10 Problems of a bookworm #2

10 Problems of a bookworm #2

Mein Konto sieht aus wie eine Straße im Wilden Westen. Leer, staubig und trostlos. Die Büchersucht hat wieder einmal zugeschlagen. Ich habe dem Ödland den Rücken gekehrt, keine Gedanken mehr an Geld verschwendet und auf meinem Streifzug  alles eingepackt, was ich finden konnte. Das Endergebnis: 5 neue Bücher zuerst im Warenkorb, jetzt auf dem Weg zu mir. Doch im Gegensatz zu den Momenten, wenn ich mir eine neue Tasche kaufe und statt Freude nur Schuld empfinde, kenne ich dieses Gefühl nach einer ausgedehnten Seitentour nicht. Denn ich weiß, dass Bücher mich länger begleiten, als eine schnöde Henkeltasche. Denn jedes Wort, das ich lese, wird in meinem Kopf wachsen und je weiter ich komme, die Geschichte vervollständigen. Trotz Bankrott dank Büchern lehne ich mich entspannt in meinem Sessel zurück und genieße für ein paar kostbare Momente, dass bald neue Schmöker bei mir einziehen werden. Es hält nur eine Handvoll Sekunden, da mich plötzlich ein schrecklicher Gedanke ereilt. Ruckartig drehe ich mich um, betrachte das vollgestopfte Bücherregal und stöhne genervt auf. Denn Problem 7 hat mich natürlich, aus reiner Gnade und Herzensgüte, nicht verschont. Jeder Zentimeter Holz ist bedeckt, lässt keine tetrisartigen Spielerein zu. Nr. 7 auf der Liste: neue Bücher unterwegs aber einfach kein Platz dafür.

Da der erste Teil der Bücherwurmprobleme so gut bei euch angekommen ist, habe ich mich natürlich sofort an die nächsten Punkte gesetzt. Selten gingen mir Beiträge so leicht von der Hand wie diese. Denn um die Punkte zu finden, musste ich mich nur daran erinnern, wie genervt ich oft von Mücken bin, die zu Elefanten mutieren können. Wenn man Lesen als Hobby hat, halst man sich zwangsläufig ein paar Unannehmlichkeiten auf. Die Geldnot ist nur die Spitze des Eisbergs. Believe me, es geht noch schlimmer. Denn dank Rebuy & co lässt sich dieses Problem leichter lösen als andere. Doch manche Dinge wollen einfach nicht funktionieren. Aber wir würden doch nicht in Hogwarts zur Schule gehen und uns durch die Hungerspiele kämpfen ohne auch dafür eine Idee zu finden.

6. I did my waiting. Bücher haben die Magie, uns vollständig zu verzaubern. Wir können an nichts anderes, als die Geschichte und wie es mit den Charakteren weitergeht. Und dann, plötzlich, wie aus dem Nichts, ist das Buch zu Ende und… Ja was und? Was kommt danach? Hört es wirklich so auf? Man tippt sich die Finger auf Amazon wund, sucht verzweifelt den nächsten Teil. Schließlich findet an ihn. Mit der unheilvollen Nachricht: nächstes Jahr April. What the…? You got to be …. kidding me!!! Unsanft wurde ich aus der wunderbaren Welt, die ich mir gerade erst aufgebaut hatte, zurück in die Realität geschleudert. Denn jetzt heißt es warten, bis sich das Datum erbarmt und das Buch erscheint. Selbst die paar Tage, die zwischen Bestellen und Ankunft liegen, sind für Bücherwürmer schon zu viel. Könnte man da keinen Expressversand für Lesesüchtige einbauen? Oder einen Rundumservice? Gerade habe ich ein paar dramatische Marktlücken offen gelegt. Doch es hilft alles nichts. Man kann die Autoren nicht bestechen, um das Buch vorab lesen zu können und selbst ein Deal mit Crowley würde den Prozess nicht beschleunigen. Zähne zusammenbeißen und sich ablenken, so gut es geht. Zum Glück habe ich mir abgewöhnt alle Bände einer Reihe gleich hintereinander lesen zu müssen. Irgendwann hätte mich das vermutlich in den Wahnsinn getrieben und ich könnte jetzt nicht diese Zeilen schreiben. Wäre ja schade.

7. Give me some space. Keine Sorge, ich will nicht mit euch Schluss machen, wie diese gerne verwendete Floskel ausdrückt. Alles was ich will ist mehr Platz für meine Schätze. Denn wie am Anfang bereits erwähnt, bestellen wir zwar gerne, haben aber leider nicht Hermines Wunderbeutel zur Verfügung. Und dann heißt es quetschen und drücken. Schieben und arrangieren. Bis letztendlich einen ganzer Stapel traurig auf dem Boden stehen bleibt, das Regal aber aus allen Nähten bricht. Seufzend setzt man sich dann aufs Bett, schüttelt den Kopf und hofft auf die Erleuchtung, welche die letzte halbe Stunde einfach gefehlt hat. Sich selbst ausdehnende Regale, noch eine Marktlücke. Hier heißt es tapfer sein. Wer ohnehin eine leere Wand zu beklagen hat, kann dort gleich ein neues Regal aufbauen oder ein schickes Holzbrett auf Augen höhe montieren. Wer aber, wie ich, mit einem winzigen Zimmer und einer noch kleineren Wohnung gestraft ist, hat die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: Ausmisten und verkaufen oder ausmisten und verstauen. Um ehrlich zu sein sieht mein Regal gerade ziemlich karg aus, da ich vor einer Weile über 40 Bücher verkauft habe. (Schweren Herzens und mit Tränen in den Augen.) Aber zumindest habe ich wieder Platz für neue, wundervolle Abenteuer.

8. Collecting Madness. Das Fangirl in mir protestiert gerade vehement und bestreitet, dass das überhaupt ein Problem ist. Sammeln? Es gehört doch zu den schönsten Beschäftigungen eines Bücherwurms sich durch das Internet und dessen Plattformen zu wühlen und neue Fanartikel zu finden. Nach der ersten Leserunde Harry Potter hatte ich den wohl schlimmsten Anfall von Sammelsucht, den ich mit meinen jungen Jahren verkraften konnte. Ein Hogwartsschal, den muss ich haben. Oh, ein Zauberstab. Ab in den Warenkorb damit? Geht sich ein Pulli auch noch aus? Und vielleicht der Zeitumkehrer. Hätte das Sammeln kein abruptes Ende genommen (no money left), hätte mich meine Eltern wohl auf Entzug geschickt. Das war die Zeit in der ich mir folgenden Spruch zurechtgelegt habe, der mir wie auf den Leib geschneidert zu seien scheint: Ich könnte drogensüchtig sein. Also freut euch, dass ich stattdessen ein Bücherwurm bin. Tatsächlich gaben meine Eltern danach klein bei. Ließen mich zwar nichts mehr kaufen aber dank Problem 7 hätte ich ohnehin keinen Platz mehr gehabt. Die Hinterhältigkeit des Sammelns ist nicht das Sammeln selbst. Denn das macht Spaß und freut unser Buchstabenherz. Nein, die Menge macht das Drama. Mein liebstes Beispiel: Funkos. Ich habe noch keinen einzigen zu Hause (erste sind unterwegs) und bin schon süchtig. Weil es einfach soooo viele gibt und ich alleeee haben will! Aber ich muss stark bleiben, mir eine Liste mit den most important Funkos schreiben und mich, schweren Herzens, danach richten. Sonst artet der Platzmangel noch weiter aus.

9. Same same but different. Hier habe ich mir selbst offiziell die Erlaubnis erteilt, mich unschön und äußerst theatralisch aufzuregen. Denn da lesebegeisterte immer ein gutes Auge für schöne Cover und hübsche Aufmachungen haben, richten wir uns auch gerne nach diesen. Dann müssen alle Bände einer Reihe mit dem Titelbild zusammenpassen und ja keines aus dem Rahmen fallen. Leider gibt es oft Situationen, wo ich die Herausgeber am liebsten mit meinem Büchersack verprügeln würde. Folgendes Szenario: Mit freudigem Herzen und gefülltem Geldbeutel begibt man sich in den nächsten Buchladen, weil man gehört hat, dass der dritte Band der Lieblingsreihe endlich auf Deutsch erschienen ist. Der Schock folgt eine endlose Büchersuche später: besagtes Buch gibt es nur aus Taschenbuch, der Rest der Trilogie ist aber gebunden. Da könnte ich ausrasten, wirklich. Zwei gebundene Bücher und ein Taschenbuch, das zerstört das komplette Bild des perfekten Bücherregals. Ich kann es nicht anders ausdrücken: Ich hasse es! Es kann wahrlich nicht so schwer sein und alle Bücher gleich gestalten. Immerhin gehören sie doch zusammen! Die einzige Lösung, wenn man auf den Wirbel steht und das nötige Kleingeld zur Verfügung hat: Die ersten beiden Teile verkaufen und ebenfalls als Taschenbuch holen. Oder ignorieren, was ich eigentlich keinem von euch zumuten möchte.

10. The power of technology. Sie sind überall. Tablets, Laptops, E-Reader. Und es gibt für alle das richtige Buchformat. Ob als E-Book oder pdf-Datei ist dabei egal. Wenn man lesen will, könnte man das auch auf dem Handy tun. Jahrelang war ich ein E-Reader-Gegner. Ich verstand einfach nicht, warum man sich die Möglichkeit, neue Bücher auszupacken und ins Regal stellen zu können, nehmen ließ. Nach Rückenschmerzen weil ich drei Bücher in den Urlaub und wieder zurückschleppen musste, war jedoch die Entscheidung gefallen und meine Meinung hatte sich verändert. Nun habe ich beides in meinem werten Büchersack: meinen Kindle und ein Buch. Ich verstehe jeden der sagt, es erfüllt ihn nicht, ein Buch einfach herunterzuladen. Denn es geht mir ganz genauso. Man hat nicht dasselbe Gefühl, wenn man die neuen Bücher einfach mit einem Mausklick auf dem Gerät wiederfindet, als wenn man sie mit eigenen Händen berühren und einsortieren kann. Es ist anders und das wird sich nicht ändern. Trotzdem würde ich jedem, der viel und gerne liest (also jedem von euch) einen E-Reader ans Herz legen. Wenn ihr viel unterwegs seid kann das Buch in der Tasche schnell eine Tonne wiegen. Vor allem wenn ihr dazu neigt, nach der Hälfte der Zugfahrt ein Buch zu beenden und dann kein neues für den Rest der Zeit habt. Ich kennzeichne auf meiner Liste immer die Bücher, die ich als Print kaufen möchte und welche als Kindleversion reichen. Und wenn man ein E-Book dermaßen verehrt und es die Investition wert ist, kann man es immer noch gebunden nachkaufen. Habe ich auch schon gemacht. 😉

Die letzten 5 Punkte von „10 Problems of a Bookworm“. Tada, ich hoffe sie haben euch gefallen und ich konnte wieder dem einen oder anderen ein Gefühl des Verstehens geben. Denn wir Bücherwürmer müssen in der Not zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen. Wenn ihr wollt, dass ich öfter solche Listen oder Geschichten über die alltäglichen Probleme von Leserjunkies und Bücherwürmern schreibe, lasst mir ein Kommentar da oder schreibt mir eine Mails. Ich freue mich auf euer Feedback und Ideen.

Eure Kat.

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