mir auf, wie viele Dummheiten man an einem einzigen Abend machen kann. Alexa hat mir oft genug ein Kopfschütteln oder ein Augenverdrehen entlockt. Ich bezogen, launisch, theatralisch und wütend, sind nur wenige ihrer vielen Facetten. Sie schreit und weint, drückt ihren Mitmenschen ihr Leiden ins Gesicht und versucht krampfhaft aus sich eine noch seltsamere Person zu machen. Doch so wie es immer ist, lernt auch sie irgendwann, dass nichts so schlimm ist, wie es scheint. Denn mit den richtigen Personen um sich herum, übersteht man jeden Schlag in die Magengrube. Empfehlen würde ich das Buch, trotz ein paar Mängel, trotzdem. Weil die Message der Geschichte ihren Weg in meine Gedanken gefunden hat: Wichtig ist, was du von dir selbst denkst.

Klappentext: Lexi war immer stolz auf ihre Schönheit – doch dann wacht sie eines Tages im Krankenhaus auf, das Gesicht von einem Autounfall entstellt. Wenn Ryan sie nicht mit ihrer besten Freundin betrogen hätte, wäre sie nie in dieses Auto gestiegen und würde jetzt nicht vor jedem Spiegel fliehen. Lexi muss sich und ihr Leben komplett neu definieren. Unerwartete Hilfe kommt von ihrer Schwester Ruth. Durch sie lernt Lexi auch Theo kennen, der ihr zeigt, dass es im Leben nicht auf Äußerlichkeiten ankommt.

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